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Höre auf deine innere Stimme

13/3/2024

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92. Blogbeitrag

Die deutsch-afrikanische Soulmusikerin Joy Denalane gehört zu jenen Musikerinnen, die ihre persönlichen Erkenntnisse in ihrer Musik verarbeitet und diese mit der ganzen Welt teilt; eine Herzensangelegenheit für sie.

Sie stellt sich in ihrem neuesten Album die Frage, ob man durch Willenskraft seelischen Schmerz überwinden kann. Sie bejaht diese Frage für sich in ihrem neuen Album Willpower. Und ich finde es spannend, wie sie dieses Fazit für sich musikalisch umsetzt.

Ich hätte ihre Frage etwas differenzierter beantwortet. Und das dürfte dich kaum überraschen, wenn du beispielsweise meinen 63. Blogbeitrag gelesen hast. Aber genau das bringt mich bereits zum Fazit dieses Beitrages: Es gibt keine allgemeingültige Wahrheit oder Lösung. Jede/r muss für sich selbst den Weg zur Erkenntnis finden. Man kann sich auch inspirieren lassen und dann ausprobieren, was passt. Ein kluger Rat, den ich bereits im 28. Blogbeitrag zitierte: Er stammt offenbar von Buddha, welcher gesagt haben soll: "Glaubt den Schriften nicht, glaubt den Lehrern nicht, glaubt auch mir nicht. Glaubt nur das, was ihr selbst sorgfältig geprüft und als euch selbst und zum Wohle dienend anerkannt habt ".

Damit könnte ich diesen Beitrag bereits beenden.

Trotzdem möchte ich dir Joys wunderbares Werk nicht vorenthalten und wenn du Lust hast und musikinteressiert bist, dann begleite mich durch meine persönlichen musikalischen Kommentare hindurch.

Kurz zusammengefasst ist Joy Denalanes neuestes Album eine Mischung aus Soul, R&B, Pop und Afrobeat. Zwischen ihrem letzten Motown Album Let yourself be loved aus dem Jahre 2020, auf welches ich euch im 51. Blogbeitrag bereits hinwies, scheinen stilistisch gesehen Welten zu liegen: Vom Motowngroove der 60er Jahren hat sie einen Zeitsprung in die späten 70er Jahre gewagt. Allerdings immer ihrer Passion zu Soulmusic verpflichtet.

Sie beschreibt Themen wie Liebe, Selbstreflexion, Empowerment und soziale Gerechtigkeit. Ausserdem verarbeitet sie den Tod ihres Vaters, der während der Albumproduktion verstarb. Joy Denalane schafft es meiner Meinung nach auch dieses Mal, für sie selbst wichtige Botschaften authentisch zu vermitteln.

Das Album kreiert durch die musikalische Vielseitigkeit einen einzigartigen Sound. Die Songs reichen von sanften Balladen mit emotionalen Texten bis hin zu energiegeladenen Tracks mit eingängigen Melodien. Ihre soulige Stimme steht im Mittelpunkt und wird von einer sorgfältigen Produktion begleitet, die jedem Song seinen eigenen Klang verleiht. Bei einigen ausgewählten Stücken des Albums spielt kein Geringerer den Bass als der US-amerikanische Jazzmusiker Tim Lefebvre (der auch David Bowies «Black Star» spielte). Die grossartigen Basslinien ziehen sich meines Erachtens wie ein wunderbarer und starker roter Faden durch das ganze Album. Es lohnt sich, den Fokus einfach mal nur dahin zu lenken beim Anhören.

Und dies sind meine Lieblingssongs aus ihrem Album:
«Hideaway» ist ein Liebeslied für ihren Ehemann Max Herre. Er und Roberto di Gioia (ein namhafter Jazzmusiker) waren an der Produktion beteiligt. Neben der verliebten Leichtigkeit der Stimmung in diesem Song faszinieren mich die gelungenen Funk-/Soul-Beats und die verspielten Loop-Effekte und einem genialen Basslauf!
«Fly By»: Hier geht es darum, dem Glück zu vertrauen, selbst wenn es auch mal einen Schritt vorwärts und dann wieder zwei Schritte zurück gehen sollte. Hört euch diesen genialen und doch zurückhaltenden Bass an!! Die gelassene und heitere Stimmung im Song, gepaart mit der prägnanten Hook lassen hoffen, dass am Ende doch alles gut werden wird.
«Willpower» ist Joys selbstbewusstes Statement, dass sie trotz Schwierigkeiten dank Willenskraft, Resilienz, aber auch mit Akzeptanz immer weiterkommen wird. Hör dir mal im Speziellen die antwortenden Chorusparts vor und in den Refrains an. Einfach wunderbar.
«Can’t we smile». Joy wählt diesen Song, um den Zuhörenden auf das Album einzustimmen. Ich liebe den Basslauf und die melancholisch verspielte Stimmung dieses Songs! Die erste Strophe (erst ab dem 5. Takt nota bene) könnt von der Vocalline eine Hommage an die Jazzballade «Girl from Ipanema» sein, wenn du dir den Bossa Nova Groove von der Originalversion mal wegdenkst:
«Happy». Der Song ist Denalanes verstorbenem Vater gewidmet und die Verlustverarbeitung ist deutlich spürbar. Sie beschreibt darin die Ambivalenz der Gefühle zwischen Trauer um den Tod und Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit. Im Musikvideo zeigt sie sich an der Seite von trauernden Familienmitgliedern. Natürlich kann man der Meinung sein, dass es pietätlos sei, echte Trauernde in einem Video zu zeigen. Ich für meinen Teil bewundere ihren Mut und ich kann mir gut vorstellen, dass die Videoproduktion ein heilender Teil dieser kollektiven Art der Trauerarbeit geworden sein könnte.

«Willpower» ein beeindruckendes Album, das mich durch seine Vielseitigkeit, Authentizität und starke musikalische Leistung aller Beteiligten überzeugt. Joy Denalane zeigt sich als reife Künstlerin mit einer klaren eigenen Vision und einem ganz eigenen Sound. Ich finde, dass ihr auch eine wundervolle Platte im Zeichen der Trauerverarbeitung gelungen ist voller Hoffnung und Akzeptanz.

Auch sie hörte wohl vollends auf ihre innere Stimme und daran können wir uns ein Beispiel nehmen.
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Ein Hoch auf die kindliche Leichtigkeit des Seins

7/3/2024

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 91. Blogbeitrag

Wenn du um die 50 Jahre alt bist, dann erkennst du ganz bestimmt die Anfangszeilen der folgenden Songs:

«Smörrebröd, Smörrebröd - Ram tam tam tam…»
«Ja, Herr Rossi sucht das Glück…»
«Probiers mal mit Gemütlichkeit…»
«Vielen Dank, für die Blumen, vielen Dank, wie lieb von dir…» (1)

Bestimmt ist dir aufgefallen, dass diese Produktionen sich an das kindliches Publikum der 70er Jahre richtete. Und ich bin davon überzeugt, dass du dich an noch viel mehr Melodien und Zitate aus der bunten Flimmerkiste erinnerst, welche du als Kind konsumieren durftest.
Egal aus welcher Zeit sie stammen: Es macht eine Menge Spass, sich ein Stück kindlicher Erinnerungen zurückzuholen, denn meistens ist der Konsum von solchen niedlichen TV-Produktionen mit positiven Erinnerungen verknüpft.
Noch viel mehr Vergnügen bereitet es, diesen gedanklichen Schatz aus der Vergangenheit miteinander zu teilen. Da die damalige Auswahl an TV-Sendern und Produktionen überschaubar waren, haben die meisten Jahrgängerinnen und Jahrgänger auch dieselben bewegten Bilder und damit zusammenhängende kindliche Erinnerungen in ihrem Gedächtnis gespeichert. Das führt zu einem vergnüglichen Austausch und so geraten ausnahmsweise auch alle anderen ernsten Themen der heutigen Zeit kurz in Vergessenheit.

Gut so.

Wenn du die Zeitreise noch etwas intensiver gestalten magst, dann geh auf Youtube und guck dir deine nostalgischen Lieblingsinhalte aus deiner Kindheit an. Roadrunner, Muppetshow oder la Linea von Scacciapensieri machen auch heute noch viel Spass.
Ich bin davon überzeugt, dass auch ernstere Zeitgenossen daran ihre Freude haben werden. Denn Lachen ist gesund: Beim Lachen betreibt der Körper Hochleistungssport: Vom Gesicht bis zum Bauch sind beim Lachen fast 300 verschiedene Muskeln beteiligt. Hihi, ich stelle mir grad vor, wie ein übertrainiertes Lachgesicht wohl aussähe? Ich denke da spontan an Popeye :-). Genau diese pure kindliche Freude lässt sich auch ohne Youtube abrufen, wenn man zu seinen kindlichen Seiten steht und diese in den Alltag einbaut.

Als Erwachsener Trickfilme zu sehen, bieten sogar weitere Vorteile. Zum einen können Trickfilme eine Möglichkeit sein, um sich zu entspannen und dem Alltag zu entfliehen. Genau so, wie es ein Youtube-Ausflug in die Vergangenheit bieten kann. Sie können eine Quelle der Unterhaltung und des Vergnügens sein, die es ermöglicht, für kurze Zeit in eine fantasievolle Welt einzutauchen. Trickfilme können auch als Inspirationsquelle dienen, um kreatives Denken und Vorstellungskraft anzuregen. Letztendlich vermitteln Trickfilme auch wichtige Botschaften und können sogar moralische Lehren enthalten, die auch für Erwachsene relevant sein können.

Man muss sich heutzutage nicht unbedingt als Erwachsener mit kindlichem Gemüt outen wie ich es gerade genussvoll tu. Die heutigen Trickfilme sind nicht automatisch immer Kinderfilme: Im Lauf der letzten Jahrzehnte taten sich visionäre Filmemacher immer wieder mit Trickfilm-Produktionen hervor, die sich auch an ein erwachsenes Publikum richten. Disney geht mit gutem Beispiel voran und vermittelt mit reifen Trickfilmen wie beispielsweise «Soul» auch sehr essentielle Themen wie die Achtsamkeit auf eine verspielte Art und Weise.

