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118. Blogbeitrag
Der herrliche Sommer liess lange auf sich warten. Endlich ist er da und ladet zum mannigfaltigen Geniessen ein. Wir werden uns wohl künftig auf längere und heissere Sommerzeiten einstellen müssen, da die Erde insgesamt wärmer wird und dass diese Erwärmung auch in Form von höheren Temperaturen und extremen Wetterereignissen spürbar ist (1). Höchste Zeit für meine heissgeliebten Tipps zur Selbstabkühlung bei sommerlicher Hitze: Sinnvolles Lüften und Verdunkeln Ich nutze jede kühle Brise durch das Öffnen meiner Fenster nachts oder während den frühen Morgenstunden. Ventilatoren erfüllen auch ihren erfrischenden Zweck, falls es draussen bereits zu heiss ist. Hast du es auch schon einmal in der Kombination versucht? Stelle deine Ventilator vor die Balkontüre und ziehe die kalte Luft rascher in die Wohnung rein. Ausserdem musst du verhindern, dass die pralle Sonne deine Fenster erhitzen können durch Fensterstoren oder Sonnenstoren; denn die Temperatur einer Fensterscheibe kann unter direkter Sonneneinstrahlung erheblich höher sein als die Umgebungstemperatur (2). Erfrischendes Abkühlen - nicht nur für Vierbeiner Ich schwöre auf kalte Fussbäder oder - und jetzt folgt der absoluten Bonusextratipp: Kühlende Matten. Letzteres war ursprünglich für die Hündin meiner Mutter gedacht und als solches werden sie auch verkauft. Aber die kühlenden Matten funktionieren auch ganz wunderbar für erhitzte Körperteile wie Füsse oder Rücken von Zweibeinern. Viele kühlende Matten enthalten spezielle Materialien, die Wärme absorbieren können. Diese Materialien nutzen den sogenannten Phasenwechsel, bei dem sie von fest zu flüssig oder umgekehrt wechseln. Während dieses Prozesses nehmen sie Wärme auf und sorgen dafür, dass die Oberfläche der Matte kühl bleibt. Probiers mal im Büro unter deinem Tisch aus und stell deine Füsse drauf! Funktioniert garantiert. Und man bleibt immer etwas in Bewegung auf der Suche nach neuen kühlenden Stellen :-). Clevere Ernährung Vermeide schwere, fettige Speisen, da diese den Körper zusätzlich belasten und die Körpertemperatur erhöhen (3). Wähle lieber Lebensmittel mit hohem Wassergehalt, wie Gurken, Melonen und Zucchini. Oder entscheide dich für leichte Speisen wie Birchermüesli oder sowohl heisse wie auch kalte Suppen (z. B. Gazpacho). Auch frische Frucht- oder Gemüseplättli mit feiner Dipsauce sind einfach herrlich! Und auch Salate sind fein und vielfältig, auch wenn sie etwas schwerer zu verdauen sind. Hast du schon einmal eigenes Eis oder ein eigenem Eistee ausprobiert? Damit lassen sich Fruchtreste sinnvoll verwerten und es sieht wunderbar aus! Generell sollte man viel Wasser trinken, um die Hitze besser zu bewältigen. Ich wähle auch gerne mal ein alkoholfreies Bier zur Erfrischung. Extratipp: Auch warme Getränke können dazu beitragen, die Körpertemperatur zu regulieren. Wenn man etwas Warmes trinkt, kann der Körper schwitzen, was die Kühlung durch Verdunstung fördert. Bestell doch im Restaurant auch mal im Sommer einen feinen warmen Tee und finde selber heraus, was dir besser schmeckt bei Hitze. Ab in den Wald Es gibt neben einem kühlenden Bad in schattiger Lage auch noch eine weitere wunderbare Art des Badens: Das Waldbaden. Ich habe es eingängig in meinem 69. Blogbeitrag erwähnt. Aber es reicht natürlich auch ein ausgiebiger Spaziergang im Wald. Es bietet die Möglichkeit, die Natur trotz Hitze zu geniessen, die Geräusche von Vögeln, das Rascheln der Blätter und den Duft der Erde ganz bewusst wahrzunehmen. Der Schatten der Bäume bietet zudem einen besseren Schutz vor schädlicher UV-Strahlung, was das Risiko von Sonnenbränden und langfristigen Hautschäden verringert. Im Wald wird zusätzlich die Luft durch die Pflanzen gereinigt und gekühlt, was Hitzestress verringert und ein angenehmeres Gehen in den heissen Sommermonaten ermöglicht. Und welche heissen Tipps hast du auf Lager? (1) Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien und Berichten belegt dies wie beispielsweise folgende: 1. Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC): Der IPCC veröffentlicht regelmäßig umfassende Berichte über den Stand des Klimawandels. Der aktuelle Bericht, der Sechste Sachstandsbericht, stellt fest, dass die globale Temperatur seit der vorindustriellen Zeit um etwa 1,1 °C gestiegen ist. Quelle: IPCC, 2021: „Climate Change 2021: The Physical Science Basis“. Weltorganisation für Meteorologie (WMO): 2. Die WMO dokumentiert die Veränderungen im Klima und den Anstieg von Extremwetterereignissen. Berichte der WMO zeigen einen Anstieg der globalen Temperaturen und der Häufigkeit von Hitzewellen sowie den Einfluss von klimatischen Veränderungen auf das Wetter. Quelle: WMO, „State of the Global Climate“ Berichte. 3. NASA Global Climate Change:NASA bietet zahlreiche Daten über die Erderwärmung, einschließlich Temperaturveränderungen, Gletscherschmelze und den Anstieg des Meeresspiegels. Quelle: NASA, „Global Climate Change: Vital Signs of the Planet“. (2) Wenn die Sonne den ganzen Tag lang auf die Scheibe scheint, kann die Temperatur der Fensterscheibe, abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Art des Glases, der Neigung der Sonnenstrahle, der Umgebungstemperatur, der Luftfeuchtigkeit und der Reflexion, deutlich steigen. Typischerweise kann die Oberfläche einer Fensterscheibe bei starker Sonneneinstrahlung Temperaturen von 50 bis 70 Grad Celsius erreichen, in einigen Fällen sogar mehr. Es hängt auch davon ab, ob die Fensterscheibe spezielle Beschichtungen hat (wie z.B. Wärmedämmung oder UV-Schutz), die die Wärmeaufnahme beeinflussen können. (3) Quellen für Ernährung und Abkühlung USDA (United States Department of Agriculture): Bietet Informationen über gesunde Ernährung und Rezepte. Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Gibt Hinweise zur Hitzesicherheit und Ernährung während heißer Wetterbedingungen. Bildnachweis
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116. Blogbeitrag
Ist es nicht wunderschön, etwas Liebes zu seinen Liebsten zu sagen und sogar von seinen Liebsten zu hören? Als ich auf den Titel des Onlineartikels «11 Ideen für süsse Botschaften: "Ich hab dich so sehr lieb" mal anders!» stiess, liess ich mich gerne davon inspirieren. Der Artikel nennt folgende liebevolle Satzalternativen: 1. "Danke, dass du immer für mich da bist." 2. "Ich fühle mich sehr wohl bei dir." 3. "Du machst die Welt zu einem besseren Ort." 4. "Du bist mein Sonnenschein an grauen Tagen." 5. "Du bist mein Lieblingsmensch." 6. "Du lässt mein Herz höher schlagen." 7. "Du inspirierst mich jeden Tag dazu, ein besserer Mensch zu sein." 8. "Mit dir fühle ich mich zuhause." 9. "Ich mag die Person, die ich bin, wenn ich bei dir bin." 10. "Du hast eine so positive Ausstrahlung." 11. "Du bringst mich immer zum Lächeln." Liebevolle Worte und positive Kommunikation spielen erwiesenermassen eine entscheidende Rolle in Beziehungen, da sie das emotionale Wohlbefinden fördern und das Vertrauen stärken. Diese Erfahrung machen auch die meisten Verliebten, weil man sich in dieser Anfangsphase besonders Mühe gibt, liebevolle Botschaften und Zeichen zu teilen. Oftmals gehen solche liebgewonnenen Praktiken im Beziehungsalltag verloren. Schade eigentlich. Wann hast du deinem Partner oder auch dir selbst gegenüber das letzte Mal etwas Liebevolles gesagt? Eine bekannte Studie von John Gottman, einem Psychologen, der sich auf Beziehungen spezialisiert hat, zeigt, dass Paare, die mehr positive als negative Interaktionen haben, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, langfristig zusammen zu bleiben. In seiner Forschung hat Gottman das Verhältnis von positiven zu negativen Interaktionen in Beziehungen untersucht und festgestellt, dass ein Verhältnis von etwa 5:1 (fünf positive Interaktionen für jede negative) ideal ist. (1) Aber auch gegenüber unserer Familie und Freunden ist es wichtig, immer wieder einmal liebevolle Botschaften zu formulieren. Nur zu gerne geht auch das in der Selbstverständlichkeit des Alltags verloren und das ist sehr schade. Wann habe ich meiner Familie und Freunden das letzte Mal etwas Liebevolles gesagt? Wie wichtig das ist, zeigt die Forschung von Barbara Fredrickson zur "Broaden-and-Build"-Theorie, die besagt, dass positive Emotionen, wie die, die durch liebevolle Worte hervorgerufen werden, dazu beitragen, unsere Ressourcen zu erweitern und unsere Beziehungen zu stärken. (2) Auch die buddhistischen Philosophie lehrt, dass liebevolle Worte und Handlungen nicht nur das eigene Wohlbefinden fördern, sondern auch das der anderen. Die Praxis der Metta (liebende Güte) ist ein zentraler Bestandteil, der darauf abzielt, positive Gefühle und Gedanken gegenüber sich selbst und anderen zu kultivieren (3). Du siehst, es gibt erwiesenermassen zahlreiche Beweise dafür, wie wichtig liebevolle Botschaften sein können. Ich bin davon überzeugt, dass du das auch ohne die Hinweise in diesem Blogartikel weisst. Aber vielleicht kann ich dich auch dazu inspirieren, häufiger etwas Liebevolles gegenüber deinem Umfeld zu äussern... Das wäre so sehr lieb von dir! (1) "The Seven Principles for Making Marriage Work" (Gottman, J. M., & Silver, N. (1999). New York: Crown Publishers) (2) "Positivity" (Fredrickson, B. L. (2009). New York: Crown Publishing Group) (3) Die Praxis der Metta, auch bekannt als liebende Güte oder freundliche Zuneigung, hat ihre Wurzeln im Buddhismus. Die grundlegenden Lehren über Metta sind in den Pali-Kanon-Texten zu finden, insbesondere im "Sutta Nipata" und im "Metta Sutta" (auch bekannt als "Karaniya Metta Sutta"). In diesen Texten wird beschrieben, wie man Metta praktizieren kann, um positive Gefühle für sich selbst und andere zu entwickeln, und es wird betont, dass diese Praxis zu Frieden und Harmonie sowohl im eigenen Geist als auch in der Gemeinschaft führt. Bildnachweis 111. Blogbeitrag
