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43. Blogbeitrag
Gehörst du auch zu Jenen, die mehrere Dinge auf einmal erledigen wollen? Es funktioniert bei mir nicht. Es gibt auch genügend Studien, die belegen können, dass die Wirksamkeit jeder Tätigkeit für sich gesehen abnimmt, wenn man sie kombiniert ausübt. Ich hatte letzthin das Bedürfnis nach einer meinen geliebten achtsamen Waldspaziergängen als mein Handy klingelte. Neugierig nahm ich das Gespräch entgegen und prompt wurde ich gedanklich aus dem Wald geschleudert - inmitten des Waldes. Lustigerweise fiel mir das erst auf, als ich wieder vor meiner Haustüre stand und das Gespräch beendet hatte. Ich hatte den Wald kaum wahrgenommen. Ich finde das ein wunderbares Beispiel für nichtgelebte Achtsamkeit. Denn ich war auch nicht mit vollster Aufmerksamkeit beim Gespräch, da ich mich nicht im Wald verlaufen wollte. Im Bewusstsein, dass Leben nur im gegenwärtigen EINEN Augenblick stattfindet ist es für mich wichtig geworden, zu entscheiden, wem oder was ich mich in jener Sekunde widmen will. Ich falle zwar immer wieder in mein multitaskisches Muster zurück, aber mich erinnert auch meine Nichtachtsamkeit fast genau so stark daran, achtsamer zu leben. Ist das nicht wunderbar, wenn Unachtsamkeit an die Achtsamkeit erinnert?
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42. Blogbeitrag
Letzthin besuchte ich mit einer Freundin die Sonderausstellung «Giacometti-Dali Traumgärten» im Zürcher Kunstmuseum. Im Mittelpunkt steht die Konstruktion eines grossen, nie realisierten Projekts für einen Garten. Eine spannende Kooperation zweier Ausnahmekünstler. Ich mag Giacomettis stehenden Frauen, schreitenden Männer und düstern Portraits, die wohl den zerrütteten Zustand der modernen Menschheit darstellen könnten. Salvador Dali gilt als der bedeutendste Künstler des Surrealismus. Seine surrealistischen Bilder beinhalten als Themen das Unterbewusstsein und die Träume. Doch sein exzentrisches Verhalten sowie sein Spätwerk führten vielfach zu Kontroversen bei der Bewertung seiner Person und seiner Werke bis in die Gegenwart hinein. Dalí`s Hang zu dem überweichen, des zerfliessenden Materiums zeigt sich in vielen Bildern. Viele Gegenstände in seinen Bildern brauchen Stützen, um in Position gehalten zu werden. Die Krücken könnten auch die Gebrechlichkeit symbolisieren, die Dalí den Menschen zuschreibt. Kunst liegt im Auge des Betrachters und mich fasziniert es, wenn ich Kunst im Alltag erlebe oder während Ausflügen entdecke. Wie meine beiden unteren Aufnahmen von stützenden Bäumen. Egal ob in der Schweiz oder in London (wo ich die beiden Bäume entdeckte), ich begegne so immer wieder Dalí. Und wenn man in den Städten die gehetzten Menschen vorbeirauschen sieht, erkennt man auch Giacomettis Vermächtnis. 40. Blogbeitrag
Als ich durch den Wald schlenderte, entdeckte ich mit Freuden auf verschiedenen Baumstümpfen Steinhäufchen. In der Annahme, dass diese weder der Orientierung dienen noch einen religiösen Zweck verfolgen baute ich auch ein ästhetisches Steinhäufchen. Solche Steinhäufchen werden als Steinbalance bezeichnet, bei der Steine so auf- oder gegeneinander platziert werden, dass sie sich ausbalancieren. Monate später wiederholte ich das Spiel an einem Flussufer, begleitet von einer Mongolin. Als wir uns später über unsere Werke austauschten, schwärmte sie davon, wie sehr sie mit jedem Stein wertvolle Gedanken verband, welche sie Stein um Stein tiefer in ihre glückliche Kindheit zurückversetzte. Inspiriert von ihr warte ich nun auf eine weitere Gelegenheit, meinen ersten Steinhaufen zu bauen, der nicht nur schön anzuschauen ist, sondern auch zugleich mich perfekt ausbalanciert. Das hiesse dann mit just einem "t" weniger Seinbalance anstelle von Steinbalance - hihi! Nachtrag: Magst du eine schöne Geschichte über das Thema hören? Dann klicke hier und hör die 4. Geschichte "Das Geheimnis der Steinhaufen" aus Band 1 an :-) 39. Blogbeitrag
