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61. Blogbeitrag
Erst mal ein paar spannende Fakten zum Wasser: Wusstest du, dass die Wassermenge auf der Erde immer gleich bleibt – ganz egal, wie viel wir davon verbrauchen? Ist das nicht faszinierend? Grund dafür ist der Wasserkreislauf: Durch Niederschlag kommt Wasser auf den Boden, von dort fliesst es ab und versickert. Durch die Wärme der Sonne verdunstet das Wasser wieder und bildet Regenwolken – so beginnt der Kreislauf von vorne. Die Oberfläche der Erde ist zu etwa zwei Dritteln mit Wasser bedeckt. Alle Wasservorräte der Welt fassen insgesamt etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometer Wasser. Der Grossteil davon besteht aus Salzwasser (97,5 Prozent) und fliesst in unseren Meeren und Ozeanen. Wirklich zugänglich ist für uns Menschen nur ein kleiner Teil der Süsswasserreserven in Seen, Flüssen und Talsperren: nämlich 0,3 Prozent. Wie gut, dass die Gesamt-Wasser-Menge auf der Welt nicht aufgebraucht werden kann. Was sich aber durchaus verringern kann, ist die Menge nutzbaren Wassers. Angesichts der Herausforderungen kann leicht vergessen gehen, welche wunderbaren sinnliche Aspekte Wasser hat. Damit meine ich nicht nur Schaumbäder und Strandurlaube. Ganz im Gegenteil. Eigentlich sollten wir uns über die Regentage ebenso freuen wie über die Sonnentage. Und das nicht nur angesichts des Klimawandels. Sondern weil es ein schönes Privileg ist, den Kreislauf des Wassers hautnah miterleben zu dürfen. In Literatur und Film ist Regen ein immer wiederkehrendes Thema. Ein grandioses Beispiel ist Gene Kellys Performance im Film "Singing in the rain". Der Klang des Regens hat ausserdem zahlreiche Musikstücke inspiriert. Erinnere dich an das wunderbare Musikstück "Purple Rain" von Prince. Die Faszination für den Regen nennt sich übrigens Pluviophilie. Pluviophilie? Jetzt würden sich die Lateinstunden auszahlen - hätte ich je welche gehabt. Pluviophilie tönt für mich vom Klang her eher wie eine Phobie. Tatsächlich habe ich ein wetterbedingtes Unbehagen genannt Astraphobie, denn ich mag keine Blitze, wenn ich im Freien stehe. Andere Schlechtwetterphobien wie Brontophobie oder Ceraunophobie (hä?) kenn ich gottlob ebenswenig wie jene lateinische Bezeichnungen. Was dass denn für Phobien seien fragst du? Nun, nach nach dem Blitz folgt der Donner. Und Leute mit solchen Phobien fürchten dieses ohrenbetäubende Gepolter. Gottlob gibt es für solche Fälle aufbauende Schweizer Songs wie der Klassiker "Nachem Räge schiint d'Sunne...". Aber ich schweife ab. Bitte entschuldige! Zurück zum Unwort Pluviophilie. Ich kannte diese lateinische Bezeichung vorher nicht. Es setzt sich zusammen aus dem lateinischen Wort „Pluvial“ für „Regen“ und der altgriechischen Endung “Philia” für Freundschaft, Liebe oder Zuneigung. Pluviophil ist, wer Regen liebt und an regnerischen Tagen gut drauf ist....und natürlich idealerweise nicht unter Astra-, Bronto- oder Ceraunophobie leidet. Jetzt frag ich mich grad spontan, wie denn Blitzliebhabende heissen? Wohl Astraphile? (Googelpause). Bingo. Aber ich schweife schon wieder ab. Pluviophile Menschen empfinden bei Regen offenbar ein enormes sensorisches Vergnügen. Auch der Geruch, der nach dem Regen zurückbleibt, ist ganz besonders. Der Geruch der Erde nach dem Regen nennt sich Petrichor. Er löst bei Regenliebhabern Freude und ein Freiheitsgefühl aus. Keine Bange, dieses Wort lasse ich unkommentiert. Pluviophilie lässt mich als Begriff noch immer unberührt - aber ich hätte grosse Lust, Regen auf die beschriebene Art achtsam wahrzunehmen. Beim nächsten Regenschauer lass ich vielleicht meinen Regenschirm bewusst daheim, suche mir die nächste Regenpfütze, singe in the rain und geniesse jede Sekunde davon. Ausser wenns blitzt und heftig donnert.... Dann geh ich lieber unter meine Dusche, singe in the shower und schweife gedanklich ganz bewusst genussvoll ab :-)