Zum heutigen offiziellen Tag des Küssens möchte ich mit dir einige Fakten über diese wunderbare intime Art der körperlichen Zuneigung teilen. Denn Küssen ist nicht nur Leidenschaft und Liebe, Küssen macht auch glücklich und ist gesund. Und letztes weiss ich selbst seit meinem 89. Blogbeitrag. «Küsse sind die Poesie der Liebe.» (1) Küssen ist meines Erachtens die intensivste Form der körperlichen Begegnung. Beim Küssen nehmen wir alle Sinne in Anspruch: Wir fühlen, schmecken, sehen, hören und riechen den anderen. Diese einzigartige Explosion der Sinne ist einzigartig schön und lässt sich kaum mit etwas anderem vergleichen. Wenn zwei Lippenpaare liebevoll aufeinandertreffen, löst das wunderschöne Gefühle aus: Unser Körper wird von einer Welle von Hormonen durchflutet, Milliarden von Nervenzellen werden angeregt, der Puls beschleunigt sich, der Blutdruck steigt, die Hände werden feucht – innerhalb von Sekunden spüren wir diese Magie, welche nur Küsse herbei zaubern können. Wann hast du das zum letzten Mal so intensiv erlebt? Küsse zu geben oder zu erhalten kann das Selbstwertgefühl einer Person um bis zu 100 Prozent erhöhen. Die Person fühlt sich geliebt und begehrt. Dies ist unheimlich wichtig für uns Menschen, egal welchen Alters und welchen Geschlechts. Und es ist eine Art Jungbrunnen. Denn beim Küssen werden 60 Muskeln in Gesicht und Hals angespannt, wodurch die Haut gut durchblutet wird. «Der Kuss ist der Vulkan des Herzens.» (2) Beim Lippenkontakt werden verstärkt Glücksgefühle auslösende Hormone und das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet – und gleichzeitig wird das Stresshormon Cortisol ausgeschaltet. Deshalb fühlen wir uns beim und nach dem Küssen so entspannt. Sogar Verspannungen können sich auf diese Weise lösen. Beim Küssen wird zudem unsere Speichelproduktion angeregt – und die im Speichel enthaltenen Mineralstoffe Calcium und Phosphor härten den Zahnschmelz. Das schützt vor Karies. Mein Zahnarzt wird’s freuen! Bei einem normalen Kuss verbrennen wir etwa 12 Kalorien pro Minute, bei einem leidenschaftlichen Zungenkuss bis zu 20. Das mag nach wenig klingen, doch mit ein paar innigen Küssen verbrennst du mal eben einen Schokoriegel – auf die denkbar süsseste Art. Wenn wir küssen, steigern wir unsere Atemzügen in der Minute von 20 auf rund 60. Dadurch wird die Sauerstoffzufuhr gesteigert und die Lunge gestärkt. Ein Zungenkuss, der zehn Sekunden dauert, überträgt 0,74 Milliliter Speichel mit 80 Millionen Bakterien. Das wirkt wie eine Impfung! Beim Eindringen der Fremdkörper wird das Immunsystem aktiviert, es bilden sich Abwehrzellen. Es gibt Menschen, die diese Form des körperlichen Austausches nicht wollen und sich davor fürchten. Die Angst vor dem Küssen nennt sich übrigens Philemaphobie. Naja, wenn man bedenkt, dass sich übers Küssen auch einige Krankheiten übertragen lassen, dann sollte man sich genau überlegen, wen man küssen mag (3). Aber auch ohne gesundheitliche Aspekte sollte man sich genau überlegen, wen man küsst. Nicht, dass es dir so ergeht wie der Prinzessin des Disneyfilms «Der Froschkönig» (4), wo sie sich nach dem Kuss eines Frosches selber in einen Frosch verwandelt. Ich wünsche dir am Tag des Kusses das bewusste Erleben eines magisch schönen Kusses oder zumindest eine schöne Erinnerung eines vergangenen magischen Kusses! (1) Honoré de Balzac (1799 – 1850), französischer Schriftsteller (2) Friedrich Hebbel (1813 - 1863), deutscher Dramatiker und Lyriker (3) Spektrum.de Beitrag zu Krankheiten, die durchs Küssen übertragen werden könnten (4) Disneytrailer zum Film «Küss den Frosch» Bildnachweis 107. Blogbeitrag
Stell dir einmal vor, wie du ganz gelassen durch einen Park spazieren gehst. Plötzlich wirst du von einer Person mit einem spitzen Gegenstand angegriffen. Was tust du in dieser Situation? Wenn eine Person einer stressigen oder gefährlichen Situation ausgesetzt ist, setzt der Körper Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin frei und erhöht dadurch die Aufmerksamkeit. Die Herzfrequenz steigt, der Blutdruck schnellt in die Höhe und steigern die Muskelkraft. Diese natürliche körperliche Reaktion bereiten den Körper darauf vor, entweder zu kämpfen oder zu fliehen, um mit der Bedrohung umzugehen. Es ist ein Überbleibsel aus der evolutionären Entwicklung und half unseren Vorfahren, in gefährlichen Situationen zu überleben. Heutzutage tritt diese Reaktion immer noch auf, wenn wir mit Stress oder Bedrohungen konfrontiert sind, auch wenn sie nicht unbedingt physischer Natur sind. Stell dir nun einmal vor, wie du ganz gelassen in deiner Wohnung auf deinem Sofa entspannst. Plötzlich wirst du von einer dir nahestehenden anwesenden Person verbal angegriffen. Was tust du in dieser Situation? Die körperlichen Reaktionen können je nach individuellem Stresspegel in eine ähnliche Richtung gehen wie bei einem körperlichen Angriff. Auch hier kannst du verbal angreifen oder dich zurückziehen. Es gibt aber noch weitere Strategien, um sich vor potenziellen geistigen Verletzungen zu schützen wie beispielsweise die Schlagfertigkeit zu trainieren, sich geeignete Gesprächstechniken aneignen, sich mit Konfliktmanagementwissen befassen oder auch nur gezielte Rückfragen stellen, um herauszufinden, wo genau der Schuh drückt. Oder man kann auch einfach mal nur Zuhören und einen Tag später darauf reagieren (siehe Blog 71). Ich bin davon überzeugt, dass wir selbst für unsere eigene Sicherheit verantwortlich sind. Du kannst nicht von einer angreifenden Person erwarten, dass sie dich doch bitte nicht verletzten soll. Womöglich ist genau das deren Ziel. Womöglich steckt gar keine Absicht dahinter. Und wo gutes Zureden nicht ausreicht, um einen Angreifenden abzuhalten, ist es ratsam, sich selbst zu schützen durch angemessene Massnahmen der Selbstverteidigung. Du bist selbst dafür verantwortlich, dein «Schutzschild» aufrecht zu halten, um verletzende Pfeile abzuwenden. Natürlich benötigt jede Persönlichkeit unterschiedliche Strategien, um sich vor emotionalen Verletzungen zu schützen. Es kann hilfreich sein, sich mit professionellen Beratern oder Therapeuten auszutauschen, um individuelle Wege zu finden. Ich gehe nota bene in diesem Blogbeitrag von normalen gesellschaftlichen Konflikten aus und lehne Gewalt in jeglicher Form ab. Buddha nutzte ebenfalls das Bild eines physischen Angreifers als Beispiel für den Schutz vor emotionalen Verletzungen. Er verglich diejenigen, die ihre Gedanken und Emotionen nicht kontrollieren können, mit einem ungeschützten Mann, der direkt und gezielt von Pfeilen getroffen wird. Buddha meint, dass die Kontrolle über die eigenen Gedanken und Emotionen es ermöglicht, sich vor den "Pfeilen" des Lebens zu schützen, die in Form von negativen Erfahrungen und Handlungen anderer Menschen auftreten können. Dieses Bild soll Buddhas Lehre verdeutlichen, dass die wahre Stärke im Inneren liegt und dass man durch Selbstreflexion und Achtsamkeit in der Lage ist, sich vor emotionalen Verletzungen zu schützen. Auch Konfuzius erwähnt die Bedeutung des Loslassens von Groll und der Pflege von positiven Beziehungen, um emotionale Verletzungen zu vermeiden. Letztendlich lehren beide Gelehrten, dass die wahre Stärke darin liegt, in sich selbst ruhend und ausgeglichen zu sein, unabhängig von den Handlungen anderer Menschen. Und wenn ich solch einen Status erreichen kann - unabhängig von den Handlungen anderer Menschen - dann bestimme tatsächlich nur ich selber, wer mich verletzen darf. Und so lasse ich den einen oder anderen Pfeil halt einfach an mir vorbeischiessen. Viel interessanter als Gegenangriffe dürfte auch je nach Angreifenden die Frage sein, weshalb der Pfeil abgeschossen wurde und ob er auch wirklich mich treffen sollte. 103. Blogbeitrag Selbstakzeptanz und Wertschätzung sind unabdingbar für unser Selbstwertgefühl. Nun könnte ich etliche Studien und Bücher auflisten, die sich mit dem Thema befassen. Aber es gibt auch schlaue Filme, die zugleich unglaublich viel Spass machen und aufzeigen, wie vielschichtig die Thematik ist und was wir daraus lernen können. Der Disneyfilm «Encanto» tut genau das (1)! Der Blogtitel stammt aus einem Song aus dem Film, wo ein Filmcharakter Schwächen zu zeigen beginnt und sich zu fragen beginnt, was sie ist, wenn sie nicht mehr für die Familie und für die Gesellschaft «funktioniert». Wunderbar visuell umgesetzt im Youtube-Film dieses Blogbeitrages. Lust auf mehr Infos zum Film? Es lohnt sich... 2021 ist dieses Meisterwerk aus dem Hause Disney entstanden und es geht um ein Familienmusical, das vor dem Hintergrund der Kultur in Kolumbien aufzeigt, wie vielschichtig das Modell Familie ist. Das gilt insbesondere dann, wenn Familie mehr umfasst als nur Eltern und deren Kinder. Der Film mag märchenhaft sein, die Charakterisierung der einzelnen Familienmitglieder sind jedoch sehr real dargestellt und absolut liebenswert mit all ihren Stärken und Schwächen. In jeder Familie gibt es Zuwachs nicht allein durch Geburten, sondern durch Freunde und Partner aus anderen Familien. Jeder von ihnen hat unterschiedliche Fähigkeiten, aber alle zusammen bilden sie das, was den Wert von Familie ausmacht. Und der ist heute mehr denn je gefragt. Auf meiner Hawaiireise ist mir das Phänomen unter dem Begriff «Ohana» begegnet. Was ist die Moral aus dem Film? Es betont die Bedeutung von Selbstakzeptanz und der Wertschätzung individueller Stärken, unabhängig von äusseren Erwartungen oder Leistungen. Wir Menschen können rasch Probleme damit bekommen, wenn wir das Gefühl haben, keinen Beitrag zur Gesellschaft leisten zu können. Die Gefahr, dass man sich möglicherweise nutzlos oder unbedeutend fühlt, ist gross. In solchen Momenten ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass jeder Mensch wertvoll ist und auf seine eigene Weise einen Beitrag leisten kann. Um das Selbstbewusstsein in dieser Hinsicht zu stärken, ist es hilfreich, sich auf die eigenen Stärken und positiven Eigenschaften zu konzentrieren, sich selbst zu akzeptieren und sich bewusst zu machen, dass jeder Mensch einzigartig ist und einen Wert hat. Es kann auch hilfreich sein, sich mit anderen zu umgeben, die einen unterstützen und ermutigen. Und wir sollten auch mehr zu unseren Schwächen stehen (siehe 56. Blogbeitrag). Denn Schwächen sind oftmals einfach nur die andere Seite der Stärke oder sie wollen uns vor Schaden wie Überforderung schützen. Einmal mehr möchte ich mich für mehr Mitgefühl und Verständnis uns selbst und unserem Gegenüber einsetzen. Es ist nicht die Leistung, die uns definiert, sondern unsere Handlungen. Und auch etwas Nicht zu tun kann eine wichtige und notwendige Handlungsunterlassung sein. Sollte sich das Gefühl der Nutzlosigkeit etablieren, so dass es zu ernsthaften psychischen Problemen führt, dann kann man auch mal professionelle Gesprächspartner konsultieren, sofern man selber, die Familie oder Freunde keine Hilfe leisten sollten. Hauptsache, man entkommt der Versuchung, sich nur über die gesellschaftlichen Leistungsparameter definieren zu wollen. Denn gottlob sind wir sind weitaus mehr als die Leistung, die wir erbringen (sollen). Würde diese Tatsache erkannt und akzeptiert, wäre es nicht mehr so belastend, wenn man mal nicht mehr so funktionierte, wie das von anderen (oder von einem selber!) erwartet würde. (1) Trailer zum Film 101. Blogartikel
