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93. Blogbeitrag Intuition ist ein Gefühl oder eine innere Stimme, die uns bei Entscheidungen oder Einschätzungen leitet, ohne dass wir genau erklären können, warum wir so fühlen oder denken. Es kann laut aktuellen Studien auf Erfahrungen, Wissen oder unbewussten Prozessen basieren und wird oft als eine Art "Bauchgefühl" beschrieben. Klar, Intuition ist nicht immer zuverlässig. Es bleibt jedoch eine komplexe und erstaunliche Fähigkeit. Vorallem, wenn man intuitiv richtig gelegen hat. Ich habe letzthin eine intuitive Erfahrung gemacht, die ich mit euch teilen möchte. Im Blog 34 berichtete ich von meiner verzweifelten Suche nach einem vierblättrigen Kleeblatt. Damals suchte ich gut eine Stunde den ganzen Waldweg ab ohne Erfolg! Letzthin lief ich durch den Wald und mir fiel in der Mitte des steinigen Weges eine kleine Rasenstelle auf, die voller Kleeblätter war. Ich lief daran vorbei wie schon vor vielen anderen Rasenstellen zuvor. Doch dann mussste ich einfach anhalten und lief zurück. Ich dachte mir, vielleicht finde ich ausgerechnet hier eines dieser seltenen Exemplare. Wie häufig vierblättrige Kleeblätter auftreten, ist nicht endgültig wissenschaftlich geklärt. Im Internet wird eine Wahrscheinlichkeit von 1 : 10`000 angegeben. Nun gut, ich nahm mir einige Sekunden Zeit und tatsächlich fand ich ein Exemplar ganz am Rande dieser kleinen Rasenstelle. Ich betrachtete das Kleeblatt liebevoll und fühlte mich überglücklich. Dem unbescholten gebliebenen Pflänzchen ging es wohl ebenso. Ohne meine Erfahrung im Blog 34 hätte ich es ausgerissen und mitgenommen. Heute freute ich mich über dieses unverhoffte Glück, ich liess es unberührt und lief glücklich weiter. Wie ist das zu erklären? Ich konnte das kleine zierliche Pflänzchen nicht im Vorbeigehen entdeckt haben (siehe der etwa tellergrosse Rasenflecken in der Bildergalerie). Etliche kleinere Rasenflächen kreuzten ebenfalls meinen Weg ohne dass ich das Bedürfnis hatte, stehen zu bleiben. Und dann halte ich genau an dieser Stelle an. Hätte ich auch angehalten, wenn sich kein vierblättriges Kleeblatt hätte finden lassen? Was denkst du?
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90. Blogbeitrag
Marrakesch ist ein intensives und faszinierendes Reiseziel! Ich picke aus meinen tausend Eindrücken für dich das orientalische Markttreiben und Gastfreundschaft heraus und hoffe, dass dich mein Beschrieb ebenso verzaubern mag. Der Place Djemaa el-Fna ist der zentrale Punkt in der Medina, der Altstadt von Marrakesch, und gleichzeitig der grosse Marktplatz auf dem sich alles abspielt. Zahlreiche Highlights dieses magischen Treibens erwarten die kauffreudigen Touristen. Wer sich unvoreingenommen darauf einlässt, wird belohnt! Der Markt, so scheint es mir, ist ein Ort, an dem die Geschichte und auch die gesellschaftliche Kultur lebendig wird – er ist atemberaubend und überwältigend zugleich. Wenn du zudem durch die zahlreichen engen Gassen schlenderst, wirst du nicht nur von der unerschöpflichen Menge an Waren und intensiven Düften von allerlei Gewürzen und exotischen Früchten in deren Bann gezogen. Man lernt die Stadtbewohnenden als sehr gastfreundlich und fröhlich kennen. Ein überwältigendes Markterlebnis bieten die Märkte innerhalb der Märkte: Die Souks bilden das Herz von Marrakesch. Märkte, die sich in hunderten sehr engen Gassen über mehrere Viertel der Innenstadt erstrecken. Hunderte von Ständen reihen sich dicht aneinander und bilden einen wahren Dschungel der Verführungen: Schmuck, Schuhe, Kleider, diverse Handwerkskunst und Lebensmittel dicht an dicht, alles verlockende Versuchungen für mich. Da weiche ich besser rasch auf jene Gassen aus, wo typisch orientalische Lampen, Möbel und Teppiche verkauft werden. Doch es nützt nichts. Man verliert sich und wird berauscht von den eigenen Sinnen und irgendwann wird man schwach und lässt sich zu einem schmucken Souvenir überreden. Natürlich zu einem guten Preis. Fragt sich nur für wen. Hihi. Das sich freundlich ansprechen lassen von Händlern oder auch das sich verirren im wahrsten Sinne des Wortes ist Programm: Inmitten des Gewirrs von zahlreichen Gassen, fleissigen Markttreibenden, miauenden Katzen, vorbeirauschenden Mofafahrenden und tausenden Eindrücken der faszinierenden Souks muss man sich einfach treiben lassen. Loslassen. Den Augenblick bewusst erfahren und verloren gehen. Denn das passiert dir in den Souks beim ersten Mal. Darauf ist Verlass; zumindest mehr als auf meine ungeübten Verhandlungskünste. Zurück auf dem Marktplatz herrscht noch immer ein reges Treiben: Wenn die Dämmerung eintritt, erwacht der Markt aufs Neue: Langsam füllt sich der Platz mit etlichen Essensständen, magischen Musikern, feiernden und singenden Familienverbänden vom Kind bis zur Grossmutter, faszinierenden Hennakünstlerinnen und sonderbaren Schlangenbeschwörern. Es scheint als wollen sie die Touristen erneut hypnotisieren. Und es funktioniert. Man kann sich diesem orientalischen Spektakel aus Tausend und einer Nacht nicht entziehen (1). Ich habe mich nie unwohl, bedrängt oder unsicher gefühlt und mir lag viel daran, dieser fremdartigen Kultur mit Respekt zu begegnen. Mit Erfolg! Die Gastfreundschaft war überwältigend und wir erfuhren sogar fürsorgliche Momente in dieser orientalischen Märchenstadt. Über die Jahrhunderte hinweg haben sich hier verschiedene Kulturen und Traditionen vereint, was zu einer einzigartigen Atmosphäre führt. Es ist ein atemberaubendes Erlebnis, das alle Sinne anspricht. Dies war wohl nicht immer so: Denn der riesige Hauptplatz «Djemaa el Fna» bedeutet übersetzt «Platz der Gehenkten». Er wurde 2001 als erster Ort in die UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen. Zu Recht! Heute nennt sich der Platz Gauklerplatz und er wird seinem Namen gerecht. Aber durchwegs im positiven Sinne! Dabei kommt mir eine schöne Fabel aus Tausendundeiner Nacht in den Sinn, die zu diesem Blogartikel wunderbar passt: Die Geschichte vom klugen Fischer. Darin geht es um einen Fischer, der von einem reichen Kaufmann einen grossen Goldschatz geschenkt bekommt. Anstatt sich über den Reichtum zu freuen, entscheidet sich der kluge Fischer jedoch dafür, weiterhin seinem einfachen Leben als Fischer nachzugehen und den Goldschatz zurückzugeben. Die Fabel lehrt uns, dass wahres Glück und Zufriedenheit nicht durch Reichtum und Besitz erreicht werden können, sondern vielmehr durch Einfachheit und Dankbarkeit für das, was man bereits hat. Sie zeigt einmal mehr, dass es wichtig ist, im Hier und Jetzt zu leben und die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Die Stadtbewohnenden scheinen dies bewusst zu leben. Aus einfachsten Dingen kreieren sie wunderbare Schätze und erfreuen sich an ihrer geliebte Frühstückssuppe genau so wie über einen unverbindlichen Austausch mit zwei neugierigen Damen aus der Schweiz :-). Lässt sich ein kleines Souvenir, welches