Trotzdem gibt es auch Menschen, die kindliche Attribute bei Erwachsenen strikte ablehnen: «Wenn du über 20 bist, schickt sich verspieltes Verhalten nicht mehr» (2). Ganz falsch, sagt Prof. Dr. René Proyer vom Institut für Psychologie an der Martin-Luther-Universität in Halle. In mehreren Studien und Befragungen mit rund 3.000 Teilnehmern versucht er, das Phänomen der Verspieltheit bei Erwachsenen aufzuschlüsseln. Er gelangt zum Fazit, dass Verspieltheit bei Erwachsenen ganz unterschiedlich zum Ausdruck kommt und auch positiv zu bewerten ist. Verspielte Menschen sind demnach gut im Beobachten, nehmen leicht neue Perspektiven ein, durchdenken Dinge anders und gestalten monotone Aufgaben für sich interessant. Das hat positive Auswirkungen auf das Lösen komplexer Problemstellungen und kann dabei helfen, Stress zu reduzieren. Das Spielerische hat demnach auch eine intellektuelle Komponente.
Mit gefällt dieser gesellschaftliche Wandel.
Und mit gefällt es, dass in einer Zeit der Überoutings auch solche Bekenntnisse ihre Berechtigung haben. Jetzt erst recht!

Lust auf mehr Ernsthaftigkeit zum Thema erwachsener Kindlichkeit?

Dann lasse folgendes Zitat von Johann Wolfgang von Goethe einfach mal so auf dich wirken:  «Das Leben ist die Kindheit unserer Unsterblichkeit».

...!

Sollte ich dich noch immer nicht davon überzeugt haben, wie wichtig und richtig Kindlichkeit für Erwachsene sein kann, dann ist das absolut okay. Du bist okay und ich bin okay und nun genehmige ich mir ein paar Gummibärchen und geniesse die kindliche Leichtigkeit des Seins auf meine eigene Art und Weise.

(1) Auflösung:
«Smörrebröd, Smörrebröd - Ram tam tam tam…», Muppetshow
«Ja, Herr Rossi sucht das Glück…», Scacciapensieri (das Video zeigt die Titelmusik der beliebten Serie)
«Probiers mal mit Gemütlichkeit…», Disney Dschungelbuch
«Vielen Dank, für die Blumen, vielen Dank, wie lieb von dir…..», Tom und Jerry

(2) Quelle: Welt.de

(3) Zum Thema Kindlichkeit habe ich im Blog 75 auch schon mal berichtet im Zusammenhang mit der Frage, weshalb man als Erwachsener plötzlich damit aufhört, Schneemänner zu bauen, falls du Lust auf mehr bekommen hast.
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Klein aber oho!

2/3/2024

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90. Blogbeitrag

Marrakesch ist ein intensives und faszinierendes Reiseziel!

Ich picke aus meinen tausend Eindrücken für dich das orientalische Markttreiben und Gastfreundschaft heraus und hoffe, dass dich mein Beschrieb ebenso verzaubern mag.

Der Place Djemaa el-Fna ist der zentrale Punkt in der Medina, der Altstadt von Marrakesch, und gleichzeitig der grosse Marktplatz auf dem sich alles abspielt. Zahlreiche Highlights dieses magischen Treibens erwarten die kauffreudigen Touristen. Wer sich unvoreingenommen darauf einlässt, wird belohnt!
Der Markt, so scheint es mir, ist ein Ort, an dem die Geschichte und auch die gesellschaftliche Kultur lebendig wird – er ist atemberaubend und überwältigend zugleich. Wenn du zudem durch die zahlreichen engen Gassen schlenderst, wirst du nicht nur von der unerschöpflichen Menge an Waren und  intensiven Düften von allerlei Gewürzen und exotischen Früchten in deren Bann gezogen. Man lernt die Stadtbewohnenden als sehr gastfreundlich und fröhlich kennen. Ein überwältigendes Markterlebnis bieten die Märkte innerhalb der Märkte: Die Souks bilden das Herz von Marrakesch. Märkte, die sich in hunderten sehr engen Gassen über mehrere Viertel der Innenstadt erstrecken. Hunderte von Ständen reihen sich dicht aneinander und bilden einen wahren Dschungel der Verführungen: Schmuck, Schuhe, Kleider, diverse Handwerkskunst und Lebensmittel dicht an dicht, alles verlockende Versuchungen für mich. Da weiche ich besser rasch auf jene Gassen aus, wo typisch orientalische Lampen, Möbel und Teppiche verkauft werden. Doch es nützt nichts. Man verliert sich und wird berauscht von den eigenen Sinnen und irgendwann wird man schwach und lässt sich zu einem schmucken Souvenir überreden.
Natürlich zu einem guten Preis.
Fragt sich nur für wen.
Hihi.

Das sich freundlich ansprechen lassen von Händlern oder auch das sich verirren im wahrsten Sinne des Wortes ist Programm: Inmitten des Gewirrs von zahlreichen Gassen, fleissigen Markttreibenden, miauenden Katzen, vorbeirauschenden Mofafahrenden und tausenden Eindrücken der faszinierenden Souks muss man sich einfach treiben lassen. Loslassen. Den Augenblick bewusst erfahren und verloren gehen. Denn das passiert dir in den Souks beim ersten Mal. Darauf ist Verlass; zumindest mehr als auf meine ungeübten Verhandlungskünste.  

Zurück auf dem Marktplatz herrscht noch immer ein reges Treiben: Wenn die Dämmerung eintritt, erwacht der Markt aufs Neue: Langsam füllt sich der Platz mit etlichen Essensständen, magischen Musikern, feiernden und singenden Familienverbänden vom Kind bis zur Grossmutter, faszinierenden Hennakünstlerinnen und sonderbaren Schlangenbeschwörern. Es scheint als wollen sie die Touristen erneut hypnotisieren.

Und es funktioniert.

Man kann sich diesem orientalischen Spektakel aus Tausend und einer Nacht nicht entziehen (1). Ich habe mich nie unwohl, bedrängt oder unsicher gefühlt und mir lag viel daran, dieser fremdartigen Kultur mit Respekt zu begegnen. Mit Erfolg! Die Gastfreundschaft war überwältigend und wir erfuhren sogar fürsorgliche Momente in dieser orientalischen Märchenstadt.

Über die Jahrhunderte hinweg haben sich hier verschiedene Kulturen und Traditionen vereint, was zu einer einzigartigen Atmosphäre führt. Es ist ein atemberaubendes Erlebnis, das alle Sinne anspricht. Dies war wohl nicht immer so: Denn der riesige Hauptplatz «Djemaa el Fna» bedeutet übersetzt «Platz der Gehenkten». Er wurde 2001 als erster Ort in die UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen. Zu Recht!
Heute nennt sich der Platz Gauklerplatz und er wird seinem Namen gerecht. Aber durchwegs im positiven Sinne!

Dabei kommt mir eine schöne Fabel aus Tausendundeiner Nacht in den Sinn, die zu diesem Blogartikel wunderbar passt: Die Geschichte vom klugen Fischer. Darin geht es um einen Fischer, der von einem reichen Kaufmann einen grossen Goldschatz geschenkt bekommt. Anstatt sich über den Reichtum zu freuen, entscheidet sich der kluge Fischer jedoch dafür, weiterhin seinem einfachen Leben als Fischer nachzugehen und den Goldschatz zurückzugeben. Die Fabel lehrt uns, dass wahres Glück und Zufriedenheit nicht durch Reichtum und Besitz erreicht werden können, sondern vielmehr durch Einfachheit und Dankbarkeit für das, was man bereits hat. Sie zeigt einmal mehr, dass es wichtig ist, im Hier und Jetzt zu leben und die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Die Stadtbewohnenden scheinen dies bewusst zu leben. Aus einfachsten Dingen kreieren sie wunderbare Schätze und erfreuen sich an ihrer geliebte Frühstückssuppe genau so wie über einen unverbindlichen Austausch mit zwei neugierigen Damen aus der Schweiz :-).

Lässt sich ein kleines Souvenir, welches ich kaufen musste, wohl auch unter die «kleinen Dinge im Leben» subsumieren?

Bestimmt!

Obschon ich mir nun dieses überflüssige, niedliche und überteuertes Souvenir kaufte, fühle ich mich vor allem bereichert durch eine wunderbare neue Erfahrung in meinem Leben, die ich mit einem ganz lieben Menschen teilen durfte und an die ich mich jederzeit gerne zurückerinnern werde.

Auch Dank des niedlichen Souvenirs, welches mich im Alltag daran erinnern soll.

Klein aber oho!

(1). Natürlich sind auch mir gesellschafts- und tierwohltechnische Gepflogenheiten aufgefallen, die mir wehtaten und die ich nirgends auf dieser Erde gutheisse, doch für jene wichtigen Diskurse gibt es geeignetere Plattformen. Uns begegnete man immer mit den gebührenden Respekt und das ist eine Erfahrung, die ich nie mehr missen möchte. Ich würde diese wunderbaren Menschen und diese faszinierende Stadt jederzeit wieder mit viel Freude besuchen.

Urheberrechtlicher Bildhinweis: Dieses wunderbare Bild stammt von Boris Macek und wurde im Oktober 2023 aufgenommen.
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Küssen verboten?

23/2/2024

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89. Blogbeitrag

Wer kennt das nicht? Husten, Schnupfen und Co. sind Symptome einer Krankheit, die als lästig empfunden werden. Die Erkältung stellt nun mal eine der häufigsten Infektionen des Menschen dar (1). Und ich kenne niemand, der noch nie daran erkrankte. Aber ich kenne die weitverbreitete Meinung, dass man sich dann nicht mehr küssen soll.

Ist das so?

Bevor ich dieses Rätsel löse möchte ich dich kurz auf eine magische Reise in dein Innerstes mitnehmen, wenn du erlaubst: Die wunderbare Welt unseres Immunsystems. Es ist wie ein hochentwickeltes Verteidigungssystem unseres Körpers, das uns vor Krankheiten und Infektionen schützt. Es besteht aus verschiedenen Zellen, Geweben und Organen, die zusammenarbeiten, um Eindringlinge wie Viren, Bakterien und Parasiten zu bekämpfen. Aber auch fehlerhafte körpereigene Zellen stellen eine Bedrohung für den Organismus dar. Da entartete Zellen zum Beispiel zur Tumorbildung beitragen, ist eine gutes Immunsystem unabdingbar!