Das Titelzitat stammt vom deutschen Lyriker Otto Julius Bierbaum, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebte. Ein Ausspruch, der vor allem in Krisenzeiten mehr Gültigkeit denn je hat. Und es verkörpert meines Erachtens ganz wunderbar, was der Humor für einen Stellenwert hat in unserem Leben. Selbstverständlich spreche ich nur über denjenigen Humor, den niemanden verletzt oder diskriminiert, sondern mir geht es um den positiven Effekt des Humors. Denn Humor ist einfach eine erstaunliche Fähigkeit. Sie befähigt uns, jedwelche Situationen auf eine lustige Weise zu betrachten und zu interpretieren, so dass man darüber lachen kann. Und Lachen ist bekanntlich gesund und trägt dazu bei, Stress abzubauen, die Stimmung zu heben und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Humor ist meines Erachtens auch eine bewährte Methode, um soziale Spannungen zu lösen oder schwierige Themen auf eine leichtere Art und Weise anzusprechen: Man kann beispielsweise unangenehme Wahrheiten aussprechen, ohne dass es zu Konflikten kommt. Humor kann auch dazu dienen, die Stimmung aufzulockern und den Umgang miteinander zu erleichtern. Humor kann auch in beängstigenden aber nicht bedrohlichen Situationen hilfreich sein. So unterstützt uns der Humor, indem wir auf eine spielerische Weise ihre Gefühle und Gedanken ausdrücken, die wir sonst vielleicht nicht so offen kommunizieren würden. Aber was mich am meisten am Humor fasziniert, ist deren Anwendbarkeit als Bewältigungsmechanismus in schwierigen Situationen. Oftmals kann ich durch Humor schwierige Situationen entschärfen, Spannungen lösen und meine eigene innere Gelassenheit bewahren. Humor hilft mir dabei, mich selbst und andere nicht zu ernst nehmen (sofern es angemessen erscheint, nicht alles immer so ernst nehmen zu müssen). Insofern ist Humor für mich eine effektive Möglichkeit, stressige und unangenehme Situationen aufzulockern und ein Gefühl der Verbundenheit zu schaffen. Humor ist natürlich etwas sehr Individuelles und bestimmt ist es dir auch schon einmal passiert, dass das Gegenüber deinen Sinn für Humor nicht teilt. Wenn das Gegenüber keinen Sinn für Humor hat, ist es nach meiner Erfahrung am besten, sich zurückzuhalten und nicht weiter Witze zu machen, um die Atmosphäre nicht weiter zu belasten. Aber vielleicht sollte man die Situation auch dann nicht zu ernst nehmen und gemeinsam darüber zu lachen, wie sehr man sich in dieser Hinsicht grad nicht versteht. Denn ich bin davon überzeugt, dass auch dein Gegenüber Humorvolles zu bieten hat, was du auch nicht lustig findest. In solchen, manchmal durchaus peinlichen Situationen greife ich zu meiner bewährten Bewältigungsstrategie und lache einfach darüber. Und nun testen wir mal deinen Sinn für Humor: Wie findest du das untere Comics? Bringt es dich angesichts der Ernsthaftigkeit und Unberechenbarkeit der ganzen KI-Thematik trotzdem - oder gerade deswegen zum Schmunzeln oder nicht? 99. Blogbeitrag
Immanuel Kant hat weltweit das Denken verändert. Die Werke des deutschen Philosophen sind auch zu seinem heutigen 300. Geburtstag noch aktuell. Er hat auch meine Vorstellung von Moral verändert. Er war ein deutscher Philosoph, der im 18. Jahrhundert lebte. Er gilt bis heute als einer der bedeutendsten Philosophen, da seine Ideen einen grossen Einfluss auf die moderne Philosophie und Ethik hatten. Seine "Kritik der reinen Vernunft" (1) revolutionierte das Verständnis der menschlichen Erkenntnisfähigkeiten und legte den Grundstein für die moderne Wissenschaftstheorie. Er war ein Vorreiter des Konstruktivismus in der Philosophie, was bedeutet, dass er die Idee vertrat, dass unsere Wahrnehmung der Welt konstruiert ist und nicht direkt mit der Realität übereinstimmt (2). Diese anspruchsvolle und tiefgreifende Sichtweise hat bis heute einen grossen Einfluss auf die Diskussion über Erkenntnistheorie und Ethik. Darüber hinaus formulierte er die Grundlagen der Ethik in seinem kategorischen Imperativ, der bis heute ein wichtiger Bezugspunkt in der moralischen Diskussion ist. Ich habe den kategorischen Imperativ bereits in meinem 11. Blogbeitrag erwähnen dürfen, der besagt, dass man nur nach Maximen handeln soll, die sich als allgemeingültige Gesetze aufstellen lassen. Es bildet die Grundlage meines moralischen Kompasses und ist auch heute noch ein wichtiger Bestandteil der ethischen Diskussionen. Kant stellte zudem vier zentrale Fragen auf, um die Natur der menschlichen Erkenntnis zu erforschen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Kant wollte damit herausfinden, wie wir Wissen erlangen können, was moralisch richtig ist, was wir von der Zukunft erwarten dürfen und was die Essenz des Menschen ausmacht. Sein Fazit dazu lässt sich wie folgt zusammenfassen: - Was kann ich wissen? Er betont die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens. - Was soll ich tun? Er argumentiert für die Bedeutung moralischer Pflichten und die Verpflichtung, nach moralischen Prinzipien zu handeln. - Was darf ich hoffen? Er weist auf die Bedeutung von Glauben und Hoffnung im menschlichen Leben hin. - Was ist der Mensch? Er vertrat die Meinung, dass der Mensch sowohl rational als auch sinnlich ist und dass die menschliche Natur eine enge Verbindung zur Moral besitzt. Kants Ideen sind sogar mit dem Buddhismus dahingehend verbunden, da beide Philosophien sich mit der Frage nach der Natur der Realität, der menschlichen Moralität und dem Streben nach persönlicher Weiterentwicklung beschäftigen. Beide betonen die Bedeutung von Selbstbestimmung und persönlicher Verantwortung sowie die Notwendigkeit, über dogmatische Annahmen hinaus zu denken, um ein tieferes Verständnis der Welt zu erreichen. Heute wäre Immanuel Kant 300 Jahre alt geworden. Ob ihm wohl gefiele, wie sich der Mensch seither entwickelt hat? Denn viel scheint sich seither nicht verändert zu haben. (1) Nein, ganz gewiss habe ich dieses Meisterwerk nicht gelesen und ich steh dazu: Die Kombination aus akademischem Schreibstil, seiner komplexen Terminologie und seinen abstrakten Konzepten seine Bücher machen es zu einer eeeeeeenorm anspruchsvollen Lektüre, die eine immense Anstrengung erfordert, um sie lesen und verstehen zu können. Ich beziehe mein Wissen aus Zusammenfassungen und diversen Kommentaren seiner Werke. (2) In meinem 57. Blogbeitrag kannst du kannst du das Thema Wahrnehmung im Zusammenhang mit Platons Höhlengleichnis nachlesen, wenn du magst. Bildnachweis. Kant ist meines Erachtens noch immer hochmodern. Du glaubst mir nicht? Dann lies hier wieso Kant sogar auch noch partytauglich ist :-)! 96. Blogbeitrag
Sind wir Menschen nicht unglaubliche Gewohnheitstiere? Wir alle pflegen unsere liebgewonnenen Gewohnheiten und hegen Zweifel, wenn uns Gewohnheiten nicht mehr guttun. Oder unsere Glaubenssätze hindern uns daran, loszulassen oder Neues zu wagen. Dann versuchen wir diese zu ändern. Einfacher gesagt als getan. Weil unser Gehirn dazu neigt, Routinen zu entwickeln, um Energie zu sparen und Entscheidungen zu vereinfachen. Und das macht durchaus Sinn. Denn Gewohnheiten ermöglichen es uns, effizienter zu handeln und uns auf andere wichtige Aufgaben zu konzentrieren. Sie bieten uns auch mentale Sicherheit und Schutz. Es erfordert Geduld und Durchhaltevermögen, aber mit der richtigen Strategie können Gewohnheiten erfolgreich geändert werden Es gibt unzählige Studien zu Gewohnheiten und wie man sie am besten ändern kann. Eine bewährte Methode ist es, neue Gewohnheiten langsam und schrittweise zu etablieren, indem man kleine Veränderungen vornimmt und diese konsequent beibehält. Wenn die nötige Motivation fehlt, um Gewohnheiten zu ändern, gibt es hilfreiche Strategien. Du fragst dich, welche Strategien das sein könnten? Gute Frage! Es gibt verschiedene Strategien, die je nach Situation und Ziel angewendet werden können. Dazu gehört beispielsweise die SWOT-Analyse (Stärken/Schwächen/Chancen/Risiken identifizieren und als Entscheidungsgrundlage nutzen). Diese Strategie lässt sich nicht nur im geschäftlichem Kontext, sondern auch privat einsetzen. Du glaubst mir nicht. Dann lass uns folgendes miteinander durchspielen: Nehmen wir mal an, zwei glückliche Singles verlieben sich ineinander und müssen sich wieder an die gemeinsamen Gepflogenheiten einer Partnerschaft gewöhnen und eingeschlichenen Gewohnheiten des Singledaseins loslassen. Da spielen je nach dem auch Zweifel und Ängste mit. Man könnte gemeinsam darüber philosophieren, wie man sich aneinander anpasst, ohne die eigene Identität zu verlieren und offen über Zweifel zu sprechen. Aber auch als Reflexionsübung ist es interessant, sich Gedanken zu machen, welche stärkenden, aber auch schwächenden Gedanken auftauchen dank der neugewonnenen Zweisamkeit und wo man selbst die Chancen und Risiken der Zweisamkeit sieht. Das Gute an dieser Übung ist die zusätzliche Chance auf die Erkenntnis, ob du mit deinen vergangenen Beziehungen abgeschlossen hast oder nicht. Insbesondere dann, wenn schwächende, zweifelnde Gedanken die Überhand gewinnen. Diese Zweifel und Ängste verraten etwas über dich und über deine Glaubenssätze. Und sie hindern dich womöglich daran, neue Gewohnheiten und Bindungen einzugehen. Daher liebe ich die SWOT-Analyse. Denn stärkende Gedanken und Chancen beflügeln – insbesondere kombiniert - und das kann die nötige Motivation liefern, um festgefahrene Gewohnheiten zu überwinden und auch überholte Glaubenssätze zu überdenken. Du könntest den Wandel per se aber auch zur Gewohnheit machen. Eine kluge Strategie! Denn wer immer nur das tut, was er kann, bleibt, wer er ist. Wenn du Lust auf Veränderungen hast, dann kannst du auch einfach Neues wagen und mehr Entscheidungen fällen. Denn erst wenn man Entscheidungen gefällt hat, weiss man, ob der Entscheid richtig oder falsch war. Darum ermutige ich dich heute, etwas mehr loszulassen, dich nicht von Ängsten und Zweifel bestimmen zu lassen, alte Gewohnheiten einmal mehr als üblich loszulassen und mehr Entscheidungsfreude zu entwickeln. Wer weiss, was da draussen noch alles auf dich wartet, wenn du den Mut hast, Neues zu entdecken. Bildquelle: Das Bild stammt von Christian Moser. Seit 2001 führt er erfolgreich seine Forschungen an den sogenannten "Monstern" durch, die das Handeln der Menschen wirklich bestimmen. Seine bahnbrechenden Erkenntnisse hat er mittlerweile in drei Bänden zusammengetragen, die die Monster des Alltags zeigen und beschreiben. Unten ist das Monster der Gewohnheit abgebildet. Die Werke sind wirklich lesenswert und äusserst amüsant beschrieben! 