ich kaufen musste, wohl auch unter die «kleinen Dinge im Leben» subsumieren? Bestimmt! Obschon ich mir nun dieses überflüssige, niedliche und überteuertes Souvenir kaufte, fühle ich mich vor allem bereichert durch eine wunderbare neue Erfahrung in meinem Leben, die ich mit einem ganz lieben Menschen teilen durfte und an die ich mich jederzeit gerne zurückerinnern werde. Auch Dank des niedlichen Souvenirs, welches mich im Alltag daran erinnern soll. Klein aber oho! (1). Natürlich sind auch mir gesellschafts- und tierwohltechnische Gepflogenheiten aufgefallen, die mir wehtaten und die ich nirgends auf dieser Erde gutheisse, doch für jene wichtigen Diskurse gibt es geeignetere Plattformen. Uns begegnete man immer mit den gebührenden Respekt und das ist eine Erfahrung, die ich nie mehr missen möchte. Ich würde diese wunderbaren Menschen und diese faszinierende Stadt jederzeit wieder mit viel Freude besuchen. Urheberrechtlicher Bildhinweis: Dieses wunderbare Bild stammt von Boris Macek und wurde im Oktober 2023 aufgenommen. 86. Blogbeitrag
Licht und Schatten sind ein faszinierendes Phänomen, das sowohl physikalisch als auch philosophisch betrachtet werden kann. Physikalisch gesehen entsteht Schatten, wenn Lichtstrahlen von einem undurchsichtigen Objekt blockiert werden. Dies geschieht, wenn das Licht auf ein Objekt trifft und von diesem absorbiert oder reflektiert wird. Die Bereiche, die nicht vom Licht erreicht werden können, erscheinen dann dunkel - das sind die Schatten. Philosophisch betrachtet haben auch verschiedene Denker ihre Gedanken zu Licht und Schatten geäussert. Thich Nhat Hanh, ein buddhistischer Mönch und Friedensaktivist, betont oft die Bedeutung des Bewusstseins für das Verständnis von Licht und Schatten. Er argumentiert, dass wir das Licht erst wirklich schätzen können, wenn wir auch die Dunkelheit erlebt haben. Immanuel Kant, ein bedeutender Philosoph der Aufklärung, betrachtete Licht und Schatten als Metaphern für Erkenntnis und Unwissenheit. Er argumentierte, dass das Licht des Wissens die Schatten der Unwissenheit vertreibt. Ich habe heute eine eigene wunderbare Erfahrung gemacht, welche aufzeigt, wie wichtig der Schatten sein kann als Basis des Erkennens. Das meine ich nicht nur im metaphysischen Sinn, aber lass mich erst davon berichten: Als ich heute durch den Wald lief, erspähte ich wieder einmal eine süsse kleine Pfütze. Ich mag es, was sich alles darin spiegelt, denn normalerweise läuft man achtlos daran vorbei. Das ist schade, finde ich. Und heute bin ich froh drüber, dass ich seit meinem 30. Blogbeitrag Pfützen liebe. Ich konne es kaum erwarten, mir dieses kleine Pfützchen näher anzusehen. Werde ich darin Leben entdecken oder erblicke ich darin ein wunderbares Spiegelbild des Waldes, der Vögel der Wolken oder der Sonne? Du wirst es kaum glauben, aber zum ersten Mal verblendete die Sonne das Spiegelbild der Wasseroberfläche, so dass ich nichts darin erkennen konnte. Zumindest fast nichts, den der Schatten eines barmherzig anmutenden Baumes fiel auf einen kleinen Teil der Pfütze. Und nur in jenem kleinen Teil in Form eines schmalen Schattens erkannte ich den zauberhaft verspiegelten Wald darin. Ohne Schatten hätte ich nichts erkennen können. Solche Erlebnisse entzücken mich jedes Mal. Und es freut mich, dass ich diesen erhellenden Moment bildlich festhalten konnte :-). Es liess mich den restlichen Weg über die Bedeutung von Schatten und Licht nachdenken und mir wurde bewusst, dass das Eine ohne das Andere nicht existieren kann. Sie sind untrennbar miteinander verbunden und gleich wertvoll oder nützlich. Gut so! Wenn man nun Schatten als Metapher für Krisen nutzen wollte, wäre das ein unglaublich tröstlicher Gedanke, findest du nicht auch? Mehr! 82. Blogbeitrag
Vor einigen Wochen kam ich durch zwei besondere Menschen - Frank und Sabine - aus meinem Umfeld in Berührung mit einer Achtsamkeitsvariante aus Australien, von welcher ich noch nie zuvor hörte: Dadirri. Es handelt sich um einem Begriff aus der Sprache der Aborigines in Australien und bezieht sich auf eine tiefe, innere Stille und Achtsamkeit gegenüber der Natur und dem eigenen Inneren. Es ist eine respektvolle Art des Zuhörens und des Verbindens mit der Welt um uns herum (1). Spannend, was es sonst noch für Varianten der Achtsamkeitspraktiken gibt. Frank und Sabine sind als lebensberatende Coaches unterwegs und haben Dadirri für sich und für ihr Klientel entdeckt. Ich wurde neugierig und besuchte sie in ihrer Praxis "Dadirri Lebenswert" in Mägenwil. Ich liebe es, den Arbeits- und Lebensraum von anderen Menschen zu besuchen. Das sagt viel über ihre Persönlichkeit aus. Für mich ist es auch eine schöne Achtsamkeitspraxis per se, dies bewusst wahrzunehmen und sich für das Gegenüber zu interessieren und auch mal nachzufragen. Ich fühlte mich vom ersten Augenblick an sehr wohl bei ihnen. Die Räumlichkeiten strahlten sehr viel Wärme und Wohlbefinden aus. Ich wurde empfangen von einem Lichtermeer an Kerzen und feinem Teegeruch. Intensive Bilder, spannende Figuren und eine spezielle Dekoration in Form eines Straussenkopfes regten sogleich zu einem spannenden Gespräch an. Frank lernte ich vor Jahren in einem anderen Kontext und so entstand ein wunderbarer Austausch, wofür ich sehr dankbar bin. Der Abend verging wie im Fluge. Inspiriert mit vielen guten Gedanken und Gefühlen ging ich wieder nach Hause. Da meine Achtsamkeitsinspiration von einem anderen Kontinent her stammte, wollte ich wissen, was der Unterschied dieser beider Praktiken ausmacht. Ich fasse es für dich gerne wie folgt zusammen: Dadirri als Konzept der indigenen australischen Kultur bezieht sich auf die tiefe innere Stille und das Zuhören zur Natur. Es ist eine Lehre, die es ermöglicht, eine tiefere Verbindung zur Natur und zu sich selbst herzustellen. Auf der anderen Seite steht die buddhistische Achtsamkeitslehre nach Thich Nhat Hanh, die sich auf das bewusste Gewahrsein des gegenwärtigen Moments konzentriert. Sie lehrt uns, mit voller Aufmerksamkeit und ohne Urteil im Hier und Jetzt zu sein. Während Dadirri stärker auf die Verbindung zur Natur abzielt, betont die Achtsamkeitslehre nach Thich Nhat Hanh die Verbindung zu uns selbst und zu anderen Menschen. Beide Konzepte haben jedoch gemeinsam, dass sie uns helfen, bewusster und achtsamer zu leben. Zweimal dasselbe, aber aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Wie inspirierend! Ich finde es wunderbar, wie diese beiden erfahrenen Persönlichkeiten mit ihrem lebensbegleitenden Coachings und Retreats ihren Weg gefunden haben. Und es war befruchtend, zu erfahren, wie Achtsamkeit am anderen Ende der Erde gelebt wird. Wir haben uns bestimmt nicht zum letzten Mal ausgetauscht und ich wünsche dem Powerpaar sowohl privat als auch beruflich von ganzem Herzen nur das Allerbeste. (1) Frank verwies mich freundlicherweise auf diese Textquelle, welche den Sinn von Dadirri auf den Punkt bringt. Besten Dank für diese wertvolle Ergänzung 81. Blogbeitrag