Ich wünsche mir sehr, dass du dich bester Gesundheit erfreust, aber wenn du dich trotzdem mal «nur» erkältest, dann versuche das einmal anders zu empfinden wie üblich. Wieso nicht einmal  bewusst wahrnehmen, wie fleissig und unerschrocken unsere wunderbaren Abwehrmechanismen uns vor Krankheitserregern zu schützen versuchen. In einem Grossteil der Fälle, in denen das Immunsystem in Kontakt mit tritt, bleibt dieses Wunder unseres Körpers für uns unbemerkt. In anderen Fällen dauert es länger, die Erreger zu bekämpfen. Und das kann lästig sein. Und doch hilfreich, denn es ist ein gutes Training unseres Immunsystems und wenn man bedenkt, dass das Immunsystem selbst eine grundlegende Voraussetzung für das Überleben eines Organismus darstellt, sollten wir bei harmlosen Erkrankungen gelassen bleiben und einfach gesund leben, Stress vermeiden, Abwarten und Tee trinken. Und eventuell auch noch Küssen? Hab noch etwas Geduld, gleich komme ich darauf zu sprechen.

Eigentlich ist es schade, dass wir nur dann an unsere wertvolle Abwehr denken, wenn sie aktiv ist und sonst nicht, nicht wahr?

In Bezug auf die Forschung zum Stärken des Immunsystems gibt es ständig neue Erkenntnisse. Wissenschaftler untersuchen verschiedene Ansätze, wie Achtsamkeit, Ernährung, Bewegung, Schlaf und sogar bestimmte Nahrungsergänzungsmittel das Immunsystem unterstützen können. Es ist wichtig, einen gesunden Lebensstil zu pflegen, um das Immunsystem optimal zu unterstützen.

Und was ist denn jetzt mit dem Küssen?

Ich habe gute Nachrichten für alle erkälteten Liebenden:  Küssen stärkt erwiesenermassen das Immunsystem (2). Und das macht es zu einer äusserst behaglichen Erkältungsprävention! Denn wenn der Puls schneller geht und das Blut zirkuliert, kommt Schwung in den Stoffwechsel und den Kreislauf. Ganz zu schweigen vom ausgeschütteten Adrenalin und von den Glückshormonen, die sich positiv auf die körpereigene Abwehr auswirken.
Selbst wenn man bereits erkältet ist, herrscht nicht unbedingt Kussverbot. Eine Ansteckung durchs Küssen ist äusserst selten, das haben wissenschaftliche Studien gezeigt (2). Der Grund ist vermutlich, dass die Viren beim Küssen mit dem Speichel in den Magen wandern, wo ihnen die Magensäure den Garaus macht.

Na wenn das keine guten Nachrichten sind. Das macht doch definitiv Appetit auf mehr!
Und es macht auch Lust darauf, öfters dankbar zu sein, wenn man einfach nur kerngesund den Moment geniessen kann - dank unserem Wunderwerk Immunsystem!

(1)    Quelle Toppharm
(2)   Quelle Aerztezeitung   
Und wenn dich Fragen plagen wie: «Was ist besser, Nase hochziehen oder schnäuzen?» oder «Wie lange dauert eine Erkältung» dann dürfte dich dieser kurze Beobachter-Artikel interessieren, der das Küssen ebenfalls bei Erkältung empfiehlt.
Lust auf mehr? Dann lies meinen Folgeblogbeitrag dazu
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Geheimnisvolle Träumereien

16/2/2024

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88. Blogbeitrag

Hast du dir auch schon mal gewünscht, dass du dich öfters an deine Träume erinnern kannst?

Nun, man sollte sich vorher gut überlegen, was man sich wünscht. Dazu kann ich dir eine wunderbare Anekdote aus meinem Leben erzählen.

Es wird vermutet, dass Menschen, die einen sehr tiefen und erholsamen Schlaf haben, sich seltener an Träume erinnern. Das könnte daran liegen, dass sie in der REM-Phase nicht wach waren und sich weniger häufig daran erinnern (1).

Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich gehöre ebenfalls zu diesen beneidenswerten Menschen, die tief und fest durchschlafen können und sich fast nie an Träume erinnern.  
Eigentlich schade, denn das Thema ist sowohl faszinierend als auch sehr umstritten in unterschiedlicher Hinsicht:

Über die Notwendigkeit des Schlafens ist man sich insofern einig, als dass wir ihn brauchen, um zu überleben. Wir verschlafen ein Drittel unseres Lebens, in der Nacht bilden wir Antikörper, erneuern sich Zellen und unser Gehirn verarbeitet Informationen. Wir haben den Traum zwar noch nicht verstanden, aber manchmal kann er helfen, uns selbst besser zu verstehen.

Sigmund Freud und Carl Gustav Jung haben Anfang des 20. Jahrhunderts massgeblich zu unserem heutigen Verständnis der modernen Traumdeutung beigetragen. Freud sah Träume als die Befriedigung unerfüllter Triebwünsche, die zur Selbsterkenntnis beitragen. Beide Männer beschrieben Träume als Ausdruck des Unterbewusstseins. Jung glaubte, neben einer objektiven und persönlichen Deutung der eigenen Träume, zudem an ein kollektives Unterbewusstsein der Menschheitsgeschichte, mit dessen Hilfe man den Bildern aus Träumen ebenfalls eine Bedeutung zuschreiben könne (2).

Auch in dem spannenden Artikel des Tagesanzeigers zum Thema Träume wird vermutet, dass Sigmund Freud recht gehabt mit seiner Idee, dass unsere Träume von Tagesresten geprägt seien. "Der Traum bringt alles Notwendige hervor", sagt Jung. (3)

Nun gut, das macht mich erst recht neugierig auf meine Träume...

In Bezug auf das Erinnern an Träume gibt es ebenso unterschiedliche Ansichten. Einige Forscher empfehlen Techniken wie das Führen eines Traumtagebuchs. Andere empfehlen das bewusste Setzen von Absichten vor dem Schlafengehen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, sich an Träume zu erinnern.

Was das aktive Steuern von Träumen betrifft, so ist die sogenannte luzide Traumkontrolle ein interessanter Bereich der Forschung. Luzides Träumen bezeichnet den Zustand, in dem man sich bewusst ist, dass man träumt, und in gewissem Maße Einfluss auf den Traumverlauf nehmen kann.
Nun, ich halte es nicht für sinnvoll, in meinen unbewussten Traumprozess aktiv einzugreifen. Ich denke, dass mein Unterbewusstsein ganz genau weiss, weshalb ich was wie träume.

Aber ich hatte mir vor einiger Zeit vor dem Einschlafen ganz bewusst vorgenommen, mich zumindest an meine Träume zu erinnern.

Mein Fazit nach dieser Nacht ist eindeutig: Ich werde mir das nie wieder wünschen :-).

Denn erstaunlicherweise hat es hervorragend geklappt! Ich habe mich zum ersten Mal in meinem Leben an mehrere Träume erinnern können und konnte es kaum glauben. Ich bin davon überzeugt, dass mein jahrelanges Achtsamkeitstraining diesen Erfolg mitbegünstigt hat.  

Und nun folgt das grosse Aber: Bedauerlicherweise habe ich mich nur deshalb an mehrere Träume erinnern können, weil ich auch mehrmals aufgewacht bin. Ich hatte vergessen, dass man mehrere REM-Phasen pro Nacht durchläuft.
Obschon ich bei jedem Aufwachen sehr rasch wieder eingeschlafen bin, fühlte ich mich um eine wichtige Erfahrung bereichert. Aber zugleich habe ich mich meines erholsamen Dauerschlafes beraubt und fühlte mich wie gerädert.

Meine nächtlichen Traumpfade scheinen wohl bewusst im Verborgenen zu liegen und da ich mich rundum glücklich fühle, habe ich beschlossen, es dabei ruhen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass mich mein Unterbewusstsein weckt, falls ich mich an einen Traum erinnern soll.

Nicht alle Geheimnisse scheinen dazu bestimmt, entschlüsselt zu werden. Auch das wird seine guten Gründe haben.

Ich kann gut damit leben :-)

(1) Quelle: Focusbericht
(2) Quelle: Artikel in der Süddeutschen Zeitung
(3) Quelle: Artikel im Tagesanzeiger
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Wer sucht, der findet!

10/2/2024

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87. Blogbeitrag

Hast du dir auch schon einmal überlegt, ob es wahr sein kann, dass wer sucht, auch findet?

Als ich mich diese Woche mit diesem Gedanken befasste, war ich sehr überrascht, dass das Zitat "Wer sucht, der findet" dem Evangelium nach Matthäus zugeschrieben wird (Kapitel 7, Vers 7).
Es lässt sich meines Erachtens auch mit dem ZEN-Buddhismus vereinen. Im ZEN-Buddhismus geht es darum, das gegenwärtige Moment bewusst wahrzunehmen und die Suche nach Erleuchtung aufzugeben.
Ich verstehe das Zitat so, dass das, wonach wir suchen, oft bereits in uns selbst vorhanden ist und wir es nur erkennen müssen und dass die Suche an sich ein wichtiger Teil des Prozesses ist.

Stell dir einmal vor, dass du nach der Liebe deines Lebens sucht und nehmen wir einmal an, dass das auch möglich sein kann.

Wäre das nicht wunderbar?

Ich bin der Meinung, dass man erst dann das Gegenüber lieben kann, wenn man sich selber liebt. Selbstliebe betont die Bedeutung der Selbstreflexion und des inneren Wachstums. Das bedeutet, dass wenn man aktiv danach strebt, sich selbst zu verstehen und zu lieben, man auch die Möglichkeit hat, dies zu erreichen und miteinander zu teilen. Wenn man auf ein Gegenüber mit gleicher Gesinnung trifft, könnte es auch sein, dass diese Person auf einer tieferen Ebene mit einem selbst verbunden ist.

Sogenannte Seelenverwandschaft.

Ist das nicht ein schöner Gedanke?