91. Blogbeitrag Wenn du um die 50 Jahre alt bist, dann erkennst du ganz bestimmt die Anfangszeilen der folgenden Songs: «Smörrebröd, Smörrebröd - Ram tam tam tam…» «Ja, Herr Rossi sucht das Glück…» «Probiers mal mit Gemütlichkeit…» «Vielen Dank, für die Blumen, vielen Dank, wie lieb von dir…» (1) Bestimmt ist dir aufgefallen, dass diese Produktionen sich an das kindliches Publikum der 70er Jahre richtete. Und ich bin davon überzeugt, dass du dich an noch viel mehr Melodien und Zitate aus der bunten Flimmerkiste erinnerst, welche du als Kind konsumieren durftest. Egal aus welcher Zeit sie stammen: Es macht eine Menge Spass, sich ein Stück kindlicher Erinnerungen zurückzuholen, denn meistens ist der Konsum von solchen niedlichen TV-Produktionen mit positiven Erinnerungen verknüpft. Noch viel mehr Vergnügen bereitet es, diesen gedanklichen Schatz aus der Vergangenheit miteinander zu teilen. Da die damalige Auswahl an TV-Sendern und Produktionen überschaubar waren, haben die meisten Jahrgängerinnen und Jahrgänger auch dieselben bewegten Bilder und damit zusammenhängende kindliche Erinnerungen in ihrem Gedächtnis gespeichert. Das führt zu einem vergnüglichen Austausch und so geraten ausnahmsweise auch alle anderen ernsten Themen der heutigen Zeit kurz in Vergessenheit. Gut so. Wenn du die Zeitreise noch etwas intensiver gestalten magst, dann geh auf Youtube und guck dir deine nostalgischen Lieblingsinhalte aus deiner Kindheit an. Roadrunner, Muppetshow oder la Linea von Scacciapensieri machen auch heute noch viel Spass. Ich bin davon überzeugt, dass auch ernstere Zeitgenossen daran ihre Freude haben werden. Denn Lachen ist gesund: Beim Lachen betreibt der Körper Hochleistungssport: Vom Gesicht bis zum Bauch sind beim Lachen fast 300 verschiedene Muskeln beteiligt. Hihi, ich stelle mir grad vor, wie ein übertrainiertes Lachgesicht wohl aussähe? Ich denke da spontan an Popeye :-). Genau diese pure kindliche Freude lässt sich auch ohne Youtube abrufen, wenn man zu seinen kindlichen Seiten steht und diese in den Alltag einbaut. Als Erwachsener Trickfilme zu sehen, bieten sogar weitere Vorteile. Zum einen können Trickfilme eine Möglichkeit sein, um sich zu entspannen und dem Alltag zu entfliehen. Genau so, wie es ein Youtube-Ausflug in die Vergangenheit bieten kann. Sie können eine Quelle der Unterhaltung und des Vergnügens sein, die es ermöglicht, für kurze Zeit in eine fantasievolle Welt einzutauchen. Trickfilme können auch als Inspirationsquelle dienen, um kreatives Denken und Vorstellungskraft anzuregen. Letztendlich vermitteln Trickfilme auch wichtige Botschaften und können sogar moralische Lehren enthalten, die auch für Erwachsene relevant sein können. Man muss sich heutzutage nicht unbedingt als Erwachsener mit kindlichem Gemüt outen wie ich es gerade genussvoll tu. Die heutigen Trickfilme sind nicht automatisch immer Kinderfilme: Im Lauf der letzten Jahrzehnte taten sich visionäre Filmemacher immer wieder mit Trickfilm-Produktionen hervor, die sich auch an ein erwachsenes Publikum richten. Disney geht mit gutem Beispiel voran und vermittelt mit reifen Trickfilmen wie beispielsweise «Soul» auch sehr essentielle Themen wie die Achtsamkeit auf eine verspielte Art und Weise. Trotzdem gibt es auch Menschen, die kindliche Attribute bei Erwachsenen strikte ablehnen: «Wenn du über 20 bist, schickt sich verspieltes Verhalten nicht mehr» (2). Ganz falsch, sagt Prof. Dr. René Proyer vom Institut für Psychologie an der Martin-Luther-Universität in Halle. In mehreren Studien und Befragungen mit rund 3.000 Teilnehmern versucht er, das Phänomen der Verspieltheit bei Erwachsenen aufzuschlüsseln. Er gelangt zum Fazit, dass Verspieltheit bei Erwachsenen ganz unterschiedlich zum Ausdruck kommt und auch positiv zu bewerten ist. Verspielte Menschen sind demnach gut im Beobachten, nehmen leicht neue Perspektiven ein, durchdenken Dinge anders und gestalten monotone Aufgaben für sich interessant. Das hat positive Auswirkungen auf das Lösen komplexer Problemstellungen und kann dabei helfen, Stress zu reduzieren. Das Spielerische hat demnach auch eine intellektuelle Komponente. Mit gefällt dieser gesellschaftliche Wandel. Und mit gefällt es, dass in einer Zeit der Überoutings auch solche Bekenntnisse ihre Berechtigung haben. Jetzt erst recht! Lust auf mehr Ernsthaftigkeit zum Thema erwachsener Kindlichkeit? Dann lasse folgendes Zitat von Johann Wolfgang von Goethe einfach mal so auf dich wirken: «Das Leben ist die Kindheit unserer Unsterblichkeit». ...! Sollte ich dich noch immer nicht davon überzeugt haben, wie wichtig und richtig Kindlichkeit für Erwachsene sein kann, dann ist das absolut okay. Du bist okay und ich bin okay und nun genehmige ich mir ein paar Gummibärchen und geniesse die kindliche Leichtigkeit des Seins auf meine eigene Art und Weise. (1) Auflösung: «Smörrebröd, Smörrebröd - Ram tam tam tam…», Muppetshow «Ja, Herr Rossi sucht das Glück…», Scacciapensieri (das Video zeigt die Titelmusik der beliebten Serie) «Probiers mal mit Gemütlichkeit…», Disney Dschungelbuch «Vielen Dank, für die Blumen, vielen Dank, wie lieb von dir…..», Tom und Jerry (2) Quelle: Welt.de (3) Zum Thema Kindlichkeit habe ich im Blog 75 auch schon mal berichtet im Zusammenhang mit der Frage, weshalb man als Erwachsener plötzlich damit aufhört, Schneemänner zu bauen, falls du Lust auf mehr bekommen hast. 89. Blogbeitrag
Wer kennt das nicht? Husten, Schnupfen und Co. sind Symptome einer Krankheit, die als lästig empfunden werden. Die Erkältung stellt nun mal eine der häufigsten Infektionen des Menschen dar (1). Und ich kenne niemand, der noch nie daran erkrankte. Aber ich kenne die weitverbreitete Meinung, dass man sich dann nicht mehr küssen soll. Ist das so? Bevor ich dieses Rätsel löse möchte ich dich kurz auf eine magische Reise in dein Innerstes mitnehmen, wenn du erlaubst: Die wunderbare Welt unseres Immunsystems. Es ist wie ein hochentwickeltes Verteidigungssystem unseres Körpers, das uns vor Krankheiten und Infektionen schützt. Es besteht aus verschiedenen Zellen, Geweben und Organen, die zusammenarbeiten, um Eindringlinge wie Viren, Bakterien und Parasiten zu bekämpfen. Aber auch fehlerhafte körpereigene Zellen stellen eine Bedrohung für den Organismus dar. Da entartete Zellen zum Beispiel zur Tumorbildung beitragen, ist eine gutes Immunsystem unabdingbar! Ich wünsche mir sehr, dass du dich bester Gesundheit erfreust, aber wenn du dich trotzdem mal «nur» erkältest, dann versuche das einmal anders zu empfinden wie üblich. Wieso nicht einmal bewusst wahrnehmen, wie fleissig und unerschrocken unsere wunderbaren Abwehrmechanismen uns vor Krankheitserregern zu schützen versuchen. In einem Grossteil der Fälle, in denen das Immunsystem in Kontakt mit tritt, bleibt dieses Wunder unseres Körpers für uns unbemerkt. In anderen Fällen dauert es länger, die Erreger zu bekämpfen. Und das kann lästig sein. Und doch hilfreich, denn es ist ein gutes Training unseres Immunsystems und wenn man bedenkt, dass das Immunsystem selbst eine grundlegende Voraussetzung für das Überleben eines Organismus darstellt, sollten wir bei harmlosen Erkrankungen gelassen bleiben und einfach gesund leben, Stress vermeiden, Abwarten und Tee trinken. Und eventuell auch noch Küssen? Hab noch etwas Geduld, gleich komme ich darauf zu sprechen. Eigentlich ist es schade, dass wir nur dann an unsere wertvolle Abwehr denken, wenn sie aktiv ist und sonst nicht, nicht wahr? In Bezug auf die Forschung zum Stärken des Immunsystems gibt es ständig neue Erkenntnisse. Wissenschaftler untersuchen verschiedene Ansätze, wie Achtsamkeit, Ernährung, Bewegung, Schlaf und sogar bestimmte Nahrungsergänzungsmittel das Immunsystem unterstützen können. Es ist wichtig, einen gesunden Lebensstil zu pflegen, um das Immunsystem optimal zu unterstützen. Und was ist denn jetzt mit dem Küssen? Ich habe gute Nachrichten für alle erkälteten Liebenden: Küssen stärkt erwiesenermassen das Immunsystem (2). Und das macht es zu einer äusserst behaglichen Erkältungsprävention! Denn wenn der Puls schneller geht und das Blut zirkuliert, kommt Schwung in den Stoffwechsel und den Kreislauf. Ganz zu schweigen vom ausgeschütteten Adrenalin und von den Glückshormonen, die sich positiv auf die körpereigene Abwehr auswirken. Selbst wenn man bereits erkältet ist, herrscht nicht unbedingt Kussverbot. Eine Ansteckung durchs Küssen ist äusserst selten, das haben wissenschaftliche Studien gezeigt (2). Der Grund ist vermutlich, dass die Viren beim Küssen mit dem Speichel in den Magen wandern, wo ihnen die Magensäure den Garaus macht. Na wenn das keine guten Nachrichten sind. Das macht doch definitiv Appetit auf mehr! Und es macht auch Lust darauf, öfters dankbar zu sein, wenn man einfach nur kerngesund den Moment geniessen kann - dank unserem Wunderwerk Immunsystem! (1) Quelle Toppharm (2) Quelle Aerztezeitung Und wenn dich Fragen plagen wie: «Was ist besser, Nase hochziehen oder schnäuzen?» oder «Wie lange dauert eine Erkältung» dann dürfte dich dieser kurze Beobachter-Artikel interessieren, der das Küssen ebenfalls bei Erkältung empfiehlt. Lust auf mehr? Dann lies meinen Folgeblogbeitrag dazu 87. Blogbeitrag