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60. Blogbeitrag
So viele Menschen suchen danach. So viele Menschen sehnen sich nach einer klaren Antwort und so viele Menschen scheitern genau daran. Ich denke, ich weiss weshalb das so ist. Wer erst einen Sinn seines Lebens suchen muss, sucht vielleicht zu weit oder stellt sich die falsche Frage. Ich erlebe häufig in Diskussionen, dass es bei der Sinnesfrage nach einer zweckgerichteten Bedeutung oder nach einem angestrebten Ziel geht. Viele wollen begreifen, worin die eigene Bestimmung im universellen Gesamtkontext liegt. Andere suchen in der Antwort ihr Verhältnis zu einem angenommenen Schöpfer. Nun, ich glaube nicht, dass diese Fragen erfüllende Antworten generieren, um seinem Leben einen Sinn zu geben. Man kann sich auch die Frage stellen, ob eine befriedigende Antwort überhaupt möglich ist. Günther Anders hat dazu geschrieben: „Warum setzen Sie eigentlich voraus, dass ein Leben, ausser da zu sein, auch noch etwas haben müsste oder auch nur könnte – eben das, was Sie Sinn nennen?“ (1). So viele Menschen scheinen sich in der verzweifelten Suche nach dem Lebenssinn zu verlieren und übersehen dabei meines Erachtens das Wesentlichste: Wie wäre es denn, wenn der Sinn des Lebens das Leben selber ist? Der Spruch auf dem Beitragsbild finde ich daher recht passend und für meinen Geschmack sehr humorvoll - trotz Ernsthaftigkeit des Themas. Wenn man auch nach seinen Wertvorstellungen leben darf, dürfte man sich sogar neben erfüllend auch noch glücklich schätzen. Auf alle Fälle erlebe ich das so. Wer das Leben als solches nicht zu schätzen weiss, findet wahrscheinlich kaum eine befriedigende Antwort in allen weiterführenden Sinnfragen. Wem dieser mögliche Lösungsansatz zu wenig ist oder keine befriedigende Antworten findet, stellt sich womöglich die falsche Frage. Vielleicht geht es dann weniger um die Sinnesfrage als um die Frage, was uns leiden lässt und wie wir das ändern könnten. Im Blog 63 werde ich auf einen möglichen Lösungsansatz eingehen. Du musst dich also noch drei Wochen lang gedulden. Aber das ist bestimmt nicht der einzige Weg. Wer sucht, der findet. Auch Lösungen. Auch sich selber. Und wer trotz all dem Leiden den Moment geniessen kann, der lebt! Und der hat das meines Erachtens das Wichtigste bereits gefunden :-). 1 Quelle: Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen. Band II, C. H. Beck, München 1980, ISBN 3-406-47645-7, Kapitel Die Antiquiertheit des Sinns, S. 369: Über die Zerstörung des Lebens im Zeitalter der dritten industriellen Revolution. Das geht ganz leicht: Lade meine kostenlose App hier runter oder klicke auf den unteren QR-Code. In meiner App kannst du dir meine neuesten Blogbeiträge unterwegs bequem angucken. Ausserdem vereinfacht es unsere Kontaktaufnahme und meine Rose als Icon für diesen Blog verschönert garantiert jedes Handydisplay :-). Jedes Mal, wenn du sie erblickst, könntest du dir eine achtsame Atempause gönnen und dir dabei vorstellen, wie wunderbar Rosen duften können :-). Noch etwas: Ich mag auch in der Dreidimensionalität kein Gedrängle und Geschubse drum bekommst du auch niemals Push-Nachrichten auf meiner App. Wenn du allerdings selber immer auf dem aktuellsten Stand meiner Veröffentlichungen bleiben möchtest, dann kannst du meine Website 1x wöchentlich besuchen. Oder aber du kannst dir fürs Handy einen gängigen RSS-Reader wie bsp. "Feeder" runterladen. Dort kannst du