Vielleicht ist es uns vorherbestimmt, fündig zu werden. Vielleich auch nicht. Vielleicht nicht alle.
Diese Frage ist seit Jahrhunderten Gegenstand philosophischer und theologischer Debatten. Unabhängig davon, ob unser Leben und Wirken durch Schicksal oder Zufall mitbeeinflusst werden könnte: Einige glauben an deterministische Theorien, die besagen, dass alles vorherbestimmt ist und dass wir keinen freien Willen haben. Andere glauben an den Zufall und die Unvorhersehbarkeit des Lebens. Und das ist gut so. Denn niemand weiss es und damit bleibt es eine individuelle Wahrheit.

Wenn wir uns in diesem Kontext nochmals unserem Zitat "wer sucht, der findet" widmen, kann auch das ganz individuell interpretiert werden: Einige könnten argumentieren, dass das Finden von etwas durch die Suche vorherbestimmt ist, während andere glauben, dass es eine Frage des Zufalls ist.

Weshalb soll nicht beides auf eine einzigartige Weise möglich sein? So dass es sowohl vorherbestimmte als auch zufällige Elemente in unserem Leben geben könnte. Manche Dinge können möglicherweise vorherbestimmt, während andere durch unsere eigenen Entscheidungen und Handlungen beeinflusst würden.

So oder so.

Ich habe diese Woche etwas Einzigartiges gefunden, was ich mir schon immer sehnlichst wünschte. Das hat mich zu folgendem sinnlichen Gedicht inspiriert:

In der Suche liegt die Kraft,
die Seele offen, das Herz entfacht.
Selbstliebe als Kompass, der uns leitet,
zu einem Seelenverwandten, der uns begleitet
.


Wer sucht, der findet. Sofern man den Mut dazu hat!
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Wo Licht ist, da ist auch immer Schatten et vice versa. Gut so!

3/2/2024

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86. Blogbeitrag

Licht und Schatten sind ein faszinierendes Phänomen, das sowohl physikalisch als auch philosophisch betrachtet werden kann.
Physikalisch gesehen entsteht Schatten, wenn Lichtstrahlen von einem undurchsichtigen Objekt blockiert werden. Dies geschieht, wenn das Licht auf ein Objekt trifft und von diesem absorbiert oder reflektiert wird. Die Bereiche, die nicht vom Licht erreicht werden können, erscheinen dann dunkel - das sind die Schatten.
Philosophisch betrachtet haben auch verschiedene Denker ihre Gedanken zu Licht und Schatten geäussert. Thich Nhat Hanh, ein buddhistischer Mönch und Friedensaktivist, betont oft die Bedeutung des Bewusstseins für das Verständnis von Licht und Schatten. Er argumentiert, dass wir das Licht erst wirklich schätzen können, wenn wir auch die Dunkelheit erlebt haben. Immanuel Kant, ein bedeutender Philosoph der Aufklärung, betrachtete Licht und Schatten als Metaphern für Erkenntnis und Unwissenheit. Er argumentierte, dass das Licht des Wissens die Schatten der Unwissenheit vertreibt.

Ich habe heute eine eigene wunderbare Erfahrung gemacht, welche aufzeigt, wie wichtig der Schatten sein kann als Basis des Erkennens. Das meine ich nicht nur im metaphysischen Sinn, aber lass mich erst davon berichten:
Als ich heute durch den Wald lief, erspähte ich wieder einmal eine süsse kleine Pfütze. Ich mag es, was sich alles darin spiegelt, denn normalerweise läuft man achtlos daran vorbei. Das ist schade, finde ich. Und heute bin ich froh drüber, dass ich seit meinem 30. Blogbeitrag Pfützen liebe. Ich konne es kaum erwarten, mir dieses kleine Pfützchen näher anzusehen. Werde ich darin Leben entdecken oder erblicke ich darin ein wunderbares Spiegelbild des Waldes, der Vögel der Wolken oder der Sonne?
Du wirst es kaum glauben, aber zum ersten Mal verblendete die Sonne das Spiegelbild der Wasseroberfläche, so dass ich nichts darin erkennen konnte.
Zumindest fast nichts, den der Schatten eines barmherzig anmutenden Baumes fiel auf einen kleinen Teil der Pfütze. Und nur in jenem kleinen Teil in Form eines schmalen Schattens erkannte ich den zauberhaft verspiegelten Wald darin. Ohne Schatten hätte ich nichts erkennen können.

Solche Erlebnisse entzücken mich jedes Mal. Und es freut mich, dass ich diesen erhellenden Moment bildlich festhalten konnte :-).

Es liess mich den restlichen Weg über die Bedeutung von Schatten und Licht nachdenken und mir wurde bewusst, dass das Eine ohne das Andere nicht existieren kann. Sie sind untrennbar miteinander verbunden und gleich wertvoll oder nützlich.

Gut so! Wenn man nun Schatten als Metapher für Krisen nutzen wollte, wäre das ein unglaublich tröstlicher Gedanke, findest du nicht auch?

Mehr!
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Gedanken zur Globalität der Achtsamkeit

1/2/2024

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82. Blogbeitrag

Vor einigen Wochen kam ich durch zwei besondere Menschen - Frank und Sabine - aus meinem Umfeld in Berührung mit einer Achtsamkeitsvariante aus Australien, von welcher ich noch nie zuvor hörte: Dadirri. Es handelt sich um einem Begriff aus der Sprache der Aborigines in Australien und bezieht sich auf eine tiefe, innere Stille und Achtsamkeit gegenüber der Natur und dem eigenen Inneren. Es ist eine respektvolle Art des Zuhörens und des Verbindens mit der Welt um uns herum (1).

Spannend, was es sonst noch für Varianten der Achtsamkeitspraktiken gibt.

Frank und Sabine sind als lebensberatende Coaches unterwegs und haben Dadirri für sich und für ihr Klientel entdeckt. Ich wurde neugierig und besuchte sie in ihrer Praxis "Dadirri Lebenswert" in Mägenwil.

Ich liebe es, den Arbeits- und Lebensraum von anderen Menschen zu besuchen. Das sagt viel über ihre Persönlichkeit aus. Für mich ist es auch eine schöne Achtsamkeitspraxis per se, dies bewusst wahrzunehmen und sich für das Gegenüber zu interessieren und auch mal nachzufragen.

Ich fühlte mich vom ersten Augenblick an sehr wohl bei ihnen. Die Räumlichkeiten strahlten sehr viel Wärme und Wohlbefinden aus. Ich wurde empfangen von einem Lichtermeer an Kerzen und feinem Teegeruch. Intensive Bilder, spannende Figuren und eine spezielle Dekoration in Form eines Straussenkopfes regten sogleich zu einem spannenden Gespräch an. Frank lernte ich vor Jahren in einem anderen Kontext und so entstand ein wunderbarer Austausch, wofür ich sehr dankbar bin. Der Abend verging wie im Fluge.

Inspiriert mit vielen guten Gedanken und Gefühlen ging ich wieder nach Hause. Da meine Achtsamkeitsinspiration von einem anderen Kontinent her stammte, wollte ich wissen, was der Unterschied dieser beider Praktiken ausmacht. Ich fasse es für dich gerne wie folgt zusammen:

Dadirri als Konzept der indigenen australischen Kultur bezieht sich auf die tiefe innere Stille und das Zuhören zur Natur. Es ist eine Lehre, die es ermöglicht, eine tiefere Verbindung zur Natur und zu sich selbst herzustellen. Auf der anderen Seite steht die buddhistische Achtsamkeitslehre nach Thich Nhat Hanh, die sich auf das bewusste Gewahrsein des gegenwärtigen Moments konzentriert. Sie lehrt uns, mit voller Aufmerksamkeit und ohne Urteil im Hier und Jetzt zu sein.
Während Dadirri stärker auf die Verbindung zur Natur abzielt, betont die Achtsamkeitslehre nach Thich Nhat Hanh die Verbindung zu uns selbst und zu anderen Menschen. Beide Konzepte haben jedoch gemeinsam, dass sie uns helfen, bewusster und achtsamer zu leben. Zweimal dasselbe, aber aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Wie inspirierend!

Ich finde es wunderbar, wie diese beiden erfahrenen Persönlichkeiten mit ihrem lebensbegleitenden Coachings und Retreats ihren Weg gefunden haben. Und es war befruchtend, zu erfahren, wie Achtsamkeit am anderen Ende der Erde gelebt wird.

Wir haben uns bestimmt nicht zum letzten Mal ausgetauscht und ich wünsche dem Powerpaar sowohl privat als auch beruflich von ganzem Herzen nur das Allerbeste.

(1) Frank verwies mich freundlicherweise auf diese Textquelle, welche den Sinn von Dadirri auf den Punkt bringt. Besten Dank für diese wertvolle Ergänzung
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Möge die Macht mit dir sein!

26/1/2024

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84. Blogbeitrag

Ob du es glauben magst oder nicht.

Star Wars nicht nur eine unterhaltsame Science-Fiction-Saga, sondern auch eine Quelle für philosophische Reflexionen über das Gute und das Böse, die Macht der Wahl und die Suche nach Sinn und Identität.

Die Star Wars-Saga besteht aus insgesamt neun Episoden, die eine epische Geschichte über den Kampf zwischen Gut und Böse erzählen. Es beginnt mit der Original-Trilogie (Episode IV-VI), in der der junge Luke Skywalker gegen das tyrannische Galaktische Imperium und dessen Anführer, Darth Vader, kämpft. Die Prequel-Trilogie (Episode I-III) zeigt die Vorgeschichte und wie Anakin Skywalker zu Darth Vader wird. Die Sequel-Trilogie (Episode VII-IX) führt uns in eine neue Generation von Helden und Schurken.

Das Fazit der Star Wars-Episoden ist, dass der Kampf gegen das Böse niemals endet und dass jeder die Macht hat, seine eigene Bestimmung zu wählen. Es geht auf den ersten Blick um den Glauben an das Gute, den Mut, sich gegen Unterdrückung und Tyrannei zu erheben, und die Bedeutung von Freundschaft und Zusammenhalt.

Blickst du etwas tiefer, dann findest du auch philosophische Parallelen in Star Wars. Zum Beispiel spiegelt die Macht, die von den Jedi und Sith genutzt wird, philosophische Konzepte wie Dualismus, Ethik und das Streben nach Harmonie wider. Die Jedi verkörpern Tugenden wie Weisheit, Bescheidenheit und Selbstlosigkeit, während die Sith für Machtstreben, Egoismus und Verführung stehen. Die Geschichte von Anakin Skywalker zeigt auch die Gefahr des Verlusts der eigenen Identität und den Einfluss von Versuchung und Leidenschaft.