Hast du dir auch schon einmal überlegt, ob es wahr sein kann, dass wer sucht, auch findet? Als ich mich diese Woche mit diesem Gedanken befasste, war ich sehr überrascht, dass das Zitat "Wer sucht, der findet" dem Evangelium nach Matthäus zugeschrieben wird (Kapitel 7, Vers 7). Es lässt sich meines Erachtens auch mit dem ZEN-Buddhismus vereinen. Im ZEN-Buddhismus geht es darum, das gegenwärtige Moment bewusst wahrzunehmen und die Suche nach Erleuchtung aufzugeben. Ich verstehe das Zitat so, dass das, wonach wir suchen, oft bereits in uns selbst vorhanden ist und wir es nur erkennen müssen und dass die Suche an sich ein wichtiger Teil des Prozesses ist. Stell dir einmal vor, dass du nach der Liebe deines Lebens sucht und nehmen wir einmal an, dass das auch möglich sein kann. Wäre das nicht wunderbar? Ich bin der Meinung, dass man erst dann das Gegenüber lieben kann, wenn man sich selber liebt. Selbstliebe betont die Bedeutung der Selbstreflexion und des inneren Wachstums. Das bedeutet, dass wenn man aktiv danach strebt, sich selbst zu verstehen und zu lieben, man auch die Möglichkeit hat, dies zu erreichen und miteinander zu teilen. Wenn man auf ein Gegenüber mit gleicher Gesinnung trifft, könnte es auch sein, dass diese Person auf einer tieferen Ebene mit einem selbst verbunden ist. Sogenannte Seelenverwandschaft. Ist das nicht ein schöner Gedanke? Vielleicht ist es uns vorherbestimmt, fündig zu werden. Vielleich auch nicht. Vielleicht nicht alle. Diese Frage ist seit Jahrhunderten Gegenstand philosophischer und theologischer Debatten. Unabhängig davon, ob unser Leben und Wirken durch Schicksal oder Zufall mitbeeinflusst werden könnte: Einige glauben an deterministische Theorien, die besagen, dass alles vorherbestimmt ist und dass wir keinen freien Willen haben. Andere glauben an den Zufall und die Unvorhersehbarkeit des Lebens. Und das ist gut so. Denn niemand weiss es und damit bleibt es eine individuelle Wahrheit. Wenn wir uns in diesem Kontext nochmals unserem Zitat "wer sucht, der findet" widmen, kann auch das ganz individuell interpretiert werden: Einige könnten argumentieren, dass das Finden von etwas durch die Suche vorherbestimmt ist, während andere glauben, dass es eine Frage des Zufalls ist. Weshalb soll nicht beides auf eine einzigartige Weise möglich sein? So dass es sowohl vorherbestimmte als auch zufällige Elemente in unserem Leben geben könnte. Manche Dinge können möglicherweise vorherbestimmt, während andere durch unsere eigenen Entscheidungen und Handlungen beeinflusst würden. So oder so. Ich habe diese Woche etwas Einzigartiges gefunden, was ich mir schon immer sehnlichst wünschte. Das hat mich zu folgendem sinnlichen Gedicht inspiriert: In der Suche liegt die Kraft, die Seele offen, das Herz entfacht. Selbstliebe als Kompass, der uns leitet, zu einem Seelenverwandten, der uns begleitet. Wer sucht, der findet. Sofern man den Mut dazu hat! 83. Blogbeitrag
Eine Wolke ist eine Ansammlung von sehr feinen Wassertröpfchen (Nebel) oder Eiskristallen in der Atmosphäre. Eine sichtbare Wolke entsteht, wenn für die Bildung stabiler Wassertröpfchen oder -kristalle die Bedingungen erfüllt sind. Sie üben im Wasserkreislauf die Funktion eines Mittlers zwischen Verdunstung und Niederschlag aus (siehe Blog 61). Kann eine Wolke aufhören zu existieren, wenn wir sie nicht mehr sehen? Einer glaubte die Antwort zu wissen: Der pragmatische Achtsamkeitsmönch Thich Nhath Hanh bediente sich gerne poetischen, meist der Natur entlehnten Bildern. Seine Beschreibung, wie ein Blatt im Herbst tanzend zu Boden sinkt, verdeutlicht so den ewigen Lebensstrom, in dem alles sich fortwährend verändert und miteinander auf das Innigste verwoben ist. Oder er sprach von der Wolke, die immer wieder ihre Form ändert. Deswegen verschwindet sie aber nie (nur aus unserer Betrachtung) sondern «transformiert» in einen anderen Zustand. „A cloud will never die.“ Was für ein versöhnlicher Gedanke, wenn man ihn auf unseren Lebenszyklus überträgt. Thich Nhath Hanh meinte, dass wir Menschen irrtümlicherweise glauben, wir „hätten“ ein Leben, getrennt von anderen, dabei „sind“ wir Leben, und diese falsche Sicht führe zu individuellem und kollektivem Leid sowie zum Raubbau an der Natur, die wir nicht als Mitwelt begreifen, sondern als getrennt von uns existierende Umwelt missdeuten, ausbeuten und zerstören. Es braucht definitiv mehr als nur reine Vorstellungskraft, um dieser buddhistisch-philosophischen Idee zu folgen. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass der Sinn des Lebens im Leben bewusst leben liegt (siehe Blog 60). Und dadurch fällt es mir leichter, den philosophischen Denkansatz zu verstehen. Ich behaupte damit nicht, dass das auch der Wahrheit entspechen muss. Was allerdings wahr sein dürfte, ist folgendes: Im Sinne des Energieerhaltungssatzes ist ein „Verlust“ von Energie nicht möglich. Das bedeutet, dass die Energie der Wolke trotz Transformation nicht verloren gehen kann. Aus dieser Perspektive betrachtet hat Thich Nhat Hanh recht. Die physikalische Betrachtung hilft meines Erachtens auch, zu verstehen, was er mit seiner berühmten Aussage "A cloud never dies" gemeint haben könnte (1). Ich könnte mir gut vorstellen, dass er auch recht haben könnte, wenn er meint, dass wir nicht ein Leben haben, sondern dass wir Leben "sind"? (1) Mehr zum Energieerhaltungssatz kannst du in meinen Blogbeiträgen 44 und 114 erfahren. 82. Blogbeitrag
Heute möchte ich dir eine ermutigende und vielleicht auch tröstende Geschichte erzählen. Ein furchtbarer Sturm kam auf. Der Orkan tobte. Das Meer wurde aufgewühlt und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand. Nachdem das Unwetter langsam nachliess, klarte der Himmel wieder auf. Am Strand lagen aber unzählige von Seesternen, die von der Strömung an den Strand geworfen waren. Ein kleines Mädchen lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und trug diese einzeln zurück ins Meer. Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Mädchen und sagte: “Du dummes Ding! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen! Was du da tust, ändert nicht das Geringste!” Das Mädchen schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging es zu dem nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer. Zu dem Mann sagte sie: “Für ihn wird es etwas ändern!” Die Moral dieser Geschichte ist, dass selbst kleinste Handlungen einen Unterschied machen können. Obwohl das Mädchen nicht in der Lage war, alle Seesterne zurück ins Meer zu werfen, hat sie dennoch das Leben vieler einzelner Seesterne gerettet. Es geht darum, dass wir nicht entmutigt sein sollten, wenn wir vor grossen oder schwierigen Herausforderungen stehen, sondern dass wir uns auf die kleinen Dinge konzentrieren sollten, die wir tun können, um positive Veränderungen in und um uns zu bewirken. Jede einzelne Handlung zählt. Jeder Einzelne zählt. 79. Blogbeitrag
Ich wünsche dir von Herzen ein wunderbares neues Jahr voller Gesundheit, Glück und guten Momenten. Möge dir auch alles perfekt gelingen, was du dir vornimmst. Vielleicht wolltest du auch schon mal ein Vorhaben abbrechen aufgrund von widrigen Umständen. Das wird dir im 2024 nach diesem Blogbeitrag nicht mehr passieren. Denn ich möchte dich heute dazu ermuntern, selbst unter schwierigen Bedingungen nicht zu rasch die Flinte ins Korn zu werfen. Manchmal entsteht etwas Sinnvolles oder gar etwas Schönes – gerade wegen der Schwierigkeiten. Und ich kann dir dazu eine wunderbar klangvolle Story erzählen: Am 24. Januar 1975 entstand die Albumaufnahme des Improvisations-Solokonzertes des Pianisten Keith Jarrett, das in der Kölner Oper am 24. Januar 1975 stattfand. Es ist nota bene die meistverkaufte und bekannteste Veröffentlichung von Jarrett und die meistverkaufte Jazz-Soloplatte, welche vom Time Magazine zum „Records of the Year“ gewählt wurde. Die Solo-Improvisation besteht aus zwei Teilen, die sich aus dem einfachen Pendeln zwischen zwei Dur- und Mollakkorden entfaltet. Es entsteht eine magische Mischung aus meditativen und ekstatischen Klangzuständen. Sowohl überraschend als auch inspirierend. Umso mehr, als dass man die Hintergrundgeschichte kennt: «Die Einspielung des Köln Concert fand unter extrem widrigen Umständen statt. Der Musiker hatte die Nacht zuvor fast nicht geschlafen, da er seit dem frühen Morgen mit seinem Produzenten Manfred Eicher im klapprigen R4 von einem Konzert in der Schweiz angereist war. Der eigentlich ausgesuchte Bösendorfer-290-Imperial-Konzertflügel war verwechselt worden, es stand ein Bösendorfer-Stutzflügel bereit, der nur für die Probenarbeit verwendet wurde, verstimmt war und bei dem die Pedale und einige Tasten klemmten. Sein Essen vor dem Konzert kam erst eine Viertelstunde vor der Rückkehr ins Opernhaus. Nur auf ausdrückliche Bitten der lokalen achtzehnjährigen Veranstalterin Vera Brandes war Jarrett bereit, doch aufzutreten. Brandes konnte zwar in letzter Minute einen hochwertigen Flügel einer benachbarten Musikschule akquirieren, dieser hätte jedoch durch den notwendigen Transport bei niedrigen Temperaturen im Regen über den Neumarkt arg gelitten, so dass letztlich doch der Stutzflügel zum Einsatz kam. Das Team hatte die Live-Aufnahme bereits streichen wollen, als sich die Tontechniker darauf einigten, das mit rund 1400 Zuhörern ausverkaufte Kölner Konzert schließlich doch für interne Zwecke mitzuschneiden: Keith Jarrett passte das musikalische Geschehen dem Instrument an und beschränkte sich weitgehend auf die mittleren und tiefen Tonlagen, wobei er wiederholende Muster bevorzugte.» (1) Und nun hör dir mal auf Spotify selbst an, was dieser mutige Pianist trotz all dieser widrigen Umstände kreierte. Sein Versuch, das Beste aus dem Konzert zu machen, ist ihm wahrlich gelungen. Wie gut, dass er nicht voreilig die Flinte ins Korn schmiss und das Beste draus machte (2). Happy New Year! (1) Wikipedia hat diese Story derart gut und packend erzählt, so dass ich diese gerne so übernommen habe. (2) Falls dich wundernimmt, wie Keith Jarrett klingt, wenn er ausgeruht, wohlgenährt und mit perfekt klingendem und voll funktionsfähigem Instrument klingt, dann hör dir auf Spotify an, wie er am Vorabend des Köln-Konzertes in Lausanne klang. Mir gefällt das Köln-Konzert besser und an dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei René für diese wunderbare Inspiration bedanken:-). 78. Blogbeitrag