alle voreingestellten Feeds mal vorerst löschen und selber wählen, worüber du sonst noch informiert werden willst. Das geht ganz einfach: Du wählst einen neuen Feed trägst (m)einen RSS-Link ein: https://ruthimholz.ch/1. Dann nur noch bei den Einstellungen der RSS-App die Benachrichtigungen einschalten. Willst du dasselbe auf dem PC, kommts darauf an, mit wem du gerne surfen gehst. Bei den verschiedenen Browsern musst du individuell bei den Add-ons nach RSS-Readern suchen. Auch dort müsstest du meinen RSS-Link eingeben: https://ruthimholz.ch/1 Ich freue mich darauf, dich wöchentlich inspirieren zu dürfen. Wenn du magst mit Reminder - Dankeschön! 56. Blogbeitrag
Immer mehr Menschen leiden an der Volkskrankheit Demenz. Forscher suchen deshalb nach neuen Methoden, den Verfall des Gehirns aufzuhalten. Eine davon: Der sogenannte „Brain Freeze“. Hier sei man laut Bericht im Focus vom 10.4.23 bereits bei klinischen Studien. Kleiner Hinweis an dieser Stelle: Demenz ist für Betroffene und Angehörige gleichermassen eine riesige Herausforderung. Ich wünsche allen Involvierten viel Kraft. Mein Bericht möchte allerdings auf etwas anderes hinweisen... ...denn trotz Ernsthaftigkeit des Themas musste ich beim Lesen des Artikels schmuntzeln: Ich leide gottlob nicht unter Demenz, aber als zerstreute Person bin ich sehr vergesslich. Ausserdem mag ich Eis und das löst bei mir sofort diesen erwähnten "Brain Freeze" aus. Wenn ich meine Vergesslichkeit mit dem Konsum von Eis verringern könnte wäre das wunderbar. Allerdings mag ich auch meine Vergesslichkeit. Und zwar mag ich es noch lieber als Eis. Und weisst du warum? Ich vergesse nicht nur Nützliches rasch, sondern auch negative Erfahrungen. Und das macht meine liebgewonnene Vergessenheit zu einer wichtigen Verbündeten meines Seelenheils und zur wichtigen Resilienzstütze. Darum ist meine Vergesslichkeit ist ein wahrer Segen für mich! Doch das steckt noch mehr dahinter. Ich kenne fast keine meiner Schwächen, die nicht auch eine starke Seite hat (et vice versa) und so mag ich auf keines der beiden Seiten verzichten. Ich klammere krankhafte oder krankeitsbedingte Eigenschaften (wie eben die Demenz) an dieser Stelle aus und beziehe mich auf die gängigen Charaktereigenschaften, die bei den meisten Menschen vorhanden sind. Ich bin zum Beispiel sehr empathisch und finde rasch den Zugang zu Menschen. Aber das macht mich auch mitfühlsamer mit allen positiven und negativen Facetten. Dennoch möchte ich nie auf diese wunderbare Eigenschaft verzichten. Beide Komponenten der Empathie machen mich aus. Bevor ichs vergesse, möchte ich dich zu folgendem Tipp inspirieren: Schau doch mal bei dir selber nach. Ich bin davon überzeugt, dass auch du Schwächen findest, die du liebgewinnen wirst, wenn du sie in positiver Eigenschaft bei deinen Stärken wiedererkennst und entdeckst, wie die beiden miteinander zusammenhängen. Quelle: Artikel im Focus.de 37. Blogbeitrag
Zeit ist das, was Uhren messen, laut der Physik. Einstein sagte einmal, dass Zeit abhängig von der Geschwindigkeit ist: Uhren, die sich schnell bewegen, zeigen Zeit langsamer an als Uhren, die sich langsam oder gar nicht bewegen. Obwohl Einsteins Theorie seit fast 100 Jahren geprüft wird, hat niemand bisher Fehler darin gefunden. Aber es gibt möglicherweise einige Probleme mit unserer Art, Zeit wahrzunehmen. Ich stiess bei meinen Recherchen auf einen interessanten Artikel auf Spektrum.de mit dem Titel «Der rätselhafte Fluss der Zeit». Er besagt vereinfacht folgendes: Die Zeit scheint immer vorwärts zu fliessen, von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. Aber Wissenschaftler sagen, dass die Zeit nicht wirklich fliesst, sie