David Chipperfields Erweiterungsbau für das Kunsthaus Zürich ist ein Besuch wert! Hinter der futuristischen Gebäudefassade kannst du wunderbare Kunst ab dem Jahr 1960 entdecken. Von Minimal Art zu faszinierenden expressionistischen Werken bis hin zu wunderschönen impressionistischen Bildern (teilweise leider auch aus der umstrittenen Sammlung von Emil Bührle). Gleich zu Beginn befindet sich verborgen hinter einer Wand einen Wald der speziellen Art. Es ist Pipilotti Rists «Pixelwald». Viele laufen an dem unscheinbaren Tunnelausgang vorbei... Das ist schade, denn dahinter verbirgt sich ein einzigartiges Walderlebnis, sofern man den Eingang findet. Und sofern man neugierig und mutig genug ist, unbekannte Wege zu beschreiten... Wenn du den Pixelwald vorbehaltlos erleben möchtest, dann empfehle ich dir, ab hier nicht mehr weiterzulesen und dir demnächst dieses berauschende Erlebnis zu gönnen! Wenn man in den magischen Pixelwald eintaucht, scheint man mit ihm zu verschmelzen: Tausende von bunten Lichter tanzen gemeinsam im Takt, manchmal pulsierend, manchmal wild und chaotisch, manchmal sanft über den ganzen Wald gleitend wie eine sanfte Sommerbrise. Immer akustisch begleitet von Geräuschen oder kunstvollen Klängen. Unerwartet und intensiv zu gleich. Tausend Gedanken und Gefühle zugleich, welche mich durchströmten. Ich empfand dieses akustisch ansprechende und intensiv lichtdurchflutende Erlebnis als unglaublich anregend und faszinierend. Es war wie ein Bad in einem nie enden wollenden Lichtermeer und als ich den Wald satte 20 Minuten später verliess, fühlte ich mich wie frisch verliebt: Eine wohlige Energie strömte durch meinen ganzen Körper. Jetzt kommt mir spontan in den Sinn, dass diese Wirkung auch allein durch die 3000 buntleuchtenden LED-Lampen mittels Elektromagnetismus hätten ausgelöst werden können. Hätte ich besser im Physik- und Biologieunterricht aufgepasst, bräuchte ich kein Faktenblatt vom BAG (1), um mich davon zu überzeugen, dass nicht Elektromagnetismus, sondern das Kunstwerk und ich in corpore diese wunderbar intime Wirkung in mir auslöste. Nun denn. Ich strahlte auch ohne elektromagnetische Nebenwirkungen über beide Backen nach diesem inspirierenden und völlig unerwarteten Ausflug in (m)einen Zauberwald :-). Neugierig wie ich bin, wollte ich am nächsten Tag in Erfahrung bringen, was die Künstlerin mit ihrem Werk aussagen möchte. Die Künstlerin Pippilotti Rist meinte, dass der Pixelwald die Art und Weise zeige, wie menschliche Synapsen funktionierten. Sie wollte damit das Innere nach aussen kehren. Das Publikum solle durch diesen wunderbaren Pixelwald wandern können, als bewege es sich durch ein Gehirn (2). Faszinierend. Nicht wahr, lieber Spock? In diesem Kontext ist mir klar, weshalb dieser einzigartige Wald derart intensiv leuchtet und klingt. Ich fühlte mich verzaubert, inspiriert und glücklich um diese unerwartet bereichernde Erfahrung. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob man die Bedeutung des Pixelwaldes vorher kennt oder nicht. Er entfaltet seine künstlerische Kraft von sich aus. Wer sich ebenso wie ich allein in diesen Pixelwald traut, findet auch hier dasselbe wie in jedem anderen Wald wieder: Sich selbst (3). Und das ist weit mehr als ein Besuch wert! Trau dich, es lohnt sich! (1) Faktenblatt vom BAG zu LED-Lampen und möglichen Gesundheitsrisiken (2) Pipilotti Rist ist eine Schweizer Videokünstlerin, die farbenfrohe audiovisuelle Installationen schafft. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit Themen wie Geschlecht, Sexualität und dem menschlichen Körper. Sie ist nota bene eine der bekanntesten Gegenwartskünstlerin der Schweiz. Und mir gefällt speziell, dass sie ihren Künstlervorname «Pipilotti» an den Charakter «Pippi Langstrumpf» anlehnt. Und das sieht man ihren Werken auch an. Sie strotzen voller kindlicher Freude und Kreativität. Mir sind zwar die meisten ihrer Werke zu experimentell, aber ihr Pixelwald begeistert mich immer wieder von Neuem! Der bunte Mast ("Tastende Lichter") zwischen dem Neubau und dem Hauptgebäude vom Kunsthaus Zürich (du entdeckt es in meiner Gallerie im Spiegelbild über der Haupttüre) stammt ebenso von ihr und entfaltet seine ganze Wirkung in der Dämmerung. Dem Vulkanier Spock hätte dieses futuristische Design ganz bestimmt gefallen! (3) Das weiss ich schon seit meinem 16. Blogbeitrag. 77. Blogbeitrag
Ich liebe den Wald. Es gibt aber auch Momente, wo ich lieber in den Bergen wäre. Dies aus zwei Gründen: Stille und Aussicht. Die absolute Stille in den Bergen ist ein unbeschreibliches Gefühl vor Ort. Es ist eine Stille, die ganz tief berührt. Die Berge sind dadurch für mich eine Oase der Ruhe, was es zu einem idealen Rückzugsort macht. Kein Handyempfang, keine schlechten News, rein gar nichts! Mein liebster Aussichtspunkt in den Bündner Bergen liegt bei Muottas Muragl. Von dort aus hat man eine atemberaubende Panoramaaussicht auf die umliegende Landschaft der Schweizer Alpen. Übrigens ist es ein absoluter Geheimtipp für ein Zusammensein mit seinen Liebsten (1). Ab und zu verspüre ich das Bedürfnis, mich von allen und allem zurückzuziehen. Dann brauche ich diese Stille mit der Aussicht nach Ruhe und Frieden. Ich muss dazu nicht unbedingt in die Berge fahren. Es reicht auch vollends, einfach mal seine Seelenfenster zu schliessen. Keine schlechten News, keine Pessimisten, rein gar nix. Einfach mal den äusseren Einflüssen entfliehen... Der Achtsamkeitsmönch Thich Nhat Hanh liefert auch hier mal wieder eine wunderbare Metapher dazu: "Unser Geist ist wie eine Hütte mit offenen Fenstern. Der Wind weht herein und kann dadurch alles durcheinander wirbeln". Unsere Gedanken und Gefühle seinen dann wie die Gegenstände in der Hütte, die vom Wind unkontrollierbar hin und her geworfen werden können. Es ist eine Metapher für die Unbeständigkeit des Lebens und wie äussere Einflüsse (siehe Blog 53) unsere innere Ruhe stören können. Die Geschichte lädt uns ein, achtsam zu sein und uns bewusst zu werden, wie wir mit den Herausforderungen des Lebens umgehen. Wir sollten bei Bedarf öfters den Mut haben, unsere Seelenfenster mal zu verschliessen und sich nicht andauernd durch jedwelche analogen oder digitalen Medien oder Menschen beeinflussen zu lassen. Zur Ruhe zu kommen durch Stille mit der Aussicht auf inneren Frieden für all das, was uns da draussen noch an Herausforderungen auf uns warten mag. Das sind doch gute Aussichten... Drum: Mach Schluss für heute, leg dein Handy weg, mach es dir irgendwo gemütlich und geniesse die friedliche Stille in dir. (1) Die Villa Lyss auf Muottas Muragl bietet Chaletfeeling pur mit atemberaubender Aussicht! 74. Blogbeitrag