Die ZEN-Philosophie und die Moral aus den Star Wars Filmen weisen ebenfalls einige Parallelen auf. Beide betonen die Bedeutung von Achtsamkeit, innerem Frieden und dem Streben nach Harmonie. In den Star Wars Filmen wird oft die Macht der Gedanken und die Kontrolle über die eigenen Emotionen betont, ähnlich wie es auch in der ZEN-Philosophie der Fall ist (1).

Darüber hinaus gibt es in den Star Wars Filmen auch eine klare Unterscheidung zwischen Gut und Böse, ähnlich wie es in vielen moralischen Lehren der Fall ist. Die Charaktere in den Filmen werden oft vor moralische Entscheidungen gestellt und müssen sich zwischen dem Guten und dem Bösen entscheiden, was auch ein zentrales Thema in der ZEN-Philosophie ist.

Mir gefällt an der Moral der Star Wars Filme speziell die Bedeutung von innerer Stärke, moralischer Integrität und dem Streben nach Frieden und Harmonie.

Aber man kann die tollen Filme natürlich auch einfach so vollends geniessen. Es lohnt sich!

So oder So: Möge die Macht mit uns allen sein! Und was du dir darunter vorstellen magst oder was das für dich bedeutet, das liegt alleine in deiner Macht :-)

(1) im Kontext zur dunklen Seite der Macht (Hass) habe ich im 100. Blogbeitrag ebenfalls nützliche Star Wars Gedanken verwenden können. Absolut lesenswert!
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Himmlischer Gedanke

22/1/2024

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83. Blogbeitrag

Eine Wolke ist eine Ansammlung von sehr feinen Wassertröpfchen (Nebel) oder Eiskristallen in der Atmosphäre. Eine sichtbare Wolke entsteht, wenn für die Bildung stabiler Wassertröpfchen oder -kristalle die Bedingungen erfüllt sind. Sie üben im Wasserkreislauf die Funktion eines Mittlers zwischen Verdunstung und Niederschlag aus (siehe Blog 61). Kann eine Wolke aufhören zu existieren, wenn wir sie nicht mehr sehen?

Einer glaubte die Antwort zu wissen:

Der pragmatische Achtsamkeitsmönch Thich Nhath Hanh bediente sich gerne poetischen, meist der Natur entlehnten Bildern. Seine Beschreibung, wie ein Blatt im Herbst tanzend zu Boden sinkt, verdeutlicht so den ewigen Lebensstrom, in dem alles sich fortwährend verändert und miteinander auf das Innigste verwoben ist. Oder er sprach von der Wolke, die immer wieder ihre Form ändert. Deswegen verschwindet sie aber nie (nur aus unserer Betrachtung) sondern «transformiert» in einen anderen Zustand. „A cloud will never die.“

Was für ein versöhnlicher Gedanke, wenn man ihn auf unseren Lebenszyklus überträgt.

Thich Nhath Hanh meinte, dass wir Menschen irrtümlicherweise glauben, wir „hätten“ ein Leben, getrennt von anderen, dabei „sind“ wir Leben, und diese falsche Sicht führe zu individuellem und kollektivem Leid sowie zum Raubbau an der Natur, die wir nicht als Mitwelt begreifen, sondern als getrennt von uns existierende Umwelt missdeuten, ausbeuten und zerstören.

Es braucht definitiv mehr als nur reine Vorstellungskraft, um dieser buddhistisch-philosophischen Idee zu folgen.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass der Sinn des Lebens im Leben bewusst leben liegt (siehe Blog 60). Und dadurch fällt es mir leichter, den philosophischen Denkansatz zu verstehen.

Ich behaupte damit nicht, dass das auch der Wahrheit entspechen muss.

Was allerdings wahr sein dürfte, ist folgendes: Im Sinne des Energieerhaltungssatzes ist ein „Verlust“ von Energie nicht möglich. Das bedeutet, dass die Energie der Wolke trotz Transformation nicht verloren gehen kann. Aus dieser Perspektive betrachtet hat Thich Nhat Hanh recht. Die physikalische Betrachtung hilft meines Erachtens auch, zu verstehen, was er mit seiner berühmten Aussage "A cloud never dies" gemeint haben könnte (1).

Ich könnte mir gut vorstellen, dass er auch recht haben könnte, wenn er meint, dass wir nicht ein Leben haben, sondern dass wir Leben "sind"?

(1) Mehr zum Energieerhaltungssatz kannst du in meinen Blogbeiträgen 44 und 114 erfahren.
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Jeder Einzelne zählt

18/1/2024

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82. Blogbeitrag

Heute möchte ich dir eine ermutigende und vielleicht auch tröstende Geschichte erzählen.

Ein furchtbarer Sturm kam auf.

Der Orkan tobte.

Das Meer wurde aufgewühlt und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand.

Nachdem das Unwetter langsam nachliess, klarte der Himmel wieder auf. Am Strand lagen aber unzählige von Seesternen, die von der Strömung an den Strand geworfen waren.

Ein kleines Mädchen lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und trug diese einzeln zurück ins Meer.

Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Mädchen und sagte: “Du dummes Ding! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen! Was du da tust, ändert nicht das Geringste!”

Das Mädchen schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging es zu dem nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer. Zu dem Mann sagte sie: “Für ihn wird es etwas ändern!”

Die Moral dieser Geschichte ist, dass selbst kleinste Handlungen einen Unterschied machen können. Obwohl das Mädchen nicht in der Lage war, alle Seesterne zurück ins Meer zu werfen, hat sie dennoch das Leben vieler einzelner Seesterne gerettet.
Es geht darum, dass wir nicht entmutigt sein sollten, wenn wir vor grossen oder schwierigen Herausforderungen stehen, sondern dass wir uns auf die kleinen Dinge konzentrieren sollten, die wir tun können, um positive Veränderungen in und um uns zu bewirken.

Jede einzelne Handlung zählt.

Jeder Einzelne zählt.
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Traust du dich allein in einen Pixelwald?

12/1/2024

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81. Blogbeitrag

David Chipperfields Erweiterungsbau für das Kunsthaus Zürich ist ein Besuch wert!

Hinter der futuristischen Gebäudefassade kannst du wunderbare Kunst ab dem Jahr 1960 entdecken. Von Minimal Art zu faszinierenden expressionistischen Werken bis hin zu wunderschönen impressionistischen Bildern (teilweise leider auch aus der umstrittenen Sammlung von Emil Bührle).

Gleich zu Beginn befindet sich verborgen hinter einer Wand einen Wald der speziellen Art. Es ist Pipilotti Rists «Pixelwald».

Viele laufen an dem unscheinbaren Tunnelausgang vorbei...

Das ist schade, denn dahinter verbirgt sich ein einzigartiges Walderlebnis, sofern man den Eingang findet. Und sofern man neugierig und mutig genug ist, unbekannte Wege zu beschreiten...

Wenn du den Pixelwald vorbehaltlos erleben möchtest, dann empfehle ich dir, ab hier nicht mehr weiterzulesen und dir demnächst dieses berauschende Erlebnis zu gönnen!

Wenn man in den magischen Pixelwald eintaucht, scheint man mit ihm zu verschmelzen: Tausende von bunten Lichter tanzen gemeinsam im Takt, manchmal pulsierend, manchmal wild und chaotisch, manchmal sanft über den ganzen Wald gleitend wie eine sanfte Sommerbrise. Immer akustisch begleitet von Geräuschen oder kunstvollen Klängen. Unerwartet und intensiv zu gleich.

Tausend Gedanken und Gefühle zugleich, welche mich durchströmten.

Ich empfand dieses akustisch ansprechende und intensiv lichtdurchflutende Erlebnis als unglaublich anregend und faszinierend. Es war wie ein Bad in einem nie enden wollenden Lichtermeer und als ich den Wald satte 20 Minuten später verliess, fühlte ich mich wie frisch verliebt:

Eine wohlige Energie strömte durch meinen ganzen Körper.

Jetzt kommt mir spontan in den Sinn, dass diese Wirkung auch allein durch die 3000 buntleuchtenden LED-Lampen mittels Elektromagnetismus hätten ausgelöst werden können. Hätte ich besser im Physik- und Biologieunterricht aufgepasst, bräuchte ich kein Faktenblatt vom BAG (1), um mich davon zu überzeugen, dass nicht Elektromagnetismus, sondern das Kunstwerk und ich in corpore diese wunderbar intime Wirkung in mir auslöste.

Nun denn.

Ich strahlte auch ohne elektromagnetische Nebenwirkungen über beide Backen nach diesem inspirierenden und völlig unerwarteten Ausflug in (m)einen Zauberwald :-).

Neugierig wie ich bin, wollte ich am nächsten Tag in Erfahrung bringen, was die Künstlerin mit ihrem Werk aussagen möchte. Die Künstlerin Pippilotti Rist meinte, dass der Pixelwald die Art und Weise zeige, wie menschliche Synapsen funktionierten. Sie wollte damit das Innere nach aussen kehren. Das Publikum solle durch diesen wunderbaren Pixelwald wandern können, als bewege es sich durch ein Gehirn (2).

Faszinierend. Nicht wahr, lieber Spock?

In diesem Kontext ist mir klar, weshalb dieser einzigartige Wald derart intensiv leuchtet und klingt. Ich fühlte mich verzaubert, inspiriert und glücklich um diese unerwartet bereichernde Erfahrung. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob man die Bedeutung des Pixelwaldes vorher kennt oder nicht. Er entfaltet seine künstlerische Kraft von sich aus.

Wer sich ebenso wie ich allein in diesen Pixelwald traut, findet auch hier dasselbe wie in jedem anderen Wald wieder:

Sich selbst (3). Und das ist weit mehr als ein Besuch wert! Trau dich, es lohnt sich!