Das malerische St. Moritz ist ein traumhaft schöner Ort, um mit den besten Freunden den runden Geburtstag eines lieben Menschen zu feiern. Mein neuer Exmann und ich sind seit 20 Jahren Teil dieses wunderbaren Freundeskreises. Nach 20 gemeinsamen Jahren ist man auch in geschiedenem Zustand noch ein eingespieltes Team: Da wir uns noch immer gut verstehen und uns gar als «happily divorced» bezeichnen, war für uns klar, dass wir uns problemlos ein Hotelzimmer mit getrennten Betten teilen können. Zumal wir beide nicht liiert sind, hätte es auch noch niemanden stören können . Ich bin sehr stolz darauf, dass wir es trotz Scheidung geschafft haben, eine ideale Kombination von notwendiger Distanz und Vertrautheit zu leben. Letztendlich hat man sich einmal geliebt. Gefühle verschwinden nicht einfach, sie verändern sich. Es macht mich traurig, wenn ich beobachte, wie heftig sich die meisten Geschiedenen vehement bekämpfen und sich dadurch mit Hass mental unnötig länger aneinander fesseln. Ich weiss, dass viele Umstände eine harmonische oder zumindest faire Trennung/Scheidung erschweren oder gar verunmöglichen können. Und trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es besser ist, einen vernünftigen Weg zu definieren, um sich respektvoll voneinander trennen zu können, wenn die Zeit reif ist. Wie das geht, muss jede/r für sich selber entscheiden. Ich habe mich für eine «step-by-step»-Variante entschieden, da ich die Trennung initiierte und dadurch mental einen Vorsprung hatte, welchen ich mit Zeit, Verständnis und Geduld für meinem Exmann auszugleichen versuchte. Aber auch ich selber brauchte diese Zeit. Was spricht dagegen, einander in emotional herausfordernden Situationen in einem vertretbaren Mass zu unterstützen? Denn eine Trennung tangiert und verletzt beide. Eigentlich wäre es so einfach: Man sollte das Gegenüber so behandeln, wie man es selber gerne hätte. Bei uns hat das wunderbar funktioniert. Ich hätte mich aber auch auf keinen Kampf eingelassen, der eh schon verloren ist. Natürlich sind meine Harmoniebedürftigkeit und das mitfühlende Gedankengut von Thich Nhat Hanh sehr hilfreich gewesen. Aber ein gesunder Menschenverstand wäre auch ausreichend, um vernünftig und moralisch korrekt zu handeln. Selbst wenn es sich um so etwas Emotionales wie eine Scheidung handelt. Es kann funktionieren, wenn man(n und frau) will! Ja, ich will! 35. Blogbeitrag
Notfälle sind unvermeidlich und oft unvorhersehbar. Wie reagiert man in solch einer Situation? Starr vor Schreck oder blitzschnell reagierend? Man weiss es erst, wenn der Notfall eintritt. Ich durfte diese Erfahrung mit einem Happy End erleben. Als die Hündin meiner Mutter ins 1,5m tiefe Eiswasser eingebrochen ist und zu ertrinken drohte, reagierte ich auf den Hilferuf meiner Mutter blitzschnell und stürzte mich ins frostige Nass um die Hündin zu retten. Ich zögerte keine einzige Sekunde. Das süsse Welpchen benötigte fast zwei Stunden gut eingehüllt am Ofen, bis