ist einfach da. Wir denken nur, dass die Zeit fliesst, weil sich die Welt um uns herum verändert und wir uns an diese Veränderungen erinnern. Uhren messen nur den Abstand zwischen Ereignissen, nicht wie schnell die Zeit vergeht. Also scheint es, dass das Gefühl, dass die Zeit fliesst, nur in unserem Kopf existiert. Der Autor fragt, was passieren würde, wenn die Wissenschaft beweisen könnte, dass unser Gefühl für den Zeitfluss nur Einbildung ist. Er glaubt, dass wir dann nicht mehr so in Eile wären, Dinge sofort zu erledigen, weil Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dann gleich wären. Ich glaube, dass wie ich meine Zeit wahrnehme, grossen Einfluss auf meine Ansichten hat. Ich fühle oft, dass ich zu viel Zeit verschwende, zu wenig schöne Momente bewusst erlebe und viele Dinge unachtsam mache. Vielleicht liegt das nur an meinem Gehirn und ist nicht real. Aber das ist nicht so wichtig, weil jeder seine eigene Sicht auf die Dinge hat (1). Ich mag meine Wahrnehmung von Zeit. Ob Einstein Recht hat oder nicht, ich werde versuchen, achtsamer zu sein und schöne Momente zu schaffen, weil sie mich glücklich machen. Inspiriert aus der Textquelle von Spectrum.de: Der rätselhafte Fluss der Zeit (1) In meinem 113. Blogbeitrag findest du weitere Anregungen zum Phänomen der individuellen Zeitwahrnehmung. 36. Blogbeitrag Nach zehn einzigartigen Jahren verabschiedete ich mich Ende 2022 von meinem geliebten Amt als Gemeindepräsidentin Brunegg. Ich durfte diesen würdevollen Augenblick mit einer 750 Jahre Feier koppeln und organisierte eine synthetische Eisbahn mit Hüttenzauber in unser fast 1000 Seelendorf. Ich wurde mit einer tollen Feststimmung und mit lachenden Gesichtern der eislaufenden Familien belohnt und genoss jede einzelne Minute dieses unvergesslich schönen Abends. Ich bin sehr dankbar für die wunderbaren Momente, für die interessanten Begegnungen und Gespräche, für die lehrreichen Herausforderungen und für die Gewissheit, dass die gelebte direkte Demokratie ein unverzichtbares Hilfsmittel fürs nachhaltige Miteinander ist. Der Abschiedsartikel der AZ hat es auf den Punkt gebracht. Vorallem wünsche ich uns allen mehr Verständnis und mehr Mitgefühl für einander. Ich weiss auch schon, wie das funktionieren könnte. Mittels Achtsamkeit. Simple as that!
29. Blogbeitrag
Meine Mutter lebt als überzeugte Singlefrau ein zufriedenes Leben. Tiere bedeuten ihr alles und da ist es kaum verwunderlich, dass sie nach dem Tod ihrer geliebten Hündin Rania nicht lange wartete, bis sie einen neuen vierbeinigen Gefährten an ihrer Seite haben wollte. Zufälligerweise fand ich ihre Hündin auf einer Website am Geburtstag meines Bruders. Der süsse Welpe entsprach genau ihren Vorstellungen und so kam es, dass Nala eine Woche später bei meiner Mutter einzog. Es war von Anfang an klar, dass die Hündin auch mich als starke Bezugsperson wahrnehmen soll, da ich sie übernehmen soll, stiesse meiner Mutter was zu. Und so bekam Nala von mir die tägliche Action und Schulstunden aufgebrummt und meine Mutter gab ihr die Nestwärme und Fürsorge, die sie so sehr brauchte. Es hat sich gelohnt denn sie hat sich zu einer prächtigen wunderbaren Junghündin entwickelt. Und ich muss gestehen, dass Nala mir klammheimlich mein Herz geraubt hat. Seit meinem verstorbenen Hund Pipo (siehe Blogbeitrag 15) habe ich nie mehr so eine unglaubliche Zuneigung erfahren wie für diese kleine Diebin. Wir sind aber auch ein verdammt gut eingespieltes Dreiergespann. Mit Nala durch den Wald zu laufen ist Achtsamkeit pur, denn sie lebt nur im Jetzt, bleibt immer wieder stehen, schnuppert angeregt, guckt mich prüfend an, bemerkt jeden Schmetterling, der vorbeifliegt