(1)   Faktenblatt vom BAG zu LED-Lampen und möglichen Gesundheitsrisiken

(2) Pipilotti Rist ist eine Schweizer Videokünstlerin, die farbenfrohe audiovisuelle Installationen schafft. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit Themen wie Geschlecht, Sexualität und dem menschlichen Körper. Sie ist nota bene eine der bekanntesten Gegenwartskünstlerin der Schweiz. Und mir gefällt speziell, dass sie ihren Künstlervorname «Pipilotti» an den Charakter «Pippi Langstrumpf» anlehnt. Und das sieht man ihren Werken auch an. Sie strotzen voller kindlicher Freude und Kreativität. Mir sind zwar die meisten ihrer Werke zu experimentell, aber ihr Pixelwald begeistert mich immer wieder von Neuem!
Der bunte Mast ("Tastende Lichter") zwischen dem Neubau und dem Hauptgebäude vom Kunsthaus Zürich (du entdeckt es in meiner Gallerie im Spiegelbild über der Haupttüre) stammt ebenso von ihr und entfaltet seine ganze Wirkung in der Dämmerung. Dem Vulkanier Spock hätte dieses futuristische Design ganz bestimmt gefallen!

(3) Das weiss ich schon seit meinem 16. Blogbeitrag.
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Im Zweifel für die Angeklagten

5/1/2024

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80. Blogbeitrag.

Gehörst du auch zu jenen Menschen, die über die Festtage ihr Sättigungsgefühl gekonnt ignorierten oder ab und dann über ihren Durst tranken?

Hoffentlich hast du es wenigstens ohne Reue genossen.

Denn die Reue kannst du dir aufsparen für den Fall, dass du bereits ein Jahresabo im Fitnesscenter gelöst hast, obschon du ganz genau weisst, dass du nach dem ersten beherzten Monat dein sportliches Pflichtgefühl ebenso gekonnt ignorieren wirst wie das Sättigungsgefühl der vergangenen Dezembertage :-).

Selbst wenn du eventualvorsätzlich den Tatbestand der Völlerei mehrfach erfülltest, würde ich von einer selbstverurteilenden Haltung abraten. Denn rein statistisch gesehen besteht kein signifikanter Zusammenhang zwischen deinem durchschnittlichen Jahresgewicht und deinen Festtagssünden. Natürlich vorausgesetzt, dass man die restlichen 50 Wochen die bekannten Regeln einer korrekten Nahrungsaufnahme mehr oder weniger einhaltet.

Es geht mir allerdings weniger darum, was man wann geniesst, sondern wie man geniesst.

Mir fällt auf, dass ich das Essen ohne Ablenkung viel bewusster wahrnehme und mehr schätze. Das ist an den Festtagen per se schon ein Ding der Unmöglichkeit. Aber auch bei Essenseinladungen ist es schwieriger, bewusst und massvoll zu essen. Da können zusätzlich gesellschaftliche Gepflogenheiten dazu führen, dass man mehr zu sich nimmt als man eigentlich möchte.

Und da ist noch etwas. Leider etwas Alltägliches und Störendes, was uns daran hindern kann, bewusst und dadurch auch massvoll zu essen:
Als ich vor einer gefühlten Ewigkeit extern eine Jamie Oliver Kochsendung gebannt verfolgte und ich mich am nächsten Tag nicht mehr daran erinnerte, was ich dabei ass, war mir das peinlich. Wie schade um das mit Liebe zubereitete Gericht, welches ich konsumierte, ohne es zu geniessen.

Ich weiss, dass die meisten Menschen während dem Essen vor dem Fernseher sitzen. Und eigentlich ist das ja auch keine grosse Sache. Doch Achtsamkeit erfordert eine gewisse Aufmerksamkeit. Man kann nicht mehrere Dinge auf einmal gleich intensiv erfahren. Geschweige denn ausführen (siehe Blog 43 mit meinem Waldtelefonat).

Ich möchte dich daher gerne dazu anregen, zumindest den Fokus vor dem TV öfters bewusst auf das Essen zu richten oder ab und dann frei von jeglichen technischen Ablenkungsversuchen das gekochte Gute vollends und bewusst zu geniessen. Oder du isst vorher und geniesst erst danach das Unterhaltungsprogramm in der Flimmerkiste ganz ohne Schuldgefühle.

Übrigens zählen auch analoge Ablenkungsversuchungen wie Printmedien dazu. Man sollte das Essen öfters ganz bewusst einfach geniessen.

Ich muss allerdings gestehen, dass auch ich meine Regel ab und dann in den Standby-Modus versetze: Wenn ich mühsame Arbeiten am PC zu erledigen habe, dann gönne ich mir bewusst einige bunte Gummibärchen, die mir die Arbeit versüssen. Und das funktioniert ganz wunderbar.

Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass ich die chemischen Zuckerbomben ohne den PC viel intensiver geniessen könnte. Aber womöglich würde mir dann bewusst, was ich mir da Seltsames einverleibe. Womöglich würde in mir ein Schuldbewusstsein aufkeimen, was dazu führen könnte, dass ich der süssen Versuchung abschwöre. Das wäre doch schade um die Arbeit, die es zu erledigen gölte (Räusper).

Wie löse ich dieses Dilemma?

Liebend gerne würde ich auch jegliche mühsamen Arbeiten am PC aus meinem Arbeitspensum eliminieren, allein um der verführerischen Naschversuchung zu widerstehen. Doch mir bleibt wohl nur die Möglichkeit, mich bewusst zu diesem merkwürdigen Essverhalten zu bekennen und es ganz einfach ohne Reue zu geniessen.

Wo kein Kläger, da auch kein Richter.

Und zufälligerweise bin ich beides in persona :-)
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Happy New Year und mach das Beste draus!

31/12/2023

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79. Blogbeitrag

Ich wünsche dir von Herzen ein wunderbares neues Jahr voller Gesundheit, Glück und guten Momenten. Möge dir auch alles perfekt gelingen, was du dir vornimmst.

Vielleicht wolltest du auch schon mal ein Vorhaben abbrechen aufgrund von widrigen Umständen. Das wird dir im 2024 nach diesem Blogbeitrag nicht mehr passieren.

Denn ich möchte dich heute dazu ermuntern, selbst unter schwierigen Bedingungen nicht zu rasch die Flinte ins Korn zu werfen. Manchmal entsteht etwas Sinnvolles oder gar etwas Schönes – gerade wegen der Schwierigkeiten.

Und ich kann dir dazu eine wunderbar klangvolle Story erzählen:

Am 24. Januar 1975 entstand die Albumaufnahme des Improvisations-Solokonzertes des Pianisten Keith Jarrett, das in der Kölner Oper am 24. Januar 1975 stattfand. Es ist nota bene die meistverkaufte und bekannteste Veröffentlichung von Jarrett und die meistverkaufte Jazz-Soloplatte, welche vom Time Magazine zum „Records of the Year“ gewählt wurde.

Die Solo-Improvisation besteht aus zwei Teilen, die sich aus dem einfachen Pendeln zwischen zwei Dur- und Mollakkorden entfaltet. Es entsteht eine magische Mischung aus meditativen und ekstatischen Klangzuständen.

Sowohl überraschend als auch inspirierend.

Umso mehr, als dass man die Hintergrundgeschichte kennt:

«Die Einspielung des Köln Concert fand unter extrem widrigen Umständen statt. Der Musiker hatte die Nacht zuvor fast nicht geschlafen, da er seit dem frühen Morgen mit seinem Produzenten Manfred Eicher im klapprigen R4 von einem Konzert in der Schweiz angereist war. Der eigentlich ausgesuchte Bösendorfer-290-Imperial-Konzertflügel war verwechselt worden, es stand ein Bösendorfer-Stutzflügel bereit, der nur für die Probenarbeit verwendet wurde, verstimmt war und bei dem die Pedale und einige Tasten klemmten. Sein Essen vor dem Konzert kam erst eine Viertelstunde vor der Rückkehr ins Opernhaus. Nur auf ausdrückliche Bitten der lokalen achtzehnjährigen Veranstalterin Vera Brandes war Jarrett bereit, doch aufzutreten. Brandes konnte zwar in letzter Minute einen hochwertigen Flügel einer benachbarten Musikschule akquirieren, dieser hätte jedoch durch den notwendigen Transport bei niedrigen Temperaturen im Regen über den Neumarkt arg gelitten, so dass letztlich doch der Stutzflügel zum Einsatz kam. Das Team hatte die Live-Aufnahme bereits streichen wollen, als sich die Tontechniker darauf einigten, das mit rund 1400 Zuhörern ausverkaufte Kölner Konzert schließlich doch für interne Zwecke mitzuschneiden: Keith Jarrett passte das musikalische Geschehen dem Instrument an und beschränkte sich weitgehend auf die mittleren und tiefen Tonlagen, wobei er wiederholende Muster bevorzugte.» (1)

Und nun hör dir mal auf Spotify selbst an, was dieser mutige Pianist trotz all dieser widrigen Umstände kreierte. Sein Versuch, das Beste aus dem Konzert zu machen, ist ihm wahrlich gelungen.

Wie gut, dass er nicht voreilig die Flinte ins Korn schmiss und das Beste draus machte (2).

Happy New Year!

(1) Wikipedia hat diese Story derart gut und packend erzählt, so dass ich diese gerne so übernommen habe.

(2) Falls dich wundernimmt, wie Keith Jarrett klingt, wenn er ausgeruht, wohlgenährt und mit perfekt klingendem und voll funktionsfähigem Instrument klingt, dann hör dir auf Spotify an, wie er am Vorabend des Köln-Konzertes in Lausanne klang. Mir gefällt das Köln-Konzert besser und an dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei René für diese wunderbare Inspiration bedanken:-).
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Weil wir es wert sind!

26/12/2023

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78. Blogbeitrag

Ich hoffe, du hast die Festtage ganz nach deinen Vorstellungen verbringen können. Und ich wünsche mir von Herzen, dass du glücklich bist.

Denn für dein Glück bist du selbst verantwortlich. Ganz egal, was um dich passiert! Und es passiert immer etwas. Nicht nur an exponierten Feiertagen mit oftmals hohen Erwartungshaltungen. Jeden Tag wirken äussere Einflüsse auf uns. Manchmal sind sie positiv und manchmal eben auch nicht. Ich möchte bei meinen folgenden Gedanken lebensbedrohliche Situationen ausklammern.