Ich hoffe, du hast die Festtage ganz nach deinen Vorstellungen verbringen können. Und ich wünsche mir von Herzen, dass du glücklich bist. Denn für dein Glück bist du selbst verantwortlich. Ganz egal, was um dich passiert! Und es passiert immer etwas. Nicht nur an exponierten Feiertagen mit oftmals hohen Erwartungshaltungen. Jeden Tag wirken äussere Einflüsse auf uns. Manchmal sind sie positiv und manchmal eben auch nicht. Ich möchte bei meinen folgenden Gedanken lebensbedrohliche Situationen ausklammern. An meinem Badezimmerspiegel hängt das Zitat von Walt Disney: "Happiness is a state of mind». Disney wollte damit aussagen, dass Glück nicht nur von äusseren Umständen abhängen sollte, sondern in erster Linie von unserer eigenen Denkweise und Wahrnehmung. Es liegt in unserer Macht, unsere Gedanken und Perspektiven zu beeinflussen, um ein glückliches Gefühl zu erreichen. Das Zitat ermutigt uns, unsere Einstellung zu ändern und das Glück in uns selbst zu finden, unabhängig von den äusseren Umständen. Das bedeutet nicht, dass man das Leiden von Verwandten, Freunden oder von der ganzen restlichen Welt ignorieren sollte. Ganz im Gegenteil. Aber es nützt niemandem, wenn man mitleidet und sich dabei zu verlieren droht und sich jedes eigenen positiven Gedankens beraubt. Besonders um die Weihnachtszeit, wenn etwas Ruhe in den hektischen Alltag einkehrt, erkennt man eher Unstimmiges oder gar Leidvolles. Wie kann man damit umgehen? Entscheidend ist meiner Meinung nach die Art der emotionalen Reaktion und der Haltung gegenüber der betroffenen Person. Nicht mitleiden sondern mitfühlen lautet meine Devise! Mitgefühl und Mitleid sind zwei verschiedene emotionale Reaktionen, die jedoch oft miteinander verwechselt werden. Mitgefühl ist für mich eher einfühlsam, unterstützend und auf Augenhöhe, während Mitleid meines Erachtens distanziert und schwächt. Lass es mich etwas deutlicher mit Definitionsauszügen aus Wikipedia erklären: "Mitgefühl bezieht sich auf die Fähigkeit, die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen zu erkennen, zu verstehen und empathisch darauf zu reagieren. Dabei versucht man sich in die andere Person zu versetzen und ihr Leid nachzuvollziehen." Mitgefühl ist für mich daher eine positive und unterstützende Haltung, bei welcher man das Gegenüber unterstützt oder tröstet. "Mitleid hingegen bezieht sich eher auf ein Gefühl des Bedauerns oder der Traurigkeit angesichts des Leidens einer anderen Person." Das Mitleiden hilft dadurch den Betroffenen selten weiter und ich finde dass man sich selber schaden kann, wenn man das Leiden des Gegenübers auf sich selber überträgt. Mitleid kann dann dazu führen, dass man sich von der betroffenen Person abgrenzt oder sie womöglich als Opfer betrachtet, ohne wirkliches Verständnis für ihre Situation zu haben. Wenn du selber Leid verursacht hast oder leidest, dann solltest du das liebevoll annehmen und dich darum kümmern (siehe Blog 63). Es gibt jeden Tag so viel Leidvolles. Aber es gibt auch jeden Tag viel Gutes. Es kommt darauf an, worauf man fokussiert und ob man selbst erkennt, dass man trotz schlechten Zeiten auch glückliche Gedanken haben darf. So kann man Leidende besser unterstützen. Aber auch meinetwegen möchte ich meine glücklichen und stärkenden Gedanken nie missen wollen. Weil ich es mir wert bin. Und nun wünsche ich dir von Herzen eine glückliches Restjahr. Egal, was um dich geschehen mag. Weil du es dir hoffentlich ebenso wert bist! 76. Blogbeitrag
In unserer Familie haben wir nicht nur Hunde- sondern auch Katzenliebhabende. Höchste Zeit, auch mal den Kater meines Bruders zu erwähnen namens Pepe. Er zählt zur Rasse der British Shorthair. Die Rassebeschreibung passt perfekt zu Pepe: Er ist ein sehr ausgeglichener, verschmuster und entspannter Kater. Pepe lebt bei meinem Bruder und wenn ich die beiden besuchen gehe, freue ich mich immer auf einige Spiel- und Streicheleinheiten mit dem geschickten Stubentiger. Was mich an Hunden wie auch an Katzen gleichermassen fasziniert ist, dass beide immer im Moment leben und mich auch immer wieder in den Moment zurückholen mit ihrer liebevollen und verspielten Art. Bestimmt kennst du die Debatte darüber, dass Hunde- und Katzenliebhabende womöglich ganz unterschiedlich ticken könnten. Ich weiss nicht so recht. Auch die Wissenschaftler scheinen bereits seit Jahrzehnten erfolglos darüber zu forschen. In einem Spektrum.de-Beitrag wird ein möglicher Grund genannt: Ein Team um den Psychologen Samuel Gosling von der University of Texas in Austin vermutet, dass zahlreiche methodische Probleme zu der unklaren Studienlage beigetragen haben könnten. Insgesamt deuten die neueren Studien dennoch darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen unserer Persönlichkeit und der Vorliebe für ein ganz spezielles Tier zumindest nicht unwahrscheinlich ist. Wie dieser Zusammenhang genau aussehen könnte, ist jedoch nicht abschliessend geklärt. Es gäbe auch genügend Tierhaltende beider Arten zugleich :-). Eigentlich interessiert mich weniger, ob und weshalb Hunde- und Katzenliebhabende womöglich ganz unterschiedlich ticken könnten, sollten, wollten oder auch nicht. Und ehrlich gesagt frag ich mich, ob wirklich jedes Thema erforscht werden kann oder soll (1). Mein Bruder und ich verstehen uns jedenfalls blendend und ticken in vielen Dingen recht ähnlich. Gut so. (1) Hinweis: Dieser Beitrag ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu lesen. Die Welt braucht Wissenschaft und Forschung. Die Grundlagenforschung sowie angewandte Forschung und Entwicklung sind unabdingbar und unverzichtbar. Mir gefällt die Innovationskraft, die dahinter steckt. Und mir gefällt speziell der Gedanke, dass dadurch auch Probleme der Vergangenheit und der Gegenwart verstanden werden können, um sie zukünftig möglichst zu vermeiden oder zu meistern. Ab und dann gelingt das sogar, aber leider nicht immer! Lust auf mehr Infos, weshalb womöglich die Forschung immer seltener zu grossen Errungenschaften führt? Dann empfehle dir die Lektüre eines interessanten Tages Anzeiger Artikels mit dem Titel: "Schwindet die Erfindungskraft der Menschheit?" 72. Blogbeitrag
Heute möchte ich dich auf eine musikalische Reise mitnehmen. Lass mich einen wunderschönen Song mit dir teilen vom grossartigen skandinavischen Soulkünstler Ole Børud (Spoileralarm: Er kann auch Fusion und Metall; siehe am Schluss). Ich stellte ihn bereits in meinem 7. Blogbeitrag vor. Natürlich verbirgt sich auch hinter diesem Blog eine schöne Botschaft, aber zuerst möchte ich dir von seinem neuesten Album Soul Letters erzählen, welches eine wunderbare Hommage an die Soulmusic darstellt und absolut hörenswert ist. Ein Song von diesem Album sticht in seiner Klangdynamik und raffiniertem Aufbau besonders hervor und verbindet in dieser stimmgewaltigen Ballade sowohl ruhige Klänge, intensive Highlights wie auch einen Hauch von Gospelgesang. Der Song trägt den Titel «Lead the way» und passt perfekt in diese Zeit, denn er startet mit der stimmigen Zeile: «Walking in november. See the leaves on the ground…..». Hört euch den Song erst mal an, ohne euch auf den Text zu fokussieren und geniesst diese wunderbare Komposition in vollen Zügen. Achtet euch auf die aufbauenden Elemente dieses Songs und wie er es schafft, immer wieder zurück zu zärtlichen Klängen zurückzufinden, obschon man auch ohne Textfokussierung spürt, dass er stellenweise vor lauter Glückseligkeit zu explodieren scheint. Ole hat sein Glück in seinem Glauben zu Jesus gefunden. Er fühlt sich begleitet und geborgen in dieser Liebe und dies bringt er in diesem Song ganz wunderbar zum Ausdruck. Mir geht es nota bene nicht um den religiösen Kontext in diesem Song, denn es soll Jede/r selbst an was auch immer glauben. Es geht mir mehr um die Art, wie hingebungsvoll er seiner Passion Ausdruck verleiht und dazu auch steht. Das macht den Song sehr authentisch und intensiv. Findest du nicht auch? Als Musikbegeisterte wurde ich bei Ole Borud einfach neugierig, was er denn musikalisch und auch textlich noch so drauf hat - und das ist eine ganze Menge: Er kombiniert Soul, Funk, Rock, Pop und Jazz Elemente auf seine eigene Art und Weise (und eben auch noch Fusion und Metall - what a crazy guy!). Ich picke ein paar meiner Rosinen für dich heraus, sofern ich dich neugierig gemacht haben sollte und sofern du dich auch etwas intensiver für die Musik interessieren solltest. Falls nicht, kannst du auch einfach ganz zum Schluss scrollen, um das Fazit dieses Blogs zu erhaschen. Eines noch vorweg, bevor du dich ins musikalische Abenteuer mit mir begibst: Es lohnt sich, die folgenden Songs ganz durchzuhören, denn oftmals sind die Rosinen im letzten Teil der Songs versteckt: 1. Hör dir mal den wunderbar akkustisch-melancholischen Song «Can’t let go» aus Soul Letters an und geniesse im Refrain, wie harmonisch es klingt, wenn die Gitarre die klar gesungene Vocalline drei Taktschläge versetzt wiederholt. Im zweiten Refrain verdoppelt er seine Stimme mit stärkerem Hall und dieser Effekte scheint seiner textlich dargestellten Verzweiflung noch mehr Ausdruck zu verleihen. In der letzten Strophe an der Textstelle «You know, that I love you so, and its hard for me to say goodbye» nimmt er all diese Effekte auf einmal wieder raus. Damit verstärkt er sein beschriebenes emotionales Dilemma auf eine raffinierte Weise, indem er dadurch ganz konkret auf seine Textbotschaft fokussieren will. Der Song hört so leise auf, wie er begann und auch das beschreibt meines Erachtens sehr wirkungsvoll den Teufelskreis, den er mit diesem Song beschreibt. Ich widme diesen Song einer ganz speziellen Person in meinem Leben und wünsche mir sehr, dass alles überwunden ist. 2. Wenn du die Band "Steely Dan" magst, dann hör dir mal folgenden Song an vom Album Outside the limit aus dem Jahre 2019 und zwar «Put my money»: . Das Gitarrenriff erinnert mich an den Anfangsgroove der Steely Dan Nummer "Josie"; wobei die letztere Komposition musikalisch komplexer und auch rhythmisch raffinierter aufgebaut ist. 3. Auf demselben Album hat er meines Erachtens einen humoristischen Textknüller kreiert, dessen Botschaft ich ab und dann gut hätte gebrauchen können: Es ist der ironisch gemeinte Song «Talk to my lawyer». Darin nimmt er sich in den Schutz indem er klar sagt, dass er nicht zur Verfügung stehe für falsche Anschuldigungen und sonstigem Rubbish und dass man doch gerne seinen Anwalt kontaktieren könne bei Bedarf; was natürlich ironisch zu verstehen ist. 4. Es geht textlich sehr persönlich weiter auf demselben Album mit dem ehrlichen Titel «I can’t pretend», wo er beschreibt, dass er niemandem etwas vorgaukeln möchte und dass er das Authentische sucht. Sehr jazzy, sehr melodiös mit tollen Akkordabfolgen. 5. Das Album Stepping out aus dem Jahre 2014 überrascht mit poppigen Synthieklängen und spannenden Acid Jazz Ansätzen. Er besingt darin die hoffnungsvollen Möglichkeiten, die das Leben bieten kann. Achte dich mal bei einem zweiten Durchhören allein auf die virtuellen Gitarreneinschübe (von ihm selbst gespielt). Wieder einmal sehr melodisch und textlich tröstend überrascht er dann noch mit grossartigen Bläserelementen, effektvollem Chor und genialer Rhythmusgitarre im Refrain und in den Bridges im Song «Maybe». Ganz wunderbar arrangiert ist der B-Teil vor dem Schlussrefrain. 6. Das Gefühl, dass Andere einen zurückhalten und dadurch schaden, kann lähmend sein. Er schrieb einen befreienden Songtext mit erneuten unüberhörbaren Steely Dan Elementen in «Stepping out», was vereinfacht übersetzt werden kann mit «Ich trete dieses Mal aus - nichts kann mich jetzt mehr stoppen». Der typische, jazzig harmonisierte, funky-groovy tänzelnde Steely Dan-Stil wird auch hier genüsslich zelebriert. 