Wartest du auch so gerne im Wartezimmer auf deinen Zahnarztbesuch ? Nein? Dann ist dieser Blogbeitrag wie geschaffen für dich! Der Gang zum Zahnarzt treten Viele bei ersten Beschwerden an. Doch selbst die saubersten Beisserchen benötigen dentalhygienische Pflege. Somit ist es ein notwendiges Übel. Warum das Unvermeidbare nicht grad für etwas Sinnvolles nutzen? Als ich letzthin beim Zahnarzt ins Wartezimmer gebeten wurde, ergatterte ich mir den letzten freien Platz und betrachtete die wartenden Mitleidenden: Eine Dame kaute nervös an ihren Lippen rum und ein anderer Herr starrte stoisch auf den Fussboden. Der meiste Anblick bot sich mir aber mit kollektiv Surfenden auf ihren Handys. Letztendlich wartet man gemeinsam auf einen eher unangenehmen Termin, das böte Diskussionsstoff. Doch jemanden beim Googeln zu stören, ist unanständig. Ja, leider zücken die Meisten nach einigen Minuten ihr geliebtes Handy. Daran ist ja auch nichts falsch. Aber es gäbe Spannenderes zu erleben: Man könnte sich die Zeit nehmen, die wunderbar geduldsamen Pflanzen im Zimmer innig zu betrachten, deren faszinierenden Blätter zu zählen (und dabei bitte nicht einschlafen). Oder man geniesst achtsames Atmen (siehe Blogbeitrag 55) oder freut sich über die gewonnene Pause mit schönen Gedanken. Egal, für welche Beschäftigung du dich entscheidest, das genussvolle Warten scheint die Zeit zu verlangsamen - zumindest für unsere Wahrnehmung. Das ist durchaus positiv, denn ich habe es auch gar nicht so eilig mit den bevorstehenden Zahnarztmeeting. Ich gäbe den anderen Wartenden sogar den Vortritt :-). Wenn man bedenkt, wie wir durch unser Leben hasten, könnten wir dankbar sein für solche Pausen: Wenn man der Handyverlockung widerstehen kann, kann man diese Wartezeit für wunderbare achtsame Momente nutzen. Gemeinsam mit den Wartenden oder für sich alleine. Einfach einmal entschleunigen und durchatmen! Der nächste Grad wäre dann das Achtsamkeitstraining während eines Zahnarztbesuchs. Aber ich schaffs bisher nur, mich mit den notwenigen Schmerzen während der Behandlung anzufreunden und mir unentwegt zu versichern, dass das jetzt nötig sei und es mir danach besser gehe. Und siehe da: Die Schmerzen sind tatsächlicher erträglicher. Und dennoch: Während der Zahnarztbehandlung wünschte ich mir sehnlichst, dass die Zeit etwas schneller verginge (im Gegensatz zum Warten im Wartezimmer). Aber nicht zur die Zeitempfindung per se, sondern auch Zeit ist ein ganz spezielles Thema für sich. Wenn dich das interessiert, dann lies meinen 37. Blogbeitrag. Und sonst wünsch ich dir für die Wartezeit auf deinen nächsten Zahnarzttermin entspannende Entschleunigungsmomente pur, ganz viele schöne Gespräche und/oder guten Gedanken. 69. Blogbeitrag
Alles der Reihe nach. Beginnen wir mit Waldbaden, welches in aller Munde ist. Was steckt dahinter? Der Ursprung des Waldbadens stammt aus Japan und wird dort «Shinrin Yoku» genannt, was wörtlich übersetzt so viel bedeutet wie «Eintauchen in die Waldatmosphäre». Es geht um das bewusste Verweilen im Wald – mit dem Zweck sich zu erholen und zu stärken. Shinrin Yoku ist in Japan seit vielen Jahrzehnten etabliert und schulmedizinisch anerkannt. Waldbaden ist dort sogar eine eigene wissenschaftliche Disziplin, die an Universitäten und Hochschulen gelehrt und erforscht wird. Studien haben dort gezeigt, dass regelmässige Aufenthalte im Wald dazu beitragen können, das Immunsystem zu stärken und die Abwehrkräfte des Körpers zu verbessern (1). Wie badet man im Wald? Ganz einfach, indem man darin eintaucht. Mit allen Sinnen geniessen lautet die Devise. Und ganz nach deinem persönlichen Geschmack. Hier habe ich ein paar Anregungen für dich: 1. Lass dich einfach mal treiben. Bleib dort stehen, wo etwas Sinnliches dich erwartet. Setz dich dort hin, wo du magst. Gehe dort weiter, wo dich die Neugierde vorantreibt. 2. Lausche einmal nur den Naturgeräuschen mit geschlossenen Augen. Wenn du deine Augen wieder öffnest, erfreue dich der Farbenpracht des Waldes. Vielleicht entdeckst du genau in diesem Moment den letzten Tanz eines herabfallenden Blattes. Bewundere dieses Schauspiel, heb es auf und riech einmal daran. Die beruhigenden Walddüfte bewusst wahrzunehmen ist einfach wunderbar. Rieche auch einmal an einem Stein oder an einem Stück Holz. 3. Wenn du Glück hast, dann hörst du das Rascheln der Bäume und spürst denselben Wind, der dich zärtlich auf deine Wangen zu küssen scheint oder neckisch mit deinen Haaren spielt. 4. Bestimmt triffst du auch eine Pfütze an. Schau mal hinein und entdecke ihre versteckte Schönheit. Ich erblicke darin meistens den wunderbaren Himmel und nenne sie daher gerne himmlische Pfützen (siehe Blogbeitrag 30). 5. Du kannst dich auch auf einen Baumstumpf setzen und versuchen, dich mit dem Wurzelnetzwerk der Bäume zu verbinden. Mir ist das auch schon einmal gelungen im 5. Blogbeitrag. Es gibt auch wunderbar breite Baumstämme, auf denen man einfach so verweilen kann. Ein Baumstumpf kann aber auch kreativ genutzt werden. Sammle ein paar flache Steine und versuche, eine S(t)einbalance zu kreieren (ich erklär dir im Blogbeitrag 40, wie das geht). 6. Der Wald ist voller Leben. Manchmal braucht es etwas Geduld und Ruhe, bis sich die scheuen Tiere zeigen. Tipp: Schau auch mal auf den Boden und staune, wieviele Insekten zu Fuss unterwegs sind - genau wie du. Ich habe gelesen, dass Waghalsige sogar barfuss durch den Wald laufen aber ich weiss nicht so recht, ob ich das ständige Pieksen ignorieren könnte. Lieber trage ich bequeme Schuhe und achte mich darauf, dass keine Tierchen meinetwegen Schaden nehmen. Das ist am Morgen immer eine ziemliche Herausforderung, weil dann noch besonders viele gehäuste Schnecken unterwegs sind. All das kurbelt den Parasympathikus, unseren sogenannten „Nerv der Ruhe“ an. Und so tauchen wir idealerweise in eine tiefe Entspannung ein und regenerieren Körper und Geist. Weisst du, was das Beste an der ganzen Sache ist. Waldbaden funktioniert überall gleich gut. Gerne zitiere ich meinen eigenen Spruch an dieser Stelle aus dem 16. Blogbeitrag: «Egal durch welchen Wald ich laufe, ich finde immer wieder zu mir zurück». Und hier noch der vielleicht wichtigste Tipp ganz am Schluss: Waldbaden ist genau wie das herkömmliche Baden etwas sehr Persönliches und Intimes. Es mag daher gut sein, dass du dich vielleicht gestört oder gehemmt fühlst, an einem Stein zu schnüffeln und den verwirrten oder gar bemitleidenswerten Blick von Vorbeilaufenden zu riskieren (eigentlich sollte das ja auch egal sein). Dann such dir kleinere, unwegsamere Wege durch den Wald. Manchmal sind die besten Stellen fernab vom Weg (2). Waldbaden funktioniert nur, wenn du dich zu 100% darauf einlässt und vollends entspannen kannst. Erst dann entfaltet es seine volle Wirkung. Ganz ohne Esoterik. Einfach du und der Wald und nix anderes! Es muss aber auch nicht immer die Vollbadvariante sein. Waldduschen geht aus :-). Du musst nur nach einem Regenschauer durch den Wald spazieren. Mit etwas Wind, welche die versteckten Regentropfen aus ihren blättrigen Verstecken locken, eröffnet sich ein neues Erlebnis. Neu ist