sie sich wieder erholt hatte. Ich bin wirklich überglücklich, dass ich fähig war, sofort zu reagieren und das gibt mir auch Selbstvertrauen, in jeder anderen Notsituation adäquat reagieren zu können. Die Bindung zur Hündin meiner Mutter hat sich – beiderseits – intensiviert und ich geniesse bewusst jede Minute mit ihr – Wär meine Mutter nicht zufälligerweise im Winter im Garten gestanden, es hätte wohl niemand die Notlage vom Hausinnern aus erkannt und so danke ich der wahren Heldin dieser Geschichte für ihr ausgezeichnetes Gespür, welches ihrer Hündin das Leben rettete. 34. Blogbeitag
Angesichts der schweren OP meiner Mutter suchte ich akribisch nach einem Glückssymbol als Zeichen, dass alles gutgehen wird. Mit der Zeit fiel mir auf, wie mir der Wind zärtlich über meine Wange streichelte und mir ins Ohr zu flüstern schien: "Du brauchts kein Symbol, um darauf vertrauen zu müssen, dass alles gutgehen wird." Nach einem Moment erkannte ich es. Natürlich braucht ich das nicht! Bin ich froh, dass ich vorher nicht fündig wurde. Ich hätte das unbescholtene Pflänzlein achtlos ausgerissen, es wäre vor seiner Zeit verwelkt, nur um mich meiner Unsicherheit und Angst nicht stellen zu müssen. Dabei ist es viel schöner, gesunde und lebendige Kleeblätter dabei zu beobachten, wie sie im Wind miteinander hin- und herschwingen. Nun hätte ich tausend vierblättrige Kleeblätter sehen können, keines davon hätte durch mich Schaden genommen alleine wegen meiner Unsicherheit. Ich genoss diese Erkenntnis und vertraute darauf, dass alles gutgehen wird. Meiner Mutter geht es den Umständen entsprechend wieder einigermassen gut und ich stehe das nächste Mal einfach dazu, dass ich sie nicht verlieren will. Es gäbe eh nicht genug Kleeblätter auf dieser Welt, die mir diese urtümliche Angst nehmen könnte. Vielleicht ist alles ganz anders...? Denn mit Thays Vorstellung nach dem Intersein können wir uns ja gar nie verlieren. Mehr dazu kannst du im 49. Blogbeitrag nachlesen. Nachtrag: Kleeblätter lassen sich übrigens auch intuitiv finden. Siehe Blog 93 :-) 2. Nachtrag: Magst du eine schöne Geschichte über das Thema hören? Dann klicke hier und hör die 9. Geschichte "Die Pechsträhne der dunklen Gestalt" aus Band 1 an :-) 33. Blogbeitrag.
Auf den isländischen Musiker Onafur Arnalds bin ich erneut durch die Algorithmen von Spotify gestossen und ich war begeistert (im Blog 7 hab ich ähnliches berichtet). Wo Björk mir zuweilen etwas zu experimentell daherkommt, birgt Onafurs Musik mehr Harmonie im Gesamtkontext. An seinem Konzert im KKL hat er mir mehreren Keyboards und wenigen klassischen Musikern mit Hilfe von ausgeklügelten Lichteffekten fasziniert. Er selber blieb als Person im Hintergrund (im Gegensatz zu Björk). Auch mal gut. Ich stehe mit meiner Faszination für diese beiden Musiker in meinem persönlichen Umfeld alleine da. Das ist absolut okay so. Ich vermute, dass man isländische Musizierende wohl erst dann versteht, wenn man selber einmal Zeuge der wilden Inselschönheit wurde. Ich besuchte Island vor über 10 Jahren und ich habe seither keine schönere Insel gesehen. Hierbei messe ich Island an Hawaii, Guadeloupe, karibischen Inseln, Mauritius, Sri Lanka, Curacao und Sardinien. Mich hat das mystische Ambiente, die Ruhe, die unendlichen Weiter der prachtvollen Landschaften und die Vielseitigkeit der Insel überrascht. Etwas Schöneres wie das Gebiet Landmannlaugur habe ich noch nie gesehen. Mir schweben zwar noch die amerikanischen Nationalparks im Kopf rum, aber das wären dann keine Insel. Ich bleibe dabei. Es ist und wird wahrscheinlich für mich die beeindruckendste Insel bleiben die ich sehen durfte. Aber bestimmt werde ich noch weitere talentierte isländische Musizierende entdecken, die nicht weniger faszinierend sein werden. Oder ich entdeckt weitere schöne Inseln? Mal sehen, was zuerst kommt... 32. Blogbeitrag