und unterbricht dadurch auch meine Achtsamkeitsroutine. Ist das nicht wunderbar? Am liebsten mag ich sie auf meinem Schoss streicheln, meine Nase hinter ihren süssen Öhrchen vergrabend und dieses liebevolle Band zwischen uns jede einzelne Sekunde mit geschlossenen Augen zu geniessen. Seit mir aufgefallen ist, dass auch sie ab und dann genüsslich die Augen geschlossen hält, ist das mein absoluter Lieblingsmoment des Tages. Liebe gibt es überall zu entdecken. Ich habe diejenige zu mir und zu meiner Familie, zur Natur, zum Augenblick aber auch zu weiteren lieben Menschen gefunden. Aber so schöne Gefühle mit einem Vierbeiner teilen zu dürfen ist schon etwas ganz besonderes. Da fehlen mir die Worte. Und das ist auch gut so, denn es braucht keine dazu! 28. Blogbeitrag
Ich bin eine Verfechterin des Kausalitätsgesetzes (im Sinne von Kant - Im Blog 11 nachzulesen). Umso überraschter war ich, als ich ausgerechnet am Todestag von Thich Nhat Hanh (Thay) auf denselbigen stiess, ohne davon zu wissen!! Thich Nhat Hanh ist Zenmeister der 42. Generation der Linji-Line des Rinzai-shu Pfades, der eine Lehrtradition des Zen-Buddhismus darstellt. Die buddhistische Lehre, die Thich Nhat Hanh heute verfolgt, ist eine Symbiose aus den traditionellen Schulen und zahlreichen offenen Konzepten, die auch westlichen Prinzipien gegenüber aufgeschlossen sind. Ich kenne die Buddhistischen Prinzipien nur marginal und schätze Einzelnes wie bsp. die edlen vier Wahrheiten - Buddhas erste Unterweisung. Sie sind eine einzigartige Darstellung der Art und Weise, wie wir existieren, des Leidens, das wir erleben, und wie wir unsere Probleme überwinden können. Mehr dazu wirst du in meinem Blog 63 nachlesen können. Zurück zu Thay: Ich war auf der Suche nach Büchern, die einen versöhnlichen Umgang mit starken Emotionen thematisieren. Rasch stiess ich am Morgen des 22.1.21 (beachte die Zeit auf dem unteren Bild) auf Thich Nhat Hanhs Bücher und so eröffnete sich mir die Welt der Achtsamkeit. Mir gefiel sein Ansatz des engagierten Buddhismus und der in den Alltag zu intergrierenden Achtsamkeit. Ich blieb den ganzen Tag beim Thema hängen. Er hat viele Youtube-Videos veröffentlicht, wo er allerlei Fragen live beantwortet - sehr inspirierend! Für Thay ist Achtsamkeit die Kunst, in jedem Moment wahrhaft lebendig zu sein und somit voll und ganz in der Gegenwart zu leben. Das Leben ist ja auch nur in der Gegenwart zu 100% verfügbar. Zu spüren, dass man lebt, jeden einzelnen Augenblick des Tages in gleichbleibend hoher Wachheit mit absichtlich aktivierter Aufmerksamkeit bewusst wahrzunehmen ist ein Geschenk. Emotionen negativer Art wie Ärger, Wut, Angst oder Verzweiflung sollte man nicht verdrängen, sondern sich deren annehmen; sie verraten immer etwas über uns selber. Wie ein schreiendes Baby sollte man sich um diese Gefühle kümmern und dem auf den Grund gehen. Sie sind ein Teil von dir. Und sie bleiben es, bis sie beachtet und verstanden werden. Gelingt es, gefühlsmässige Reaktionen mit liebevoller Achtsamkeit anzunehmen, werden ihre Auswirkungen übrigens allein dadurch abgeschwächt. Thay hat zahlreiche Achtsamkeitstipps in meinen Alltag gebracht, welche mich anregen, ohne der Esoterik zugehörig sein zu müssen. Legendär halte ich seine Tipps wie: "Nutze jede rote Ampel oder einen Stau, um bewusst ein- und auszuatmen" oder "Beim Klingeln des Natels mal wieder bewusst ein- und ausatmen, bevor man das Gespräch beginnt". Er hat auch meine Neugierde geweckt auf die Lehren Buddhas (welche ich als Philosophie und nicht als Religion verstehe) mit folgendem Zitat Buddhas: "Glaubt den Schriften nicht, glaubt den Lehrern nicht, glaubt auch mir nicht. Glaubt nur das, was ihr selbst sorgfältig geprüft und als euch selbst und zum Wohle dienend anerkannt habt." Passt für mich! Könnt ihr euch vorstellen, wie geschockt ich war, als ich abends von Thays Tod in den Nachrichten erfahren hab? Ausgerechnet an seinem Todestag stosse ich auf ihn und auf mein Lebensthema, welches auch mich bis zuletzt begleiten wird. Zufall? 26. Blogbeitrag