das auch im wahrsten Sinne des Wortes. Das Wort Waldduschen kennt Google noch nicht. Ich glaube, ich habe soeben eine neue Disziplin kreiert :-). Das ist nicht dasselbe wie im Regen durch den Wald laufen. Es geht um das Lichtspiel von Sonne und übriggebliebenen Regentropfen, die über, auf oder neben mir ihre sinnliche Route fortsetzen. Es geht um den Geruch des Waldes nach dem Regen. Es geht um ein bewusstes Geniessen dieser harmonischen Verbindung zwischen Himmel und Erde. Und irgendwo dazwischen spazieren viele Menschen durch den Wald. Viele geniessen den Wald, einige davon erleben sogar bewusst den Wald. Aber nur wenige Fortgeschrittene sind eins mit dem Wald und genau so ein intensives Erlebnis wünsche ich dir von Herzen bei deinem nächsten Spaziergang durch den Wald. (1) Es gibt eine wachsende Anzahl von Studien, die die positive Wirkung des Waldbadens auf die Gesundheit und das Wohlbefinden belegen. Einige der wichtigsten Studien sind: 1. "Shinrin-yoku (Waldbaden) und seine Wirkungen auf das Immunsystem und das autonome Nervensystem" von Qing Li et al. Diese Studie untersuchte die Auswirkungen des Waldbadens auf das Immunsystem und das autonome Nervensystem und fand heraus, dass es zu einer signifikanten Steigerung der natürlichen Killerzellen und einer Verringerung des Stresshormons Cortisol führte. 2. "Effects of forest bathing on cardiovascular and metabolic parameters in middle-aged males" von Bum-Jin Park et al. Diese Studie untersuchte die Auswirkungen des Waldbadens auf kardiovaskuläre und Stoffwechselparameter bei mittelalten Männern und fand heraus, dass es zu einer signifikanten Senkung des Blutdrucks und der Herzfrequenz führte. 3. "Psychological effects of forest environments on healthy adults: Shinrin-yoku (Waldbaden) as a possible method of stress reduction" von Yoshifumi Miyazaki et al. Diese Studie untersuchte die psychologischen Auswirkungen des Waldbadens auf gesunde Erwachsene und fand heraus, dass es zu einer signifikanten Reduzierung von Stress, Angst und Depression führte. (2) Aber achte dich auch auf unangenehme Reisegefährten wie hungrige Zecken. Nach jedem Waldbaden ist Duschen (oder aber ein Bad in der herkömmlichen Badewanne) ein absolutes Muss! 66. Blogbeitrag:
Das Paradox unserer Zeit ist: Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger. Wir machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude. Wir haben grössere Häuser, aber kleinere Familien. Wir nutzen mehr medizinische Möglichkeiten, aber werden immer kränker. Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht mehr, wie man lebt. Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben. Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn. Wir planen mehr, aber erreichen weniger. Wir haben gelernt schnell zu sein, aber wir können nicht warten. Wir sprechen zu viel und hören nicht mehr zu. Wir schauen zuerst nur für uns selbst und vergessen, worum es in Beziehungen eigentlich gehen sollte. Es ist die Zeit des schnellen Denkens und der langsamen Vereinsamung, der grossen Narzissten und der kleinkarierten Seelen, der leichten Profite und der schwerwiegenden gesellschaftlichen Probleme der heutigen Zeit. Wars das? Sind wir am Ende? Schauen alle nur noch für sich allein? NEIN! Es gibt Hoffnung. Es gibt noch genug Menschen da draussen, sich noch für andere Menschen einsetzen. Genug davon wehren sich beherzt gegen Ignoranz und mangelndem Mitgefühl. Gottlob! Ich durfte diese Woche ein solches Wunder hautnah miterleben. Lass mich kurz davon berichten: Ich bin mit meiner Mutter Teil einer Altdeutschen Mops Community (ich habe im Blog 29 und 35 von unserer Hündin berichtet). In dieser Community ist an diesem Montag ein Tier namens Eddy entlaufen. An seinem Ferienplatz am ersten Tag. In unbekanntem Terrain. Verzweiflung pur machte sich breit, da die Hundeeigentümer im Auslandsurlaub verweilten. Die Community aus beherzten Damen und Herren machte sich kurzerhand daran, alles zu tun, damit Eddy wieder gefunden werden kann. Vier Tage lang wurde geweint, gedruckt, verteilt, geklebt, gesucht. Man hatte diese vier Tage mit Hilfe der Eigentümer im Urlaub fast 24 Stunden lang Suchtruppen, Spürhunde und Drohnen organisiert. Fast 24 Stunden lang war irgendjemand aus der Community vor Ort. Es war ein Hoffen und Bangen. Ein Warten und Beten, Ein Ringen um positive Gedanken bis endlich der erlösende Anruf kam, dass Eddy am Freitag von einer Dame einige Dörfer weiter (!) aufgegriffen werden konnte. Unglaublich, aber wahr. Du hättest diese riesigen Steine ebenso hören können, die uns und der ganzen Community von Herzen gefallen sind! Es mag viel zu viele Gegensätze zwischen uns Menschen geben, aber es gibt eben auch zahlreiche Gemeinsamkeiten und auf die sollten wir uns mehr fokussieren. Und genau das ist es, was eine Community ausmacht: Sie zeichnet sich durch Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und Engagement aus. Man verfolgt gemeinsame Ziele und Ideale. Man setzt sich gerne freiwillig für das Wohl der Gemeinschaft ein. Letztendlich ist es die gemeinsame Verbindung und das Gefühl der Zugehörigkeit, die eine Community stark macht. Und genau diese Zusammengehörigkeit mit einem gemeinsamen Ziel hat letzthin zum Erfolg geführt. Eddy ist wieder wohlbehütet daheim und alle sind überglücklich. Vielleicht erscheint es dir paradox, dass Leute sich unterstützen, die sich zwar noch nie gesehen haben, aber miteinander weinen. Die sich noch nie vorher gehört haben, aber miteinander alles versuchen, bis der geliebte Hund wieder bei seinen Eigentümern daheim ist. Was kann man aus dieser Geschichte lernen. Da draussen mag diese paradoxe Welt spinnen. Aber es gibt immer und überall das Gute auf dieser Welt. Und dafür lohnt es sich zu kämpfen (1). Auch wenn es einmal nicht um einen selbst geht. Gerade deswegen! Danke, liebe Community vom Möpsli-Plausch für diese wertvolle Erfahrung, die ich für immer ganz tief in meinem Herzen tragen werde! Und weiter so! (1) Samweis Gamdschie von der Filmtrilogie «Herr der Ringe» wusste das auch schon. Ein toller Filmcharakter!! Blogbeitrag 65