7. Ein Album von 2011, dass ich weniger oft höre, ist Keep Moving. Aber auch da hat es Rosinen drin, insbesondere den Song «Souls in Chain». Das (Bläser)Arrangement ist meines Erachtens erstaunlich reif für einen damals recht junger Musiker, findest du nicht auch? Natürlich singt er auch da schon wieder über die Liebe zu seinem Erlöser aber eben, das ist okay. Hier geht’s mir mehr um den cleveren und überraschenden musikalischen Songverlauf als um den Text. 8. Aus dem Jahre 2002 stammt sein erstes Meisterwerk Chi-Ro und ich finde es unglaublich, wie vielseitig sich Ole seither musikalisch entwickelt hat. Ich hör mir dieses Album auch gerne, wenn ich etwas Schwung in meine Hausarbeitsroutine kriegen möchte. Die Texte zelebrieren alle seinen tiefen Glauben und trotzdem (oder gerade deshalb?) ist es grandios anzuhören – allein der Musik wegen. Ganz stark finde ich rein musikalisch gesehen folgende Songs daraus: a.) «Chi-Ro» mit tollen Streicherakzenten, die uns durch den ganzen Song hindurch begleiten. Was ich mir wünschte, wäre einen besser hörbaren Bass: b.) «Pray to god», welches sehr rockig daherkommt. Der vorgezogene Groove im Refrain verleiht dem Ganzen noch etwas mehr Drive. Bei so viel Schwung hat bei mir spätestens nach dem 1. Refrain kein Staubkorn mehr ne Chance beim Putzen :-). Was ich schade finde, ist das zu brave Gitarrenkurzsolo nach dem 1. Refrain. Aber der tolle Break nach dem 2. Refrain und jenes Gitarrensolo im Hintergrund bis vor dem B-Teil entschädigt mich vollends. c.) «Hold me Jesus” hat einen coolen Beat. Das Schlagzeug unterstützt den Song durch subtile Rhythmen und Akzente. d.) Zum Schluss überrascht der junge Musiker den Zuhörenden mit enorm viel musikalischer Kreativität beim Song «Let the Kingdom come» ab Mitte des Songs. Eine faszinierende Kombination aus authentischer Botschaft, musikalischer Vielfalt, virtuosem Gitarrenspiel, eingängiger Melodie und emotionaler Ausdruckskraft. 9. Und dann begeistert Ole mit coolen Covers wie jenes von Airplay namens "Nothin' You Can Do About It". Was ich an Ole so liebe ist seine positive Einstellung zum Leben. Und er packt neben ganz viel Groove eben auch ganz viel Liebe in seine Kompositionen. Ich weiss auch nicht weshalb, aber Ole tun mir einfach gut. 10. Falls du noch Zweifel an seinem musikalischen Talent hast und mit dem musikalischen Begriff «Fusion» etwas anfangen kannst, dann hör dich mal seine neueren Projekte an und geniesse seine Vielseitigkeit. 11. Oder gehörst du zu den Liebhabenden von Metall Sound mit einer Mischung aus Thrash, Death und leichten progressiven Anflügen und Elementen aus Black Metal? Das entspricht gar nicht meinem Geschmack, aber rein musikalisch gesehen sind die auch auf recht hohem Niveau (wie Metallica - die mag ich eher). Ole schreibt, arrangiert und singt alle seiner Songs selbst und natürlich produziert er diese auch. Er spielt auch alle Gitarrenparts selbst und ist zudem in weiteren spannenden Projekten involviert – halt ein Vollblutmusiker! Für das nichtmusikalisch geschulte Gehör mag er mit seinen meisten Alben etwas schräg daherkommen. Für mich ist es purer Genuss, wie musikalisch vielschichtig versiert und gesanglich perfekt Ole seinen Gefühlen Ausdruck verleiht. Er vereint gekonnt verschiedene musikalische Stile wie Pop, Rock, Jazz, Funk und Soul und mir gefällt seine Fähigkeit, verschiedene Genres derart zu mischen, so dass ein einzigartiger Sound daraus entsteht. Mein Fazit: Was mir am besten an diesem Musiker gefällt, ist seine Vielseitigkeit, Positivität und Authentizität. Und das verleiht seiner Musik eine enorme Glaubwürdigkeit und Intensität: Er steht musikalisch zu seiner Liebe zum Leben und zum christlichen Glauben und unabhängig davon, ob man selbst religiös ist oder nicht oder ob man seine Musik gerne hören mag oder eben nicht: Zu sich und zu seinen Überzeugungen zu stehen ist absolut nachahmungswürdig. Ich finde, Ole geht da mit ganz gutem Beispiel voran. Etwas mehr Ole würde uns allen bestimmt guttun. 71. Blogbeitrag
Angst, Wut und Verzweiflung entstehen oft aufgrund falscher Wahrnehmung. Wir haben unzählige falsche Vorstellungen/Erwartungen uns und unserem Umfeld/Umwelt gegenüber und das ist die Grundlage für zahlreiche Konflikte. Ich habe das eingehend im Blog 63 beschrieben mit Lösungsansätzen für dich selber. Auf diesen Beitrag hin meldete sich Mary im Kommentar und wollte einen Tipp haben, wie wir anderen helfen können, weniger zu leiden. Es gibt natürlich zahlreiche Ansätze, aber die folgende Methode gefällt mir am besten: Thich Nhat Hanh (Thay), ein buddhistischer Mönch und Friedensaktivist, schlägt eine Methode aus Achtsamkeit und Mitgefühl vor, um das eigene und fremde Leiden zu mindern. In einem Interviewausschnitt mit Oprah Winfrey erklärt er einen möglichen Lösungsansatz für diese nützliche Soforthilfe. Ich habe seine Aussagen für dich im unteren Blogtext zusammengefasst. Du kannst dir auch gerne noch das Video mit deutschem Untertitel anschauen. Es geht um die Methode des mitfühlenden Zuhörens. Idee ist, dass dein Gegenüber den Herzschmerz leeren kann ohne Korrekturen oder Ratschläge deinerseits (Ratschläge können nota bene auch Schläge sein). Dabei spielt es keine Rolle, ob dein Gegenüber falsche Wahrnehmungen voller Bitterkeit äussert. Du musst dich einfach immer daran erinnern, dass du mit mitfühlendem Zuhören deinem Gegenüber hilfst, im aktuellen Moment weniger zu leiden. Wenn du die Wahrnehmung deines Gegenübers korrigieren möchtest, kannst du das ein anderes Mal tun. Beim achtsamen Zuhören geht es nur darum, deinem Gegenüber zu helfen und sein Leid sofort zu mindern. Es entsteht dadurch die Chance der Erleichterung, des Befreiens in diesem Moment für diese Person – und womöglich auch für dich. Thay liefert ein Beispiel, wie man so ein Gespräch auch selber ansprechen könnte mittels einer ernstgemeinten, liebevollen Anrede: «Lieber X. Ich weiss, dass du viel leidest. Ich habe noch nicht genug von deinen Schwierigkeiten und Leiden verstanden. Es ist nicht meine Absicht, dass du mehr leidest. Ganz im Gegenteil. Bitte erzähle mir von deinem Leiden, deinen Sorgen und Schwierigkeiten. Ich möchte lernen, dich zu verstehen». Wenn dein Gegenüber es auch möchte, wird es das Herz öffnen. Und dabei praktizieren wir mitfühlendes Zuhören und lernen auch viel über unsere eigene Wahrnehmung und derjenigen unseres Gegenübers. Natürlich gibt es viele weitere Aspekte, die individuell berücksichtigt werden müssen bei jedem Gespräch. Vorallem, wenn du selber emotional tangiert, involviert oder kompromittiert bist. Wenn du es erst mal nicht schaffst, nur zuzuhören, dann versuche zumindest, ganz ruhig zu atmen. Das erhöht die Chance, trotz einem hohen Emotionalitätsgrad deines Gegenübers ruhig und bei dir zu bleiben. Es kann auch vorkommen, dass du dich mittels Onlinerecherche informieren möchtst über das Leiden des Gegenübers. Das macht Sinn, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen und gegebenenfalls Fachstellen zu orten, insbesondere bei allgemein bekannteren Leiden wie Depressionen, Burnout, Mobbing, etc.. Doch bei der Interpretation ist Vorsicht geboten: Wir schliessen im Zeitalter von Google und Chat GTP rasch voreilige laienhafte Schlussfolgerungen. Da würde ich immer das Gegenüber direkt befragen und/oder weitere Hilfe/Quellen beiziehen. Fazit: Ganz egal, wie schlimm das Leiden deines Gegenübers auch sein mag, dein ernstgemeintes, friedliches und mitfühlendes Zuhören kann umgehend eine Erleichterung bedeuten für das Gegenüber. Nur Zuhören - nicht Reden. Wie bereits erwähnt, ist das alleiniges Zuhören gar nicht so einfach. Wenn du spürst, dass deine Emotionen sich bemerkbar machen, versuche zumindest, ruhig zu atmen und dadurch ruhig bei dir selber zu bleiben. Übung macht den Meister. Es ist übrigens auch ausnahmlos immer eine wunderbare Achtsamkeitsübung für dich selber - insbesondere, wenn das Leiden deines Gegenübers auch dich betrifft! Kennst du noch weitere tolle Tools, wie man Erste Hilfe bei Leidenden praktizieren könnte? Dann her damit! 70. Blogbeitrag
Rechtzeitig zu Halloween möchte ich euch mit einem nützlichen und zugleich tiefsinnigen Zitat vertraut machen: Das lateinische Zitat "Memento mori" bedeutet übersetzt "Bedenke, dass du sterblich bist". Es ist ein bekanntes Sprichwort, das uns daran erinnert, dass wir alle körperlich Sterbliche auf dieser Welt sind und dass wir uns bewusst sein sollten, dass unser Leben in der aktuellen Form begrenzt ist. Doch was ist Bewusstsein? Bewusstsein ist ein komplexes Phänomen, das die Fähigkeit eines Individuums beschreibt, sich seiner Selbst und seiner Umgebung bewusst zu sein. Es ermöglicht die Wahrnehmung von Gedanken, Emotionen, Sinneswahrnehmungen und Handlungen und erlaubt uns, unsere Erfahrungen zu interpretieren, zu reflektieren und darauf zu reagieren. Das Bewusstsein ist gemäss aktuellen Studien die biologische Fähigkeit, im Gehirn eine immer differenziertere Vorstellung von der Aussenwelt zu entwickeln. Was wir sehen, ist womöglich eine ständige Rekonstruktion der äusseren Realität. Mit optischen Täuschungen lässt sich das menschliche Bewusstsein deshalb nach Belieben manipulieren. Platons Höhlengleichnis beschreibt dieses Phänomen bereits 400 v. Chr. und besagt, dass wir alle eine subjektive Wahrnehmung und damit ein eigenes Bewusstsein haben (siehe Blog 57). Wenn du Lust hast, dass schaue dir mal die Arte-Dokumentation vom 15.10.23 an. Darin werden die neuesten neurowissenschaftlichen Studien über die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins erläutert (1). Wer kann uns die Wahrheit zum Thema Bewusstsein liefern? In der Wissenschaft geht es nicht um die Wahrheit per se, sondern darum, durch Forschen und Erkennen Wissen hervorzubringen. Wissen, das überprüfbar und systematisch dokumentiert ist und veröffentlicht wird. Das mag der Wahrheitsfindung dienen, aber muss nicht der kollektiven Wahrheit entsprechen. Und jede wissenschaftliche Erkenntnis bleibt auch nur so lange aktuell, bis sie widerlegt wird. Die Frage nach der Wahrheit gehört eher zu den zentralen Themenfeldern der Philosophie (wörtlich die Liebe zur Weisheit) und der Logik (Die Wissenschaft des folgerichtigen Denkens) und wird von verschiedenen Theorien unterschiedlich interpretiert. Wie hängen denn Wahrheit und Bewusstsein zusammen? Bewusstsein und Wahrheit sind eng miteinander verbunden. Das Bewusstsein ermöglicht es uns, die Wahrheit für uns zu erkennen und zu verstehen, beeinflusst aber auch unsere Wahrnehmung und