Meine Mutter hat vor Jahren eine Hündin aus Rumänien gerettet. Rania war ein wahrer Engel und eine Bereicherung. Da ich meinen Hund Pipo im Jahr 2010 gehen lassen musste (siehe 14. Blogbeintrag), lagen mir die späteren Hunde meiner Mutter immer am Herzen. Rania musste leider im Haus meiner Mutter erlöst werden. Sie war krank und erschöpft und man spürte, dass sie nicht mehr konnte. Friedvoll liess sie sich die notwendige Prozedur über sich ergehen und verabschiedete sich rührend von meiner Mutter. Es versteht sich für uns von selbst, dass man mit dem Liebling bis zum bitteren Ende geht. Nie käme es mir in den Sinn, ein Mensch oder ein Tier im letzten Moment alleine zu lassen. Man wünscht sich seinen Liebsten immer einen stimmigen und schmerzfreien Tod. Umso schwieriger wird es, wenn man sich entgegen seinem Instinkt für den Tod als erlösendes Moment, als ein Akt der Liebe entscheiden muss. Es spielt eigentlich gar keine Rolle, ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder nicht. Wir wissen es einfach nicht und können dadurch glauben, was hilfreich ist. Weh tut es trotzdem. Als ich meinen geliebten Hund Pipo loslassen musste, war ich noch nicht vertraut mit der Achtsamkeit und deren Zusammenhänge wie beispielsweise dem Intersein (siehe 49. Blogbeitrag), denn sie hätten mir damals vielleicht etwas die Angst vor dem Tod nehmen können. Ich beginne allmählich zu verstehen. Mehr! 17. Blogbeitrag
Stan Lee (1922 - 2018) war ein US-amerikanischer Comicautor und -redakteur, Schauspieler und Filmproduzent. Zusammen mit Zeichnern wie Jack Kirby und Steve Ditko schuf er für Marvel Comics eine Reihe von Superhelden. Sie waren die Ersten, die komplexe Charaktere und ein durchdachtes gemeinsames Universum in die Welt der Superheldencomics brachten. Ich bin 2000 mit Marvel in Berührung gekommen und seither ist es ein Teil meines Lebens geblieben. Ich mag die ersten Filme, habe fünf CGC-zertifizierte Comics gekauft und besitze ein riesiges Nachschlagewerk mit allen 6000 Heldinnen und Helden und Hintergrundinfos. Was mich neben dem Entertainment auch noch fasziniert, ist der realitätsverwandte gesellschaftlich-moralische Aspekt dieses Universums (MCU). Wie im Leben gibt’s bei Marvel niemals nur schwarz und weiss. Die Bösen haben nachvollziehbare Gründe für ihre düstere Gesinnung und auch die Guten taumeln ab und dann. Die Heldinnen und Helden tragen dadurch so wunderbar menschliche Züge. Ausserdem gefallen mir die tollen Sprüche aus den Movies. Hier einige gute Beispiele: „Ich ziehe es vor, mich meinen Problemen zu stellen, anstatt vor ihnen wegzulaufen. Weil es das ist, was Helden tun.“ Thor (Chris Hemsworth), „Thor: Tag der Entscheidung“ „Ich kann ihre Angst nicht kontrollieren. Nur meine eigene.“ Wanda (Elizabeth Olsen), „The First Avenger: Civil War“ „In Zeiten der Krise bauen die Weisen Brücken, während die Narren Mauern errichten.“ T’Challa (Chadwick Boseman), „Black Panther“ „Aus grosser Kraft folgt grosse Verantwortung.“ Ja ja, wir wissen, dass die alten „Spider-Man“-Filme nicht Teil des heutigen MCU sind, aber eines der bekanntesten Marvel-Zitate überhaupt darf in dieser Liste einfach nicht fehlen. Und vielleicht findet der Satz irgendwann ja noch seinen Weg ins MCU. Spannend, nicht wahr? Du fragst dich, welches einer meiner liebsten Marvelfilme sind? Frag ruhig oder lies es nach im Blog 25. 11. Blogbeitrag