Vor gut einem Monat wurde ich Zeuge eines wunderbaren Moments im Wald. Ich lief durch den Wald, begleitet von zierlichen Schmetterlingen. Wenn sich die flatternden Schönheiten einen Ruhemoment gönnen, bietet sich die einmalige Chance, sich die bezaubernden Tiere in der Nähe anzusehen. Das Objekt meiner Begierde landete auf einem Farn und schon wollte ich die Kamera zücken. In diesem Moment erhaschte eine kecke benachbarte Brennessel meine Aufmerksamkeit durch einen verwunschenen Staubausstoss ihrer zarten Blüte. Das fragile Staubwölkchen verflüchtigte sich im Moment des Erblickens. Ganz entzückt von diesem sonnendurchfluteten Schauspiel verpasste ich den Wegflug des Schmetterlings. Viele verpassen einen Wegflug eines Schmetterlings. Aber wieviele wissen dadurch, dass es sich lohnt, einer lichtdurchfluteten Brennessel genau dieselbe zärtliche Aufmerksamkeit zu schenken als einem zauberhaften Schmetterling? Es können nicht ebenso viele sein. Google beweist es: Es gibt tausende Schmetterlingsbilder. Aber ich habe kein einziges Bild einer stäubenden Brennesselblüte gefunden. Kein Wunder. Es bleibt nicht genügend Zeit dieses spontane Spektakel zu betrachten und gleichzeitig bildlich festzuhalten. Und weisst du was, das finde ich gut so. Multitasking macht weder Sinn noch Spass (1). Dieses schöne Ablenkungsmanöver der beherzten Brennessel habe ich gerne live in Kauf genommen. Was für ein schöner Moment. Seither betrachte ich Brennesseln in einem ganz anderen Licht. Ein brennender Gedanke liess mich nach diesem Happening für den Rest des vergnüglichen Spaziergangs nicht mehr los. Weshalb schenke ich einem Schmetterling mehr Beachtung als einer Brennessel? Dankeschön, liebe Brennessel für den Anschauungsunterricht, dass wir sehr wohl unsere Bedeutung in Dinge reininterpretieren. Und dass diese stäubende Brennessel für mich vorher schlichtweg nicht exisiert hat! Danke, lieber Platon (Blog 57) und lieber Kant (Blog 73) für mögliche Erklärungsansätze für diese Phänomene. Und danke liebe Pippi Langstrumpf für den philosophisch angehauchten Ohrwurm, der mich nach dieser Erkenntnis bis vor meine Haustüre begleitete: «Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt». (1) Ich schreibe im Blog 43 darüber. Blogbeitrag 64
Sollte man sich nicht mindestens einmal im Leben verlieben? Unbedingt! Müsste man Hawaii einmal im Leben besucht haben (1)? Natürlich! Und stell dir vor, beides geht auch in genau dieser Kombination. Ich kann das seit meinem Hawaiiurlaub bezeugen! Aber alles der Reihe nach: Hawaii ist eine faszinierende Inselgruppe mitten im Pazifik, welche zu den USA gehört. Nur acht der rund 130 Inseln sind erschlossen – etwa 1,4 Millionen Menschen leben hier. Hawaiis Natur ist atemberaubend und viele Pflanzen- und Tierarten gibt es nur hier. Das Landschaftsbild auf Big Island ist stark von den fünf Vulkanen dominiert, die teilweise aktiv und sich bis zu 4.205 Meter über das Meer erheben. Sie sind gleichzeitig Zeugnisse der Hawaiianischen Geschichte (2), welche von den gewaltigen Naturkräften bestimmt wurde. Das Alltagsleben im alten Hawaii wurde durch den Glauben an die Götter bestimmt. Man musste sich an die Kapus (Regeln, Verbote) halten. Durch den tief verwurzelten Glauben an die Götter, welche für das Auftreten von Naturkatastrophen, wie Vulkanausbrüche verantwortlichen waren, wurde eine Missachtung der Kapus mit dem Tode bestraft. Das hat sich gottlob geändert. Aber noch heute werden Traditionen und Mythen gelebt (3). Eine davon ist der Vulkangöttin Pele gewidmet. Pele gilt nicht nur als Göttin der Zerstörung, sondern spiegelt die Dualität des Vulkanismus wieder, die darin liegt, dass Vulkanausbrüche neues Land entstehen lassen. Nirgendwo sonst wird das so deutlich wie auf Hawaii, denn dort reicht selbst die kurze Zeitspanne eines Menschenlebens aus, um zu erkennen, dass die Schöpfung unseres Planeten ein offenes Kapitel ist. Das zeigt sich auch in dem Beinamen der Göttin: "Die, die das Heilige Land formt". Sie formt es dort, wo die Lavaströme ins Meer münden. Auf Hawaii wurde mir mehrmals bestätigt, dass Pele noch heute offenbar jeden verflucht, der Lavagestein von der Insel mitnimmt. Tatsächlich häufen sich im Visitor-Center der Nationalparkverwaltung von Hawaii Rücksendungen von Lavasteinen, die vom Pech verfolgte Touristen zurückschickten. Ich bin zwar nicht abergläubisch. Dennoch brachte ich Pele ein paar schöne Glückssymbole und Steine mit - dies im Sinne einer Wertschätzung dieser wunderbaren Kultur gebenüber. Selbstverständlich liess ich auch die Finger vom Lavagestein. Man weiss ja nie… Die wichtigsten Begriffe des Glaubens im alten Hawaii waren und sind noch immer Aloha (Liebe), Ohana (Familie, Zusammenhalt (4)) und Kokua (Hilfsbereitschaft). Sie sind alle eine Familie, die sich hilft und liebt. Mich beeindruckte vor allem das gelebte Aloha. Darauf will ich näher eingehen: Aloha ist nicht nur ein Grusswort oder ein Mythos, es ist eine Lebenseinstellung. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Die Gegenwart des Atems“. Alo bedeutet Präsenz/Gegenwart und hâ bedeutet Atem. Es ist liebevolle Lebensfreude pur. Es geht auch darum, diese Liebe zu allem in jeden Moment zu erleben. Aloha ist pure Liebe, die du für dich selber empfinden und weitergeben kannst. Liebe kann Konflikte und Widerstände auflösen und zur Antwort auf so viele Fragen werden. Liebe ist unendlich. Liebe ist immer da. Und es ist eines der wenigen Dinge, die sich vermehrt, wenn man es miteinander teilt :-). Es steckt so viel Liebe und Freude in uns und in dieser Welt – trotz all den heutigen politischen und gesellschaftlichen Irrungen und Wirrungen. Versuche mal, dir gegenüber und deinem Umfeld mehr von diesem liebevollen Alohaspirit zu leben. Das macht süchtig und ist im höchsten Grad ansteckend. Und weisst du warum? Weil es sich anfühlt wie frisch verliebt. Du glaubst mir nicht? Probiers mal selber aus und verlieb dich noch heute :-). Und nun wünsche ich dir viel Freude mit dieser neuen wunderbaren Art des Verliebens - Aloha! (1) Trotzdem ist Hawaii nicht meine Lieblingsinsel. Neugierig? Dann lies es im Blog 33 nach). (2) Es lohnt sich, die Geschichte Hawaiis zu erforschen. Dahinter steckt viel Wunderbares, viel Schmerz, Umsturz, aber auch wirtschaftlicher Aufschwung und das wichtige Kapitel im Zweiten Weltkrieg, wo die Japaner am 7. Dezember 1941 einen Überraschungsangriff auf Pearl Harbor auf Oahu starteten. Die gelebten Mythen, die Regeln von Ohana, das gelebte Kokua und der Alohaspirit findet man auch noch ausserhalb der touristischen Hotspots. Und auch heute ist vereinzelt der Wunsch der Hawaiianer nach Unabhängigkeit und teilweise nach der Rückkehr von der Monarchie zu spüren: Ein Zeichen für diesen stillen Protest ist die Flagge, die auf dem Kopf gehisst wird. Hier findest du eine gelungene Zusammenfassung. (3) Hier findest du eine Auswahl von Mythen. Es ist auch eine wunderbare Website, falls du einen Hawaiiurlaub planen möchtest. (4) Ohana bedeutet familiärer Zusammenhalt. Denn die Ohana ist das größte Gut, was wir besitzen. Auch heute noch. Ohana ist nicht nur Deine blutsverwandte Familie, sondern vielmehr die Menschen, die Dir das Gefühl von Familie geben. Das können Freunde, Verwandte, Bekannte, aber auch Nachbarn oder Arbeitskollegen sein. Alles ist Ohana, was Du in Deiner Ohana haben möchtest. Es beinhaltet aber auch Verhaltensregeln und klare Grenzen, wer zu Ohana gehört und wer eben nicht. 62. Blogbeitrag