Wieder einmal darf ich mit meiner Familie zwei Wochen lang im sonnigen Florida verweilen. Für regelmässige Disneybesuchende gibt es viele spannende Themen zu entdecken. Auch für Wissenschaftsinteressierte ist immer was dabei: Angefangen von der History über das Engineering oder der gigantische Logistik, cleveren Massenlenkung bei überfüllten Parkarealen oder subtilen Geruchssteuerung in bestimmten Ecken des Parks. Es ist spannend den Park bewusst in verschiedenen Facetten zu entdecken. Eine weitere Achtsamkeitsübung ist das Suchen von sogenannten Hidden Mickeys. Das ist das Icon für Mickey Mouse wie du es im Bild unten sehen kannst. Sie sind überall zu finden. Auf den Strassen, in Dekorationen, an Fassaden, einfach überall. Man muss stellenweise schon sehr genau hinschauen, um diese zu entdecken. Nebenbei ist der grösste Gewinn dieses Unerfangens das bewusste Entdecken dieser magischen Welt. Man bleibt bei einem verzierten Stein stehen, haltet inne, atmet tief ein und aus, freut sich über die Entdeckung und lässt sich durch nichts von dieser inneren Ruhe ablenken. Absolut empfehlenswert. Für mich sind diese Hidden Mickey ein achtsames Mittel zum Zweck: Es ist einzig und allein der magische Moment, der zählt! 31. Blogbeitrag
Ich habe das grosse Glück, in einem verspielten Umfeld eingebettet zu sein. Wie wäre es mit einer Auszeit aus dem Ernst des Lebens während des wöchentlichen Einkaufs? Schon die NZZ weist in ihrem Artikel vom 29.3.2019 darauf hin, dass auch Erwachsene doch nur spielen wollen. Spielen sei gut fürs Gehirn und für das soziale Miteinander. Wie wahr. Als ich letzthin in der Migros meine Karte vor den Scanner hielt, meinte meine Nichte neckisch, ob ich denn errate, welcher Self-Scanner für mich aufblitzen werde? Was für ein spielerischer Gedanke, der mich sofort packte. Ich nenne es "Achtsames Self-Scanner-erraten". Kicher. Seither versuche ich und meine Miteinkaufende immer zu erraten, welche Lampe aufblitzen könnte. Einmal landete ich tatsächlich einen Treffer! Beflügelt von meinem Erfolg schritt ich in die Migros und kaufte mir was Schönes zur Belohnung. Wahrscheinlich hätte ich es mir so oder so gekauft :-). 30. Blogbeitrag
Thich Nhat Hanh hatte ein wunderbares Talent, komplexe Dinge bildhaft zu erklären, Ein wiederkehrendes Thema in seinen Büchern war, wie man Kompost nutzt, um Blumen gedeihen zu lassen. Einerseits als Metapher für den immerwährenden Kreislauf aller Dinge und andererseits als Wegweiser, wie man aus Leiden und schwierigen Zuständen Einsicht, Mitgefühl und innere Freiheit gewinnen kann. Verwandlung geschieht für ihn nur langsam durch Achtsamkeit. Nach einem achtsamen Waldspaziergang richtete ich mein Augenmerk auf den Boden auf der Suche nach meinem «Kompost». Dabei fielen mir die unscheinbaren Pfützen auf, welche den Himmel widerspiegeln und erkannte darin die Parallelen zum Kompost. Seither betrachte ich jede Pfütze liebevoll und geniesse, was ich darin erkenne (1). Hier einige Auszüge aus einem kleinen Buch mit Bezug zum Kompost: «Lerne Kompost in Blumen zu verwandeln.» «Wenn