Wie weiss man, ob man sich ein schlechtes Gewissen bloss einredet oder ob es objektiv betrachtet gerechtfertigt ist? Ich habe mit dem kategorischen Imperativ von Immanuel Kant ein wunderbares Werkzeug gefunden, welches mich im Zweifel über den wahren Grund meiner Gewissensbisse aufklärt: Der kategorische Imperativ ist ein Prinzip, mit dem du moralisch richtige Handlungsentscheidungen treffen kannst. Er lautet: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Für Kant ist eine Handlung dann gut, wenn ihr ein guter Wille zugrunde liegt. Eine Art Sittengesetz. Seine Maxime ist: "Ich soll niemals anders verfahren als so, dass ich auch wollen könne, meine Maxime solle ein allgemeines Gesetz werden." Ausschlaggebend ist also, dass du dir vor einer Handlung deine persönlichen Leitsätze (Maxime) vor Augen führst. Du fragst dich also: Möchte ich, dass alle anderen Menschen auch so handeln (bsp. Lügen)? Wenn die Antwort ja lautet, ist die Handlung für dich moralisch vertretbar; ist die Antwort nein, dann ist sie es für dich wahrscheinlich nicht. Bei der Anwendung des kategorischen Imperativs denkst du über die Konsequenzen für alle Menschen nach (im Gegensatz zur einfacheren goldenen Regel: «Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu», denn das bezieht sich nur auf deinen eigenen Willen). Der kategorische Imperativ nach Kant verlangt also, dass du deine eigenen Handlungsmaxime hinterfragst. Ich kann dir mit reinem Gewissen seinen kategorischen Imperativ ans Herz legen. Damit kannst du so immer feststellen, ob deine Handlungen nach deiner Handlungsmaxime moralisch gut oder schlecht sind: Im letzteren Falle ist es einfach: Unternimm etwas und bereinige es, um deinen moralischen Kompass wieder auf Kurs zu bringen. Wenn du aber moralisch richtig handelst und trotzdem noch Gewissensbisse hast, dass musst du wohl tiefer graben - aber dann bitte ohne schlechtes Gewissen! Kurz zu Kant (falls ich dich neugierig gemacht haben sollte. Zusammengefasst aus Wikipedia): "Immanuel Kant war ein deutscher Philosoph des 18. Jahrhunderts. Mit seinem Werk „Kritik der reinen Vernunft“ schaffte er in der Philosophie einen Wendepunkt (kopernikanische Wende, siehe Blog 73) und prägte die Epoche der Aufklärung. Er regte eine neue Denkweise an. So rief er dazu auf, Eigenverantwortung zu übernehmen, anstatt sich an Gottesvorschriften zu halten. Mit diesen Ansichten zählt Kant noch heute zu den bedeutendsten Denkern der Geschichte. Mit seinen Worten „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ sagte Kant aus, dass die Menschen durch die kirchlichen Regeln unterdrückt werden und genau dies sollte gebrochen werden. Kant war der Meinung, dass der Mensch ein selbst denkendes Wesen sein kann, wenn er sich von den Regeln befreie. In seinem Hauptwerk stellte Kant die vier wesentlichen Fragen der Philosophie: “Was kann ich wissen?“, „Was soll ich tun?“, „Was darf ich hoffen?“ und „Was ist der Mensch?“. Seine Suche nach Antworten auf diese Fragen nannte er Erkenntnistheorie....". Immanuel Kants Werke sind für Laien wie mich kaum lesbar. Aber es gibt viele gute Webseiten, die Kants Erkenntnisse verständlich darlegen. Nur Mut, es lohnt sich! 7. Blogbeitrag