Ich hatte soeben das grosse Privileg, Hawaii mit eigenen Sinnen zu erleben. Am liebsten würde ich all meine wunderschönen Erfahrungen und Gedanken mit dir teilen. Es wäre zuviel des Guten. Darum picke ich eines heraus: Ich genoss es sehr, entlang des farbenprächtigen und berauschenden Meeres schlendernd dem spielerischen Wellentanz des Ozeans zuschauen zu dürfen. Selbst der fiktive Vulkanier Spock aus der TV-Serie Raumschiff Enterprise wäre fasziniert gewesen. Fasziniert auch von Wellen im engeren Sinne. Was sind Wellen? Darunter kannst du dir eine Störung in einem Medium vorstellen, die sich mit einer festen Form und konstanter Geschwindigkeit fortbewegt. Wellen sind ein essenzieller Bestandteil des menschlichen Lebens: Vom Licht, das du zum Sehen brauchst, zum Schall, das du zum Hören brauchst, bis hin zum Internetsignal, das du zum Surfen im Internet brauchst, alles sind Wellen. Auch im einem höheren Sinne verlieren sie keineswegs ihre Faszination: Der Achtsamkeitsmönch Thich Nhat Hanh hat sie als Beispiel fürs Intersein (siehe Blog 49) gebraucht mit einer schönen Metapher einer Welle im Ozean. Die Metapher besagt, dass Erleuchtung erreicht wird, wenn eine Welle - ein individuelles Bewusstsein - erkennt, dass sie Teil des grösseren Ganzen ist, nämlich des Ozeans. Nicht suchen, sondern erkennen! Wenn wir erkennen, dass wir nicht getrennt von unserer Umgebung oder anderen Lebewesen existieren, sondern dass wir alle miteinander irgendwie verbunden sind, dann erreichen wir seines Erachtens eine tiefere Ebene des Bewusstseins. Wir sollen also nicht irgendwo oder bei irgendwem nach Sinn und Erleuchtung suchen. Wir müssen sie nur in uns selber erkennen? Tönt gut. Vielleicht zu gut? Wenn du Lust auf eine etwas verspieltere Version einer ähnlichen Metapher hast, dann schau die den Disney Film "Soul" aus dem Jahre 2020 an. Er erzählt die Geschichte eines Jazzpianisten, der auf der Suche seines Lebensziels vergisst, was wirklich zählt. Über Umwege in eine Welt zwischen dem Hier- und Jenseits realisiert der suchende Musiker am Ende, dass der Sinn nicht in der Erfüllung eines Lebenstraums ist, sondern dass das Realisieren des wundersamen Lebens selber die Erfüllung ist (siehe auch Blog 60). Der Film nutzt als Metapher nicht die obig genannte Welle, sondern einen Fisch im Wasser, dessen Traum der Ozean ist, bis ihm klar wird, dass er dort schon längst ist. Das bedeutete, dass wir alles bereits haben, was wir brauchen. Wir müssen es nur für uns erkennen! Wunderschöne Gedanken, nicht wahr? 59. Blogbeitrag
Reinhard Mey gehört zu den bekanntesten deutschen Liedermachern. Mit seinem Lied "Über den Wolken" wurde er 1974 in Deutschland berühmt. Da war ich gerade mal ein Jahr alt. Die Sehnsucht nach dem Fliegen, die im Lied beschrieben wird, ist damit zu erklären, dass Reinhard Mey selber Sportmaschinen flog. Sie ist mit Themen wie "Innerer Frieden" und auch "persönliche Freiheit" verknüpft. Das Überwinden von Ängsten und Sorgen, die Sehnsucht nach der „Leichtigkeit des Seins“ schwingt mit, wenn Mey seine Eindrücke auf einem kleinen Flughafen beschreibt und einem Flieger beim Abheben zusieht. Ich kann diese Begeisterung nur im physikalischen Sinne teilen: Auf ein Flugzeug wirken im Prinzip vier physikalische Kräfte ein: Die Schwerkraft zieht es nach unten, der Auftrieb wirkt nach oben und hält das Flugzeug in der Luft. Der Vortrieb bewegt das Flugzeug vorwärts, der Widerstand bremst es. Ist der Auftrieb grösser als die Schwerkraft ist, hebt das Flugzeug ab. Und doch ist es irgendwie unglaublich, dass das schwere Ding sich in der Luft halten kann. Nun gut. Wenn ich allerdings selber in einem Flugzeug sitze, verflüchtigt sich diese Begeisterung. Von Leichtigkeit kann keine Rede sein. Dabei steigt mehr als Ehrfurcht in mir hoch und es bilden sich Ängste und Sorgen. Der Gedanke, keine Kontrolle über den Verlauf des Fluges zu haben, missfällt mir. Fliegen ist eine gute Übung, um loszulassen und sich achtsam um die Angst zu kümmern (siehe Blog 55 zum Thema Atemtechnik). Das Unbehagen umarme ich dann ganz ganz doll und liebevoll. Und doch: Ich bin froh, wenn ich wieder sicheren Boden unter den Füssen habe. Etwas Gutes haben Flüge an sich: Sie bringen dich rasch an ferne Orte. Naja, mir bleibt wohl auch nichts anderes übrig. Denn ich habe das Glück, sowohl San Francisco als auch Hawaii zu besuchen und schon in ein paar Tagen gehts los! Da nehme ich die unbehaglichen Gefühle gerne in Kauf. In Anbetracht der langen Flugdauer hätte ich genug Zeit, dieser leichten Form von Flugangst auf den Zahn zu fühlen (sofern ich Lust dazu verspüre oder der Leidensdruck zu hoch würde). Ich könnte allerdings auch erst mal schauen, was für ein ablenkendes Entertainmentprogramm im Angebot ist :-). Es wird schon alles gut gehen und ich freue mich bereits auf die vielen einzigartigen Momente an einem ganz anderen Ort auf dieser wunderbaren Erde. Meine Flugangst schicke ich nach der Landung direkt in den Urlaub. Sie ist noch immer eine verlässliche Begleiterin und dürfte auch dieses Mal pünktlich zum Heimflug zu mir zurückkehren.... 58. Blogbeitrag
100 Jahre Badenfahrt: WOW! Was für ein berauschendes Fest! Ein regionaler Meilenstein! Völlig ungezwungenes Beisammensein! So viele tolle Menschen zelebrierten das Glücklichsein! Ich hatte sogar das grosse Vergnügen, zweimalig in verschiedenen Perspektiven das Fest geniessen zu können (das durfte ich schon einmal erleben und festhalten im Blog 21). An der heissbegehrten 100-jährigen Badenfahrt wollen einfach alle irgendwie dabei sein. Mit Unterstützung der genialen Grand Casino Baden Joy "Afterwork-Clique" ergatterte ich für unsere Band sogar einen heissbegehrten Auftrittsslot am Fest. Trotz hochsommerlichen Temperaturen heizten wir den Zuschauenden mit unserem Groove ordentlich ein. Das Publikum dankte es mit tosendem Applaus und Begeisterung. Glückseligkeit pur! Tags darauf erlebte ich das Fest als Besucherin. Mir hatte es besonders die bezaubernde Promenade entlang der Limmat angetan. Ein cooler Ort für Hitzetage. Die emsigen Vereine sorgten für kurzweilige Augenblicke und verführten die Sinne mit ihrer kulinarischen Vielfalt. Zahlreiche Besuchende schlenderten gutgelaunt und entspannt den inspirierenden Vereinsbauten entlang. Es war berauschend und beglückend zugleich. Ich war sicher nicht die Einzige, die jede Minute hinsichtlich der vergangenen belastenden Pandemiejahre besonders bewusst genoss. Es war ein Baden im Glück in fast jeglichem Sinne des Wortes: Es fehlte noch ein beherzter Sprung ins kühlende Nass. Doch ich bevorzugte das heisse Bad in der Festmenge. Hoffentlich bleibt es so! 53. Blogbeitrag
Es lohnt sich, eine bunt schimmernde Seifenblase genauer zu betrachten. Licht wird einerseits direkt an der Oberfläche reflektiert, andererseits an der Unterseite (Innenseite) der Seifenhaut reflektiert. Beide Lichtanteile überlagern sich (interferieren) mit Abschwächung oder Verstärkung bestimmter Spektralanteile wobei der unterschiedliche Blickwinkel zu unterschiedlichem Farbeindruck führt. Typischerweise verlaufen die Interferenzmuster geradlinig, insbesondere wenn die Seifenhaut in Ruhe ist. Bläst man gegen die Seifenhaut und sorgt für Verwirbelungen in der Dicke der Seifenhaut, so zeigen sich auch im Interferenzmuster Turbulenzen. Ich erkenne im letzten Satz Parallelen zu meinem Leben. Wie sieht das bei dir aus? Was wirbelt deine Gedanken stärker durcheinander? Eigene oder fremde Einflüsse? 51. Blogbeitrag