wir unser Leiden zu umarmen und zu transformieren wissen, können wir Schmerz in Glück und Weisheit verwandeln.» «In uns existieren Ärger, Traurigkeit und Sorgen ebenso wie Liebe und Verstehen. Wir gleichen darin einem Garten. Wenn Blumen verblühen, werden sie zu Kompost und auf diesem Kompost wachsen wunderbare Blumen. Dein Leiden ist dein Kompost: deine Traurigkeit, deine Verzweiflung, deine Eifersucht, deine Ablehnung. Ebenso wie deine Blumen – Verstehen, Liebe, Verzeihen – ist dein Leiden etwas Organisches». Quelle: Thich Nhat Hanh, Sei liebevoll umarmt. Achtsam leben jeden Tag. Ein Begleiter für alle Wochen des Jahres. Kösel Verlag München, 12. neugestaltete Aufl. 2019, ISBN 978-3-466-34748-3 (1) Wenn du Lust auf eine weitere wunderbare metaphysische Erkenntnis im Zusammenhang mit Pfützen hast, dann empfehle ich dir meinen inspirierenden 86. Blogbeitrag. 23. Blogbeitrag
Ich mag es, meine Freundinnen zu überraschen. Sei es, mit ihnen in einem alten VW-Bully ein Wiesenpicknik zu veranstalten oder sie zu einem Fonduetucktuck in der Stadt Zürich zu entführen. Da sich bei mir in diesem Jahr alles um Reflexion und Achtsamkeit drehte, wollte ich diese Erfahrung mit ihnen teilen. Wir tauschten unser Innerstes mitteln Coachingkarten aus, diskutierten miteinander und genossen die Vertrautheit zwischen uns. Es ist ein Geschenk, gute Freundinnen zu haben. Wie jede andere Beziehung bin ich davon überzeugt, dass man auch diese hegen und pflegen soll, damit sich ihre befruchtende Wirkung entfalten kann. Ich weiss auch schon jetzt, was ich im nächsten Frühling tun kann, um meine beste Freundin zu überraschen. Neugierig? Dann notiere dir den 25.3.2024 und du wirst es dann erfahren. 21. Blogbeitrag Im vorherigen Blog schwärmte ich von unseren Tonstudioaufnahmen und dem entstandenen Album, welches auf Spotify zu hören sind. Wir haben aber auch Youtubevideos gemacht und daraus ebenfalls später auf Spotify ein Lifealbum veröffentlicht. Ich finde, man hört und sieht uns die Spielfreude an. Aufgenommen beim Waldweidfest. Es war unser erstes Openair nach der Pandemie. Unsere Vorband spielte mit entspannten Gesichern und ich genoss mein Bierchen im friedlich miteinander schaukelndem Publikum. Es war magisch. Aber auch die Bühnenperspektive war berauschend, als ich selber auf der Bühne stand. Die Leute sahen ebenso entspannt aus. Es braucht nicht viel für einen perfekten Abend. Egal, von welcher Perspektive her man es betrachtet. Das ist übrigens auch für anderen Lebenslagen ein nützlicher Tipp: Mehrere Perspektiven einzunehmen ist immer hilfreich. PS. Man kann auch mehrperspektivisch geniessen. Wie das geht? Im Blog 58 verrate ich es dir... 20. Blogbeitrag
Ich bin seit meiner Jugend in Musik und Bands involviert und liebe es, als Sängerin, Songwriterin und Managerin Freude zu verbreiten. In meiner aktuellen Bandformation bin ich seit einigen Jahren glücklich unterwegs. Wir lieben es, powervollen Funk und Soul live on stage zu performen. Aber ich/wir schreiben auch selber Songs. Und so kam es, dass wir in den ehrwürdigen Studiohallen vom Powerplay Studio im Maur einige Tage lang Aufnahmen machen und ein Livekonzert geben durften. Dasselbe Sofa wie Prince benützt haben zu dürfen war halb so spektakulär wie die schöne gemeinsame Erfahrung als Band oder die professionelle Aufnahme meines ersten eigenen Songs (hör dir die Aufnahme meines Song "Destinys Road" an beim Blog 9). Ich bin sehr dankbar für meine Musikalität und für die zahlreichen wunderschönen Momente, die man als Musikerin auf der Bühne und zusammen mit der Band erleben darf. Hoffentlich kann ich das in die Pensionierung retten, denn die Musik gehört zu meinem Lebenselexir, welches ich niemals missen möchte. Du kannst dir die Aufnahmen übrigens auf Spotify anhören. Viel Spass dabei! 19. Blogbeitrag