An meinem Badezimmerspiegel hängt das Zitat von Walt Disney: "Happiness is a state of mind». Disney wollte damit aussagen, dass Glück nicht nur von äusseren Umständen abhängen sollte, sondern in erster Linie von unserer eigenen Denkweise und Wahrnehmung.
Es liegt in unserer Macht, unsere Gedanken und Perspektiven zu beeinflussen, um ein glückliches Gefühl zu erreichen. Das Zitat ermutigt uns, unsere Einstellung zu ändern und das Glück in uns selbst zu finden, unabhängig von den äusseren Umständen.

Das bedeutet nicht, dass man das Leiden von Verwandten, Freunden oder von der ganzen restlichen Welt ignorieren sollte. Ganz im Gegenteil. Aber es nützt niemandem, wenn man mitleidet und sich dabei zu verlieren droht und sich jedes eigenen positiven Gedankens beraubt.

Besonders um die Weihnachtszeit, wenn etwas Ruhe in den hektischen Alltag einkehrt, erkennt man eher Unstimmiges oder gar Leidvolles. Wie kann man damit umgehen? Entscheidend ist meiner Meinung nach die Art der emotionalen Reaktion und der Haltung gegenüber der betroffenen Person. Nicht mitleiden sondern mitfühlen lautet meine Devise!

Mitgefühl und Mitleid sind zwei verschiedene emotionale Reaktionen, die jedoch oft miteinander verwechselt werden. Mitgefühl ist für mich eher einfühlsam, unterstützend und auf Augenhöhe, während Mitleid meines Erachtens distanziert und schwächt.

Lass es mich etwas deutlicher mit Definitionsauszügen aus Wikipedia erklären:

"Mitgefühl bezieht sich auf die Fähigkeit, die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen zu erkennen, zu verstehen und empathisch darauf zu reagieren. Dabei versucht man sich in die andere Person zu versetzen und ihr Leid nachzuvollziehen."
Mitgefühl ist für mich daher eine positive und unterstützende Haltung, bei welcher man das Gegenüber unterstützt oder tröstet.

"Mitleid hingegen bezieht sich eher auf ein Gefühl des Bedauerns oder der Traurigkeit angesichts des Leidens einer anderen Person."
Das Mitleiden hilft dadurch den Betroffenen selten weiter und ich finde dass man sich selber schaden kann, wenn man das Leiden des Gegenübers auf sich selber überträgt. Mitleid kann dann dazu führen, dass man sich von der betroffenen Person abgrenzt oder sie womöglich als Opfer betrachtet, ohne wirkliches Verständnis für ihre Situation zu haben.

Wenn du selber Leid verursacht hast oder leidest, dann solltest du das liebevoll annehmen und dich darum kümmern (siehe Blog 63).

Es gibt jeden Tag so viel Leidvolles.

Aber es gibt auch jeden Tag viel Gutes.

Es kommt darauf an, worauf man fokussiert und ob man selbst erkennt, dass man trotz schlechten Zeiten auch glückliche Gedanken haben darf.

So kann man Leidende besser unterstützen. Aber auch meinetwegen möchte ich meine glücklichen und stärkenden Gedanken nie missen wollen.

Weil ich es mir wert bin.

Und nun wünsche ich dir von Herzen eine glückliches Restjahr.
Egal, was um dich geschehen mag.

Weil du es dir hoffentlich ebenso wert bist!
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Ich bin dann mal weg...

16/12/2023

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77. Blogbeitrag

Ich liebe den Wald.

Es gibt aber auch Momente, wo ich lieber in den Bergen wäre. Dies aus zwei Gründen: Stille und Aussicht.

Die absolute Stille in den Bergen ist ein unbeschreibliches Gefühl vor Ort. Es ist eine Stille, die ganz tief berührt. Die Berge sind dadurch für mich eine Oase der Ruhe, was es zu einem idealen Rückzugsort macht. Kein Handyempfang, keine schlechten News, rein gar nichts!

Mein liebster Aussichtspunkt in den Bündner Bergen liegt bei Muottas Muragl. Von dort aus hat man eine atemberaubende Panoramaaussicht auf die umliegende Landschaft der Schweizer Alpen. Übrigens ist es ein absoluter Geheimtipp für ein Zusammensein mit seinen Liebsten (1).

Ab und zu verspüre ich das Bedürfnis, mich von allen und allem zurückzuziehen. Dann brauche ich diese Stille mit der Aussicht nach Ruhe und Frieden. Ich muss dazu nicht unbedingt in die Berge fahren. Es reicht auch vollends, einfach mal seine Seelenfenster zu schliessen.

Keine schlechten News, keine Pessimisten, rein gar nix. Einfach mal den äusseren Einflüssen entfliehen...

Der Achtsamkeitsmönch Thich Nhat Hanh liefert auch hier mal wieder eine wunderbare Metapher dazu: "Unser Geist ist wie eine Hütte mit offenen Fenstern. Der Wind weht herein und kann dadurch alles durcheinander wirbeln". Unsere Gedanken und Gefühle seinen dann wie die Gegenstände in der Hütte, die vom Wind unkontrollierbar hin und her geworfen werden können.

Es ist eine Metapher für die Unbeständigkeit des Lebens und wie äussere Einflüsse (siehe Blog 53) unsere innere Ruhe stören können. Die Geschichte lädt uns ein, achtsam zu sein und uns bewusst zu werden, wie wir mit den Herausforderungen des Lebens umgehen. Wir sollten bei Bedarf öfters den Mut haben, unsere Seelenfenster mal zu verschliessen und sich nicht andauernd durch jedwelche analogen oder digitalen Medien oder Menschen beeinflussen zu lassen.

Zur Ruhe zu kommen durch Stille mit der Aussicht auf inneren Frieden für all das, was uns da draussen noch an Herausforderungen auf uns warten mag.

Das sind doch gute Aussichten...

Drum:

Mach Schluss für heute, leg dein Handy weg, mach es dir irgendwo gemütlich und geniesse die friedliche Stille in dir. 

(1) Die Villa Lyss auf Muottas Muragl bietet Chaletfeeling pur mit atemberaubender Aussicht!
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Forschung für die Katz?

9/12/2023

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76. Blogbeitrag

In unserer Familie haben wir nicht nur Hunde- sondern auch Katzenliebhabende.

Höchste Zeit, auch mal den Kater meines Bruders zu erwähnen namens Pepe. Er zählt zur Rasse der British Shorthair. Die Rassebeschreibung passt perfekt zu Pepe: Er ist ein sehr ausgeglichener, verschmuster und entspannter Kater. Pepe lebt bei meinem Bruder und wenn ich die beiden besuchen gehe, freue ich mich immer auf einige Spiel- und Streicheleinheiten mit dem geschickten Stubentiger.

Was mich an Hunden wie auch an Katzen gleichermassen fasziniert ist, dass beide immer im Moment leben und mich auch immer wieder in den Moment zurückholen mit ihrer liebevollen und verspielten Art.

Bestimmt kennst du die Debatte darüber, dass Hunde- und Katzenliebhabende womöglich ganz unterschiedlich ticken könnten.

Ich weiss nicht so recht.

Auch die Wissenschaftler scheinen bereits seit Jahrzehnten erfolglos darüber zu forschen. In einem Spektrum.de-Beitrag wird ein möglicher Grund genannt: Ein Team um den Psychologen Samuel Gosling von der University of Texas in Austin vermutet, dass zahlreiche methodische Probleme zu der unklaren Studienlage beigetragen haben könnten. Insgesamt deuten die neueren Studien dennoch darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen unserer Persönlichkeit und der Vorliebe für ein ganz spezielles Tier zumindest nicht unwahrscheinlich ist. Wie dieser Zusammenhang genau aussehen könnte, ist jedoch nicht abschliessend geklärt. Es gäbe auch genügend Tierhaltende beider Arten zugleich :-).

Eigentlich interessiert mich weniger, ob und weshalb Hunde- und Katzenliebhabende womöglich ganz unterschiedlich ticken könnten, sollten, wollten oder auch nicht.

Und ehrlich gesagt frag ich mich, ob wirklich jedes Thema erforscht werden kann oder soll (1).

Mein Bruder und ich verstehen uns jedenfalls blendend und ticken in vielen Dingen recht ähnlich.

Gut so.

(1) Hinweis: Dieser Beitrag ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu lesen. Die Welt braucht Wissenschaft und Forschung. Die Grundlagenforschung sowie angewandte Forschung und Entwicklung sind unabdingbar und unverzichtbar. Mir gefällt die Innovationskraft, die dahinter steckt. Und mir gefällt speziell der Gedanke, dass dadurch auch Probleme der Vergangenheit und der Gegenwart verstanden werden können, um sie zukünftig möglichst zu vermeiden oder zu meistern.

Ab und dann gelingt das sogar, aber leider nicht immer!

Lust auf mehr
Infos, weshalb womöglich die Forschung immer seltener zu grossen Errungenschaften führt? Dann empfehle dir die Lektüre eines interessanten Tages Anzeiger Artikels mit dem Titel: "Schwindet die Erfindungskraft der Menschheit?"

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Nicht denken, wissen!

2/12/2023

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75. Blogbeitrag

Ich liebte es als Kind, Schneemänner zu bauen.

Und ich liebe es noch heute.

Aber wahrscheinlich bleibe ich auch dieses Jahr die Einzige in meinem Umfeld, die das tut. Weshalb hören viele Erwachsene auf, Schneemänner zu bauen?

Natürlich unterscheiden wir uns von Kindern durch unsere Lebenserfahrung, unserem Entwicklungsstand und den vielen Verantwortlichkeiten in unserem Leben. Aber weshalb hindert uns das daran, etwas spielerischer durch den Alltag zu tänzeln?

Vermutlich liegt es auch daran, dass wir uns als Erwachsene an die Anforderungen des Erwachsenenlebens anpassen müssen. Wir fokussieren uns auf Karriere, finanzielle Stabilität und die Erfüllung unserer Verpflichtungen. Als Erwachsene muss man immer mehr Verantwortung und Pflichten übernehmen und man passt sich automatisch an soziale Normen und Erwartungen an. Dies birgt das Risiko mit sich, dass wir unsere kindliche Neugierde, Kreativität und Spontanität vernachlässigen.