Musik ist grossartig. Das sage ich nicht nur als Musikerin, sondern auch als Konsumentin. Früher neigte ich dazu, mich stark auf meine Lieblingskünstlerinnen und -künstler zu fokussieren. Neue Inspiration kam durch den Kontakt zu anderen Menschen. Durch den Wegfall des Miteinanders während der Pandemie funktionierte das nicht mehr. Ich war froh um Spotify als Alternative – zumindest als Inspirationsquelle für neue Musik. Ich habe viele neue wunderbare Musik kennengelernt, aber mit Ole Borud (siehe unteres Bild) ist den Machern der Algorithmen ein absoluter Volltreffer gelungen. Seine Musikalität hat mich in seinen Bann gezogen und ich möchte seine wunderbaren Songs nicht mehr missen. Nie hätte ich von diesem unbekannten Künstler Kenntnis erlangt ohne Spotify. Viele seiner Texte bezeugen zwar seinen starken Glauben an Gott, aber das stört mich nicht. Jede/r soll glauben können, was passt! Gottlob ist der direkte Austausch wieder möglich und so erweitert sich nicht nur mein musikalisches Portfolio, sondern auch jenes meiner Begegnungen. Hoffentlich bleibt es so! 2. Blogbeitrag Musik spielt seit meiner frühesten Kindheit eine grosse Rolle in meinem Leben wie eine treue und mächtige Gefährtin. Ich möchte das nie missen. Heute singe ich mit Leib und Seele in meiner eigenen Band und erachte es als ein Privileg, die Vielschichtigkeit der Musik bewusst wahrnehmen zu können. Unabhängig davon, ob ich selber musiziere, ein Konzert besuche oder daheim Musik geniesse: Ohne Musik wüsste ich oftmals nicht, wohin mit meinen Gedanken und Emotionen. Auf den vielseitig talentierten Musiker Seven bin ich durch sein Unplugged-Album 2010 gestossen. Kaum zu glauben, was dieser Schweizer Musiker seither alles erschaffen hat. Ein Song aus dem Jahr 2020 hat mich besonders in seinen Bann gezogen: "Seele" vom Album "Brandneu"." Das Lied ermutigt mich immer wieder, offen und verletzlich zu bleiben und dadurch mich und meine Umgebung besser zu spüren. Mein Sinn dieses Blogs spiegelt sich wunderbar in folgender Songtextzeile: "Auf der Suche nach Glück - Wo wollen wir nur hin wenn nicht zu uns zurück?". Wie recht er doch hat! 1. Blogbeitrag
Wie ich mich am Umzugstag gefühlt habe? Überwältigt und erschöpft zugleich. Nicht nur der zahlreichen Umzugsschachteln wegen, sondern wegen meines fragilen Mutes. Nach zwei erfolglosen Anläufen für den Start in ein neues Leben wollte ich es dieses Mal schaffen, ohne das Experiment voreilig abzubrechen (Spoileralarm: Es hat geklappt!). Was hat mir geholfen? Drei Dinge: Ein genügend hoher Leidensdruck, die Liebe zu mir selber und mutige Menschen wie meine Mutter oder auch Walt Disney. Sein grenzenloser Optimismus, Resilienz, Begeisterungs-fähigkeit und Courage haben mich seit jeher in seinen Bann gezogen. Besonders folgendes Zitat von ihm half mir, meine Zweifel zu überwinden: "The way to get started is to quit talking and begin doing" Wie recht er doch hat! Irgendwann ist genug gedacht, alles durchgeplant oder alles gesagt worden. Irgendwann ist jede Idee reif für den Umsetzungsentscheid. Natürlich birgt jede Entscheidung dasselbe Risiko: Es kann funktionieren oder nicht. Und als Betriebswirtschaftlerin weiss ich aus eigener Erfahrung, dass sich mit einer durchdachten und stringenten Planung jedes Risiko senken lässt - bis zu einem gewissen Grad. Aber irgendwann muss man entscheiden und den ersten Schritt wagen, um herausfinden zu können, ob die Idee funktionieren kann oder nicht. Disney hatte zahlreiche geschäftliche Rückschläge erlitten und nie damit aufgehört, es erneut auf eine andere Weise zu versuchen. Aus einem simplen Gedanken, dass eine Maus die Welt verändern kann ist der weltgrösste Unterhaltungskonzert der Welt entstanden. Ob das gut ist, ist eine andere Frage. Aber seine Zitate wirken auf mich glaubwürdig und inspirierend. Was einmal funktioniert hat, könnte doch auch ein zweites Mal klappen? Vielleicht sollte ich mir ein weiteres seiner berühmten Zitate mehr verinnerlichen: "If you can dream it, you can do it". :-) |
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