Ich konnte die neugewonnene Zeit nach der Pandemie gut nutzen und besuchte vermehrt Museen. Mir fielen zwei Dinge rasch auf: Ich mag die Landschaftsmalerie verschiedener Epochen. Die Barockmalerei hat grosse Maler hervorgebracht wie Ruben, Lorrain und Rembrandt. Ich stiess dann auf den Barockkünstler Jacob van Ruisdael. Ende des 17. Jahrhunderts geboren gilt er als einer der grössten niederländischen Landschaftsmaler. Seine Werke lassen vergessen, dass die Fotografie erst später erfunden wurde. Die Detailtreue und Ausdrucksstärke seiner Bilder rauben mir den Atem! Dies gelingt auch William Turner (einer meiner Lieblingsmaler, siehe Blog 47) und Caspar David Friedrich mit ihren Werken. Als Vertretende der Romantik im 18. Jahrhunderts und vereinzelt als Wegbereitende des wunderbaren Impressionismus erstaunt mich ihre künstlerische Gestaltungskraft und Variabilität immer wieder von Neuem. Als ich von einem erfüllenden Kunstbesuch auf dem Heimweg in einen Stau geriet, traute ich meinen Augen kaum: Der malerische Himmel entfaltete seine ganze Wirkung über mir. Ich frage mich ketzerisch, weshalb ich Eintritt bezahle, um die wunderbar gemalten Himmelsdarstellungen zu bewundern, wenn ich das doch jede Sekunde unter freiem Himmel kostenlos erfahren kann. Was für ein starker Gedanke! Ich besuche nach wie vor sehr gerne Museen. Und das nicht nur der prächtigen Landschaftsmalereien wegen. Doch lustigerweise erlebe ich das prächtige Licht-, Schatten- und Farbenspektakel des realen Himmels seit jenem Tag im Stau nach dem Museumsbesuch viel bewusster und oft auch mehrmals täglich. Kostenlos und doch so unbezahlbar gut. 18. Blogbeitrag
An diesem Geburtstag bin ich klammheimlich abgehauen. Ich hätte Bandprobe gehabt oder hätte Essen gehen können mit Freunden und Familien. Aber ich wollte nicht. Ich hatte an diesem Geburtstag das Bedürfnis, zum erstem Mal mit mir alleine voller Harmonie zu feiern. Mein Plan: In der Stadt einen feinen Apéro nehmen, einen schönen Film gucken und daheim angekommen weitergeniessen. Unglaublich aber wahr, es wurde der speziellste Geburtstag ever! An einer kleinen Bar angekommen mit einer Auswahl an fünf Sorten Bier hatten sie ausgerechnet mein Lieblingsbier "Blue Moon" aus Florida im Sortiment. Zufall? Dann wartete der beste Parkplatz direkt beim Kino auf mich, so dass ich nach der Vorführung nicht durch dunkle Gassen laufen musste. Und das in Zürich. Zufall? Dann spielten sie den Film "Tina" (Tina Turner ist für mich als Leadsängerin und -performerin ein grosses Vorbild) und ich konnte mein Glück kaum fassen. Es hätte mich kaum eine andere Biografie derart bestärken können wie ihre. Zufall? Gut ausgerüstet mit einem Päcklein Gummibärchen für mich alleine schwebte ich auf Wolke sieben während der ganze Vorführung. Gut gelaunt und sicher zuhause angekommen stelle ich mein Auto auf meinen Parkplatz vor dem beleuchteten Eingang und was ich dann sah, haute mich um: Ein Glühwürmchen strahlte mich an und ich hätte vor lauter Freude platzen können. Alles Zufälle? Ich weiss nicht so recht. Egal, denn zufälligerweise war es the best day ever with me, myself and I. 16. Blogbeitrag