Darüber hinaus spielen womöglich auch gesellschaftliche Einflüsse eine Rolle. Die Gesellschaft erwartet von uns Erwachsenen oft, dass wir uns ernsthaft und verantwortungsbewusst verhalten. Auch das kann auch leider dazu führen, dass wir unsere kindliche Seite unterdrücken oder als unwichtig betrachten.

Vielleicht aber werden wir auch einfach zu bequem mit fortschreitendem Alter. Vielleicht sparen wir bewusst unsere Ressourcen. Vielleicht. Vielleicht. Es gibt tausend Gründe, keinen Schneemann zu bauen. Man sollte sich das auch nicht erst überlegen oder gar analysieren, sondern es einfach tun! Nicht denken, wissen! (1)

Was wissen, fragst du?

Nun: Ich weiss einfach, dass das Bewahren einiger kindlicher Attribute uns hilft, ein erfüllteres und glücklicheres Leben zu führen. Indem wir unsere kindliche Neugierde, Kreativität und Spielfreude bewahren, können wir ganz wunderbar Stress abbauen, unsere Beziehungen stärken und unsere Lebensfreude steigern. Es geht natürlich auch darum, eine Balance zu finden und die positiven Aspekte der Kindheit in unser Erwachsenenleben zu integrieren. Und noch etwas weiss ich schon seit jeher: Schneemänner zu kreieren macht einfach Spass. Versprochen!

Darum lautet meine Empfehlung heute: Geht raus und baut euch einen Schneemann. Selbst wenn es nur auf dem heimischen Balkon ist. Ich arbeite heute, darum steht meine Kreation auf meinem Balkon und beobachtet mich seither beim Arbeiten. Ist er nicht süss geworden? Wer mag mir eine weitere Schnee-Eigenkreation zu senden? Nicht zögern, machs einfach!

(1) Dieses Zitat stammt von Morpheus aus dem tollen Film « Matrix». Es geht um die Suche nach der Wahrheit und dem Streben nach Erkenntnis. Manchmal weiss man etwas, ohne es erklären zu können.
Besonders Immanuel Kant beschäftigte sich mit den vier Fragen: „Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Dazu schreibe ich ein anderes Mal einen spannenden Beitrag.
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Tipps für deinen nächsten Zahnarzttermin

25/11/2023

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74. Blogbeitrag

Wartest du auch so gerne im Wartezimmer auf deinen Zahnarztbesuch ?

Nein?

Dann ist dieser Blogbeitrag wie geschaffen für dich!

Der Gang zum Zahnarzt treten Viele bei ersten Beschwerden an. Doch selbst die saubersten Beisserchen benötigen dentalhygienische Pflege. Somit ist es ein notwendiges Übel. Warum das Unvermeidbare nicht grad für etwas Sinnvolles nutzen?

Als ich letzthin beim Zahnarzt ins Wartezimmer gebeten wurde, ergatterte ich mir den letzten freien Platz und betrachtete die wartenden Mitleidenden: Eine Dame kaute nervös an ihren Lippen rum und ein anderer Herr starrte stoisch auf den Fussboden. Der meiste Anblick bot sich mir aber mit kollektiv Surfenden auf ihren Handys. Letztendlich wartet man gemeinsam auf einen eher unangenehmen Termin, das böte Diskussionsstoff. Doch jemanden beim Googeln zu stören, ist unanständig. Ja, leider zücken die Meisten nach einigen Minuten ihr geliebtes Handy. Daran ist ja auch nichts falsch. Aber es gäbe Spannenderes zu erleben: Man könnte sich die Zeit nehmen, die wunderbar geduldsamen Pflanzen im Zimmer innig zu betrachten, deren faszinierenden Blätter zu zählen (und dabei bitte nicht einschlafen). Oder man geniesst achtsames Atmen (siehe Blogbeitrag 55) oder freut sich über die gewonnene Pause mit schönen Gedanken.

Egal, für welche Beschäftigung du dich entscheidest, das genussvolle Warten scheint die Zeit zu verlangsamen - zumindest für unsere Wahrnehmung. Das ist durchaus positiv, denn ich habe es auch gar nicht so eilig mit den bevorstehenden Zahnarztmeeting. Ich gäbe den anderen Wartenden sogar den Vortritt :-).

Wenn man bedenkt, wie wir durch unser Leben hasten, könnten wir dankbar sein für solche Pausen: Wenn man der Handyverlockung widerstehen kann, kann man diese Wartezeit für wunderbare achtsame Momente nutzen. Gemeinsam mit den Wartenden oder für sich alleine. Einfach einmal entschleunigen und durchatmen!

Der nächste Grad wäre dann das Achtsamkeitstraining während eines Zahnarztbesuchs. Aber ich schaffs bisher nur, mich mit den notwenigen Schmerzen während der Behandlung anzufreunden und mir unentwegt zu versichern, dass das jetzt nötig sei und es mir danach besser gehe. Und siehe da: Die Schmerzen sind tatsächlicher erträglicher.

Und dennoch: Während der Zahnarztbehandlung wünschte ich mir sehnlichst, dass die Zeit etwas schneller verginge (im Gegensatz zum Warten im Wartezimmer). Aber nicht zur die Zeitempfindung per se, sondern auch Zeit ist ein ganz spezielles Thema für sich. Wenn dich das interessiert, dann lies meinen 37. Blogbeitrag.

Und sonst wünsch ich dir für die Wartezeit auf deinen nächsten Zahnarzttermin entspannende Entschleunigungsmomente pur, ganz viele schöne Gespräche und/oder guten Gedanken.

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Ich bin für dich da!

18/11/2023

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73. Blogbeitrag

«Liebe ist die Fähigkeit, den anderen so zu sehen, wie er wirklich ist, ohne ihn verändern zu wollen.».

Mir gefällt es, wie der Achtsamkeitsmönch Thich Nhat Hanh (Thay) die Liebe in Worte fasst. Er betont die Bedeutung bedingungsloser Liebe und Akzeptanz für andere Menschen, ohne den Wunsch, sie zu verändern oder anzupassen. Es ermutigt uns, Mitgefühl und Verständnis zu kultivieren und die Einzigartigkeit jedes Individuums anzuerkennen.

Ist es nicht wunderbar, dass wir Liebe als Gefühl der Zuneigung, Hingabe und Verbundenheit teilen können. Verbunden mit Respekt, Ehrlichkeit und blindem Vertrauen. Geprägt von gegenseitigem Wachstum und Wertschätzung.

Liebe ist aber auch emotional herausfordernd, anfällig für Missverständnisse und wird nicht selten Opfer vom Alltag und Bequemlichkeiten.

Was kann man tun, um seinem geliebten Menschen gegenüber mehr Liebe zeigen zu können?
Thay nennt bei seinem Interview (1) bei Opra Winfrey vier praktikable Liebesbezeugungen, die ich gerne mit dir teilen möchte:

1. "Schatz, ich bin für dich da"
Präsenz und volle Aufmerksamkeit dem geliebten Menschen gegenüber ist (nicht nur sich selber gegenüber) eines der wertvollsten Geschenke. Thay stellt die provokative These in den Raum, dass Liebe ohne Präsenz nicht möglich ist. Das macht Sinn. Auch ohne entsprechendes Gegenüber. Aufrichtig zu sagen, dass man für den geliebten Menschen (oder für sich alleine) ganz bewusst da ist, ist ein wunderbarer Liebesbeweis. Weder störende Geister der Vergangenheit noch Ängste der Zukunft im Kopf: Das Hier und Jetzt jemandem zu schenken bedarf einer gewissen Übung, aber es lohnt sich!

2. "Schatz, ich weiss dass du da bist und das macht mich glücklich"
Die Präsenz des Gegenübers zu erkennen ist etwas Kostbares. Man umarmt den geliebten Menschen liebevoll mit Achtsamkeit. Geliebt zu werden kann auch einfach bedeuten, in der Existenz erkannt zu werden. Man muss sich nicht einmal gegenüberstehen: Ein Telefonanruf genügt, um Liebe zu verbreiten! Jederzeit und überall!

Die dritte Liebesbezeugung kommt zur Anwendung, wenn der geliebte Mensch leidet:
3. "Schatz, ich weiss dass du leidest. Deswegen bin ich für dich da"
Bevor man zu helfen beginnt, kann die volle Aufmerksamkeit bereits Linderung bringen. Danach kann mitfühlendes Zuhören wahre Wunder bewirken. Wie das funktioniert, habe ich im Blogbeitrag 68 beschrieben. Es kann das Leiden deines Gegenübers sofort mildern.
Die vierte Liebesbezeugung kann eingesetzt werden, wenn du selber leidest und vermutest, dass dein Gegenüber involviert ist. Viele ziehen sich dann zurück voller Schmerz. Viele wollen das Gegenüber bestrafen für das Leiden. Die vierte Liebesbezeugung handelt davon, diesem Rachegedanken zu widerstehen! Ja, das ist wirklich nicht einfach!

4. "Schatz, ich leide. Ich gebe mein Bestes und arbeite daran. Hilf mir dabei!"
Natürlich ist das nur möglich, wenn das Gegenüber auch bereit ist, dir zuzuhören. Ich kann mir gut vorstellen, dass man nach einer Verletzung zuerst zu sich zurückkommen muss. Bei erhitzten Gemütern wird dieser Satz nicht seine volle Wirkung entfalten. Man muss ihn ernst meinen. Und das kann auch bedeuten, eine Nacht darüber zu schlafen.

Mir kommt noch spontan in den Sinn, dass eine ernstgemeinte Entschuldigung auch vieles entschärfen kann. Auch die Magie einer einfachen Umarmung kann wahre Wunder bewirken :-).

Kennst du weitere liebevolle Liebesbezeugungen aus deiner Erfahrung?


(1)    Im englischsprachigem Videoausschnitt bezeichnet Thay diese vier Beweise als Mantras. Das ist mir zu esoterisch angehaftet. Darum habe ich sie so bezeichnet, als was ich sie wahrnehme: Die vier wunderbaren praktikablen Ratschläge von Thay haben meines Erachtens auch nichts mit Religionen oder Spiritualität zu tun, sondern wirken ganz gewiss bei Jedem jederzeit unabhängig vom Glauben. Aber das ist meine Meinung.
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