Joy Denalane ist eine deutsche Soul- und R&B-Sängerin, die angloamerikanische und afrikanische Musik kombiniert. Ich stiess auf sie wegen ihres wunderbaren Motown Albums "Let yourself be loved" (1). Mit viel Freude erfuhr ich von ihrem Konzert im Kaufleuten. Ihre Songs aus ihrem aktuellen Motown Album "Let yourself be loved" (das untere Bild zeigt das tolle Plattencover) standen auf dem Programm. Allerdings in einem anderen Setting: Wo Schlagzeug, Bass und Keys den Ton angeben, übernahmen Geige, Kontrabass, Piano, Violoncello und Klarinette. So wurde ich Zeugin eines emotional-groovigen Erlebnisses, welches die Grenzen zwischen Soul und Klassik in grösster Harmonie sprengte. Dass ich das Konzert bewusst alleine besuchte, schien ebenso grenzüberschreitend zu sein: Da treffe ich auf erstaunte Blicke, wenn ich davon berichte. Schade. Gelegentlich alleine die Welt zu erkunden, macht Spass! Absolut nachahmenswert - egal, was andere davon halten mögen. (1) Wenn du mehr von dieser tollen Künstlerin lesen und hören magst, dann besuche meinen 92. Blogbeitrag. Dort stelle ich dir ein weiteres Album von ihr vor :-). 50. Blogbeitrag
1’577’880’000 Sekunden habe ich bis jetzt erleben dürfen. So betrachtet scheint es nicht viel zu sein. Und doch habe ich in meinen bisherigen 50 Jahren unzählig schöne Momente erleben dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar. Und an meinem Geburtstag sind weitere schöne Momente dazugekommen. Ich durfte meine liebsten Menschen an meinen Lieblingsort im Engadin entführen und verzauberte sie mit vielen wunderbaren gemeinsamen Momenten. Es war mir ein Bedürfnis, allen Dankeschön zu sagen und das hat sich wunderbar angefühlt. Schon Seneca wusste: „Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ Ich möchte mir das noch stärker zu Herzen nehmen und möglichst viele meiner noch bevorstehenden Sekunden bewusst erleben. Rein statistisch betrachtet bleiben mir noch weitere 110’4516'000 Sekunden. Da wäre es doch jammerschade um jede verschwendete, d.h. unachtsam verstrichene Sekunde nicht wahr? Umso mehr setze ich lieber auch hier auf Qualität als Quantität. Achtsam leben macht sich bezahlt. Ich brauche keine Zeit, um mein Glück zu finden. Ich brauche auch kein Geld, um etwas besitzen zu müssen, was mich glücklicher machen könnte. Ich bins einfach jeden Tag, sofern ich mich daran erinnere, mein Glück anzuzapfen. Auch das Wunder des Moments, am Leben zu sein beflügelt mich jeden Tag, sofern ich innehalte und mich achte. Natürlich gibt es Tage, da gelangen Achtsamkeit und Ausgewogenheit in den Hintergrund, aber diese Tage werden immer weniger. Und auch hierfür bin ich unendlich dankbar! 47. Blogbeitrag
Joseph Mallord William Turner RA (1775 - 1851) war ein Londoner Maler, Aquarellist und Zeichner. Wikipedia fasst wunderbar zusammen, was ihn auszeichnet: «Er gilt als der bedeutendste bildende Künstler Englands in der Epoche der Romantik. Landschaften und Seestücke waren seine bevorzugten Themen, dem Licht und der Atmosphäre galt dabei sein besonderes Interesse. Weil seine Darstellungsweise bis zur Entmaterialisierung des Gegenständlichen ging und er das Licht und die Farbe von Sonnenlicht, Feuer und Wasser in ganz neuartiger Weise zum eigentlichen Thema seiner Bilder machte, beeinflusste er stark die Impressionisten…». Der grösste Teil seiner ausgestellten Gemälde ist in den Londoner Museen zu sehen. Ich durfte während einer privaten Tour durchs Tate Museum in London viele seiner Werke mit blossem Auge erblicken! Trunken vor Glück versuchte ich die grossartigen Werke zu fassen, aber das ist gar nicht so einfach. Die Schönheit seiner Landschaftsbilder rauben mir fast den Versand. Sie erfüllen mich mit Ehrfurcht vor der unfassbaren Vollkommenheit der Natur. Ausserdem hat er die Industrialisierung malerisch festgehalten und das macht seine Werke auch vom historische Kontext aus wertvoll. Turners Bilder haben mich sogar dem Himmel nähergebracht. Dahinter verbirgt sich eine witzige Anekdote, die du in meinem 19. Blogbeitrag nachlesen kannst. Eine himmlisch gute Geschichte – versprochen! 46. Blogbeitrag
London bei strahlendem Sonnenschein ist ein selten schönes Erlebnis. Nur mit Handgepäck für fünf Tage zu packen und zugleich für alle Wetterkapriolen gerüstet zu sein, ist für mich eine grosse Herausforderung. Das ist es immer – unabhängig von der Koffergrösse und Reisedauer. Ich nutze jeden Winkel des Gepächstücks. Ich packe einfach gerne vorausschauend und gewinne dadurch Flexibilität vor Ort. Ich hätte London auch bei strömendem Regen genossen. Ich hätte dann wohl mehr Pubs kennengelernt und wär mehr shoppen gegangen. Doch Vorsicht vor Fehlkäufen. Mein Tipp: Wenn man bereits mit vollem Gepäck anreist, widersteht man eher der Versuchung, etwas zu kaufen, was man nicht braucht. Klar hätte ich meinen Regenschirm zuhause lassen können und bei Regen einen mit dem Bild der Queen aus dem Souveniershop kaufen können. Aber ich mag lieber meine gewohnten Sachen dabeihaben und lasse mir nicht gerne vorschreiben, was ich wann kaufen muss im Falle eines Platzregens. Wenn ich mich dann für einen tatsächlich schöneren Regenschirm in London verliebe, kann ich meinen alten zurücklassen. Meine eigenen Sachen mitzunehmen erspart mir viele unliebsame Shoppingerfahrungen und schafft Raum für die wirklich wichtigen Dinge, wie jeden Moment in der seltenen Sonne Londons mit meinen Mitreisenden zu geniessen. Und es kann ja kommen was mag, ich bin dann optimal darauf vorbereitet. Und sonst reagiere ich halt auch mal spontan. 45. Blogbeitrag
Ich war schon einige Male in Wien und bin immer wieder von Neuem begeistert von dieser vielseitigen Stadt. Mir gefällt es, mit unterschiedlichen Personen dieselben Ort zu besuchen. Dadurch entdeckt man Neues und man lernt sein Gegenüber noch besser kennen. Dieses Mal war ich mit meiner besten Freundin dort. Wir erlebten magische Pferdeshows, Mozarts atemberaubendes Requiem, das prunkvolle Schönbrunn und all die weiteren bekannten architektonischen und kulinarischen "Pflicht"-Meilensteine. Doch wir liessen wir uns auch spontan in einem Feinkostgeschäft von süsslichem Essiggeschmack verführen oder himmelten wie zwei Teenager die maskulinen Stars im Madame Tussauds Museum an, um danach Skechers shoppen zu gehen. Einmal kauften wir im Lebensmittelladen neben an worauf wir grad Lust hatten und das führte dann zu einen spontanen Dinner in unserem Hotelzimmer mit Chips/Schokolade/diverse Senfs/Wurst- und Käse mit Brot. Wir fühlen uns wie im siebten Himmel. Und das Schöne daran ist, dass es das nächste Mal wieder ganz anders schön sein wird. |
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