Ich habe bereits in meinen 5. Blogbeitrag verraten, dass ich meine Waldspaziergänge über alles liebe. Seit 2020 streife ich regelmässig alleine durch die Wälder und habe eine bemerkenswerte Wandlung erlebt. Anfangs gedanklich taumelnd oder mit Musik betäubend lief ich durch die Wälder, um abzuschalten oder der Gesundheit wegen. Ich habe dutzende Zwiegespräche geführt und den Wäldern all meine Sorgen anvertraut. Ich bin durch den Wald geflogen mit tollen Songs und habe auch schon Freudensprünge gemacht beim Entdecken eines Rehs (welches danach verständlicherweise das Weite suchte). Als die Achtsamkeit in mein Leben trat, wurde alles anders. Ich wollte fortan den natürlichen Klängen lauschen, richtete meine Gedanken in andere Richtungen oder lief einfach achtsam durch den Wald. Das Oberengadin zählt zu meinen liebsten heimischen Feriendestinationen und ich liebe es, wie anders die Wälder dort riechen. Ich mag es, wie ich mein Bewusstsein wahlweise auf mich oder auf den Wald richten kann. Ich fühle mich immer gut nach einem Waldspaziergang. Aber woran liegt das eigentlich? Nun, die Antwort liegt auf der Hand und als mir dieser Satz in den Sinn kam, fühlte ich Glückseligkeit pur: "Egal durch welchen Wald ich laufe, ich finde immer wieder zu mir zurück"! Ist das nicht eine wunderbare Erkenntnis? Mir haben die Waldspaziergänge auch schon vor dem Erkennen der Achtsamkeit gutgetan – jetzt ist mir auch klar, weshalb. Die Achtsamkeit hat mich der Natur näher gebracht und dadurch auch mich selber. Ich kann mich mit dieser Erkenntnis auch nie mehr verlaufen oder verlieren. Und dieser stärkende Gedanke ist unglaublich schön. Übrigens gilt das auch für künstlich erzeugte Wälder wie der Pixelwald im Kunsthaus Zürich. Lies hier weiter, falls ich dich neugierig gemacht haben sollte. 12. Blogbeitrag
Walter Elias „Walt“ Disney (1901-1966) war ein US-amerikanischer Trickfilmzeichner und Filmproduzent und eine der prägendsten und meistgeehrten Persönlichkeiten der Filmbranche des 20. Jahrhunderts. Im Laufe seiner Karriere entwickelte sich Walt Disney vom einfallsreichen Ideenfinder, der den Zeichentrickfilm und Freizeitparks perfektionieren wollte, zum beliebtesten Filmemacher Amerikas und zum „Märchenonkel der Nation“. Er brachte durch seinen beispiellosen Mut die ganze Welt zum Träumen und das verdient Anerkennung. Eines seiner stärksten Zitate lautet: “Happiness is a state of mind”. Ich hatte das grosse Glück, eine wunderbare Kindheit erleben zu dürfen und mir wurde schon damals klar, dass Glück eine Einstellungssache ist. Ich gehe regelmässig mit meiner Familie ins Walt Disney World nach Orlando, um gemeinsam das Dasein und die kostbare Kindlichkeit zu feiern. ausserdem trainiere ich meine Glückseinstellungen :-). Nicht dass ich extra dorthin reisen müsste, um das achtsam tun zu können. Aber es macht einfach Spass, dort zu sein! 10. Blogbeitrag
Ich habe schon einige mutige Entscheidungen in meinem Leben gefällt. Keine davon habe ich je bereut, denn alle haben mich weitergebraucht. Gut. Als Chancendenkende (siehe Blogbeitrag 4) überrascht mich dieses Fazit kaum. Ein Entscheid brauchte jedoch mehrere Anläufe, bis es klappte. Doch zuvor folgendes: Als ich als Bildungsinteressierte über 70k in ein Executive MBA der Universität Zürich investierte, konnte ich mir ausrechnen, dass sich diese Investition lohnen wird. Das Angebot einer Geschäftsführungsstelle eines ETH Spinoffs mit 27 Jahren erforderte mehr Mut. Ich arbeite noch immer mit viel Enthusiasmus bei derselben Firma. Die Anfrage ob ich das Gemeindepräsidium übernehmen wolle liess mich das erste Mal kurz zweifeln, ob ich so viel Verantwortung tragen kann. Doch - hätte ich das Amt nicht übernommen, wüsste ich bis heute nicht, wie sehr ich mich für diese komplexe Aufgabe eigne. Ich durfte das wunderbare Amt erfolgreich zehn Jahre lang ausüben bis ich aufgrund einer gestaffelten Rücktrittsplanung schweren Herzens loslassen wollte. Am meisten Mut brauchte ich, mich aus meiner 20-jährigen Beziehung loszulösen. Nach zwei gescheiterten Versuchen (siehe Introtext) gelang mir die endgültige Trennung erst beim dritten Mal. Weshalb hat es drei Anläufe gebraucht? Erst beim dritten Mal realisierte ich, dass ich nicht wegen meinem ehemaligen Partner, sondern wegen meiner Selbst gehen musste. Ich hätte mich komplett verloren und aufgelöst in der Beziehung. Daran war ich selber schuld. Dennoch. Ich habe lange gebraucht, bis ich auch in meinem Herzen loslassen konnte. Jetzt bin ich wieder frei, glücklich und unendlich dankbar für meinen Mut. 8. Blogbeitrag
Mangelnder Kontakt zu anderen Menschen zermürbt. Es fiel mir auch sehr schwer, auf meine geliebten Konzerte mit meiner Band zu verzichten. Umso glücklicher war ich, als es während der Pandemie ein kleines Zeitfenster gab, wo man auftrete konnte. Ich weiss noch genau, wie wichtig mir dieser Auftritt war, weil ich ihn ganz bewusst erlebt und geschätzt habe. Ist es nicht schade, dass man vieles erst dann zu schätzen weiss, wenn man es nicht mehr hat? Das gilt vor allem für Menschen. Umso dankbarer bin ich, achtsamer durchs Leben zu gehen. Dadurch ist mir viel stärker bewusst geworden, was für ein wunderbares Umfeld und privilegiertes Leben ich doch habe. Ich nutze die Gelegenheit, meine Dankbarkeit zu zeigen und die Reaktionen sind einfach unbeschreiblich schön. Danke für alles. Danke auch an dich, der sich die Zeit nimmt, meine Gedanken zu lesen. 5. Blogbeitrag
Der energievolle Rohstoff Holz ist vielseitig einsetzbar und steckt voller Energie. Doch der Wald gerät als ältester Energielieferant durch die steigenden Ölpreise und die Energiewende immer mehr unter Druck. Ich möchte nicht über erneuerbare Energie im engen Sinne sprechen, sondern über die Bäume mit ihrer faszinierenden Wirkung auf das menschliche Gemüt; zumindest auf das meinige. In den Bäumen finden viele Transportvorgänge und chemische Prozesse statt. Ich kann ich mir gut vorstellen, dass sich die Energie des Waldes auch körperlich erspürt werden kann. Der Wald fasziniert mich seit jeher als Heimat vieler Lebewesen und als einer meiner liebsten Achtsamkeitsorte (siehe Blog 16). Mit vielen Liebkosungen durch den Wind, der mit meinen Haaren spielt. Oder den raschelnden Blättern, welche mir Geschichten ins Ohr flüstern und den zahlreichen wunderbaren Momenten. Ich fühl mich einfach wohl hier. Eines Tages blieb ich an einem Ort stehen und versuchte, mich zu erden. Ich wollte mich mental mit dem Netzwerk um mich verbinden. Ich erschrak, als ich tatsächlich spürte, wie meine Beine immer wärmer wurden wie eine leuchtende Energieflamme, die stetig steigt. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Eigentlich spielt es für mich keine Rolle, ob ich mich tatsächlich verbinden konnte oder ob ich mir das einbildete. Ich habe das garantiert nicht zum letzten Mal probiert. |
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