Interpretation der Wahrheit. Der genaue Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Wahrheit ist jedoch komplex und wie bereits erwähnt kann das je nach philosophischer oder wissenschaftlicher Perspektive unterschiedlich interpretiert werden. Es gibt noch weitere Theorien und Ansätze zur Erklärung des Bewusstseins. Während die Wissenschaft argumentiert, dass Bewusstsein eine rein physikalische Eigenschaft des Gehirns ist, gehen Religionen davon aus, dass es eine immaterielle Komponente gibt, die nicht durch wissenschaftliche Methoden erklärt werden kann. So gibt es bei allen Weltreligionen ein Leben nach dem Tod, Auferstehung, Wiedergeburt oder Unsterblichkeit. Wo die Wissenschaft endet, beginnt der Glaubensbereich. Es ist so oder so ein Dilemma: Bewahrheiten sich die aktuellen Forschungserkenntnisse, kann es ohne Gehirn kein Bewusstsein geben und damit auch kein bewusstes Existieren nach dem Tod. Stimmen die Vermutungen der Religionen, existieren wir weiter nach dem Tod und sind womöglich ewig in einem Wiedergeburtszyklus gefangen, bis wir die Erlösung erlangt haben. Oder vielleicht gibt es sogar eine Daseinsform ohne Bewusstsein? Trotz intensiver Forschung, Debatten oder Gebete ganzer Religionsgemeinschaften bleibt die Wahrheit über das Bewusstsein zu Lebzeiten und darüber hinaus ein rätselhaftes Phänomen, das wohl nie gelöst werden kann. Mit dieser Ungewissheit müssen wir leben lernen. Ganz egal, was in der Zukunft mit unserem Bewusstsein passieren mag oder eben auch nicht: «Memento Mori» kann uns im jetzigen Moment dazu ermutigen, unser Leben in unserem Umfeld in vollen Zügen bewusst zu geniessen. Und das tu ich auch jeden Tag so achtsam wie möglich. Und das nicht nur für den Fall, dass die Wissenschaft recht behalten sollte ;-). (1) Quelle der Arte Dokumentation "Das Rätsel unseres Bewusstseins". 63. Blogbeitrag
In meinem 60. Blogbeitrag versprach ich, darüber zu schreiben, was uns leiden lässt und wie wir das ändern könnten. Ich gehe dabei nota bene von durchschnittlichen Lebensumständen aus und klammere alles Extreme hiermit aus. Ich habe zwei Lösungsanregungen für dich: 1. Mir hilft die gelebte Achtsamkeit am besten zu Erkennen, was mich leiden lässt und weshalb: Wenn man sich liebevoll um sein Leiden kümmert und versteht, weshalb man leidet, kann man es ändern oder akzeptieren (falls es nicht veränderbar ist). Ignorieren nützt nichts und man muss schon nach der Ursache suchen wollen. Das macht es für mich zu einem sehr individueller Ansatz. Ich erwähnte ihn schon in den Blogbeiträgen 28 und 30. Ich werde das Prinzip in einem späteren Blog näher erläutern. 2. Es gibt einen ähnlichen allgemeineren Ansatz in der buddhistischen Philosophie, der auch für Nichtbuddhisten wie mich im Grundsatz ansprechend und plausibel klingt. Es geht um den Begriff der edlen vier Wahrheiten, die Buddha aufstellte, um sich vom Leid zu befreien. Die Lösung für beide Ansätze lautet meines Erachtens: Mit sich im Reinen sein. Du könntest bereits damit aufhören, weiterzulesen……aber vielleicht interessiert es dich, wie sich das alles zusammensetzt…..es lohnt sich weiterzulesen – versprochen! Der Leidensgrund liegt für die meisten Buddhistischen Schulen im Nichtwissen. Nichtwissen um die Verbundenheit aller Dinge führe zu falschen Wahrnehmungen und falschem Handeln, was zu leidvollen Erfahrungen führe. Eine dieser falschen Wahrnehmungen sei die Identifikation eines Egos bzw. Selbst mit Gegenständen der materiellen Welt. Buddha meinte offenbar, dass die wahre Ursache unseres Leidens die Verwirrung in Bezug darauf ist, wie wir existieren. Es handelt sich nicht nur um ein allgemeines Leiden, sondern die Frustration daran, dass die eigenen begrifflichen Projektionen nicht stimmen. Sigmund Freud schrieb zu Projektionen: „Projektion ist das Verfolgen eigener Wünsche in anderen.“ Das ist ein sehr interessantes Thema für sich, weshalb ich dem eine eigene Fussnote widmen möchte (1). Du kannst diese Fussnote auch gerne zuerst lesen, bevor es weitergeht: Auch im buddhistischen Kontext sind Projektionen ein Problem: Wir projizieren zahlreiche Dinge auf uns selbst, auf andere Menschen, auf Situationen, welche nur in unserem eigenen Kopf existieren. Weit verbreitet ist die Projektion, dass sich die Welt um jeden Einzelnen von uns zu drehen hat. Weil wir dann glauben, dass das der Realität entspricht, schaffen wir immer mehr Leiden und Probleme für uns selbst und logischerweie auch für andere. Dies sei auch laut Buddhismus die Ursache für Leiden, die Ursache unserer Probleme und die Ursache der Probleme aller: Unsere Projektionen von etwas, das in Wirklichkeit nicht existiert – nur in unseren Köpfen. Wenn wir unsere eigenen Probleme und unser eigenes Leiden loswerden und Befreiung erreichen wollen, müssen wir damit aufhören, an das zu glauben, was wir da unentwegt Falsches projizieren (2). Würden wir alle sofort damit aufhören, uns selber als das Allerwichtigste auf dieser Welt wahrzunehmen und damit aufhören, all unsere Bedürfnisse auf andere übertragen zu wollen, würde eine Menge Leid auf einen Schlag wegfallen - bei uns allen. Aber es ist ausgesprochen schwierig, zwischen Projektion und Realität zu unterscheiden, weil sich die Projektion so real anfühlt, und nicht nur das – wir reagieren auch sehr emotional darauf. Genau so wie das Gegenüber! Das braucht viel Übung, um das bei anderen und bei sich selber zu erkennen und abzustellen. Bevor du weiterliest: Nimm dir doch die Zeit, um darüber nachzudenken, welche fiktiven Projektionen dich bestimmen und welche dich leiden lassen? Was existiert womöglich nur in deinem Kopf? Und stell dir nun vor, welche fiktiven Projektionen Andere auf dich übertragen, welche weder deiner Wahrnehmung noch der Realität entsprechen. Das existiert womöglich nur in deren Köpfen. Unglaublich spannend nicht wahr? Spürst du auch gerade das unglaubliche Konfliktpotential nur wegen Projektionen allein? Durch diese Erkenntnis haben wir bereits ein wichtiges Lösungspuzzle in der Hand. Verstehen ist der erste wichtige Schritt. Drum gehts weiter mit dem Leidensbegriff im buddhistischen engeren Sinne: Laut Buddha gibt es drei Formen von Leiden (genannt «dukkha» (3)): Die erste Form ist körperlicher und geistiger Schmerz, der durch die unvermeidlichen existentiellen Tatsachen des Menschseins wie Alter, Krankheit und Tod verursacht wird, die das Leben mit sich bringt. Die zweite Form ist das Leid, das wir aufgrund von Unbeständigkeit und Veränderung empfinden, wie der Schmerz, nicht zu bekommen, was wir wollen und zu verlieren, was uns lieb und teuer ist. Die dritte Form ist ein existenzielles Leiden. Es geht um die Angst, ein verkörpertes und sterbliches Wesen zu sein, das der Bedingtheit der Existenz unterworfen ist, d.h. das Leben nie ganz unter Kontrolle zu haben. Was sind nun die edlen vier Wahrheiten? Es ist ein Lösungsansatz, um das Leiden zu beenden: Buddha glaubte, dass die Wurzel aller Leidensformen das Verlangen oder die Anhaftung sei. Er nannte dies die erste edle Wahrheit. Wenn du das mal gedanklich bei dir durchdenkst, stellst du wahrscheinlich auch fest, das an diesem Gedanken etwas dran sein könnte. Er hat u.a. auch mit den bereits erwähnten fiktiven Projektionen in unseren Köpfen zu tun. Die zweite edle Wahrheit besagt, dass genau dieses Greifen oder Vermeiden die Quelle von Leid ist. Bestimmt hast du auch schon einmal erfahren, dass das Stillen unseres Verlangens lediglich eine momentane Erleichterung oder vorübergehende Befriedigung bietet. Was wir begehren, ist nie genug und hält nie an. Wenn ich bedenke, dass ich über 100 Paar Schuhe besitze und immer noch Outfits habe ohne passenden Schuhe, dann liegt das ganz bestimmt nicht an den Outfits :-). Die dritte edle Wahrheit besagt, dass es einen anderen Weg gibt, das Leiden zu beenden. Dieser Weg besteht, wie in der vierten edlen Wahrheit erklärt wird, in der Praxis des achtfachen Pfades (rechte Ansicht, rechte Entschlossenheit, rechte Sprache, rechte Handlung, rechtes Leben, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit und rechte Meditation). Buddha meinte, dass man durch das Praktizieren des achtfachen Pfades eine Form der Zufriedenheit erlangen können, die nicht von äusseren Objekten oder Ereignissen in unserem Leben abhängig ist, sondern aus einem kultivierten Geisteszustand hervorgeht, der sich nicht verändert, wenn sich die Umstände ändern. Selbst körperliche Schmerzen sollen durch die Bewusstheit eines kultivierten Geistes als weniger belastend empfunden werden. Man lernt quasi mit den Wellen zu surfen und kämpft nicht mehr gegen sie an. Die Lehre der vier Aufgaben (vier edle Wahrheiten) besagt also, dass uns die Mittel immer zur Verfügung stehen, um Befreiung von unserem Leiden zu finden. Ich kann dir keine Tipps zur Umsetzung des achtfachen Pfades geben, das ist individuell. Aber ich kann dir auch da ein tolles Fazit liefern: Der mittlere Pfad ist auch ein Synonym für diesen edlen achtfachen Pfad: Im weiteren Sinne wird er im Buddhismus als Grundsatz verstanden, Extreme zu meiden. Der mittlere Weg wird unter anderem mit dem Gleichnis einer Saite eines Musikinstrumentes beschrieben. Ist sie zu wenig gespannt, entsteht kein schöner Klang. Ist sie zu stark gespannt, kann sie reissen. Nur wenn eine Saite die geeignete Spannung zwischen den Extremen hat, kann sie einen schönen Klang erzeugen. Mir gefällt die gedankliche Herleitung der edlen vier Wahrheiten. Mir gefällt auch der Hinweis und die Auseinandersetzung mit eigenen und fremden fiktiven Projektionen. Ich picke mir aus diesem buddhistischen Ansatz heraus, was ich gut umsetzen kann: Ich versuche, Extreme zu vermeiden, eigene und fremde fiktive Projektionen zu entlarven und weniger abhängig von meinem Verlangen zu sein. Wie man Leiden überwindet, muss jede/r selber wissen und herausfinden. Ich stelle allerdings leider auch immer wieder fest, dass einige Menschen ihr Leiden nicht überwinden können oder wollen. Einige definieren ihr Leben oder auch sich selber sogar über ihr Leiden. Das macht mich sehr traurig. Natürlich kann es immer wieder zu extremen Lebensumständen oder Verletzungen kommen, die alles erschweren. Aber ich gehe in meinem Artikel hier von durchschnittlichen Lebensumständen aus. Bedauerlicherweise verschwindet das Leiden nicht von selbst. Um es zu überwinden, muss man sich damit auseinandersetzen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Am Ende bleibt es jedem selber überlassen, ob und wie man damit umgehen möchte. Es besteht allerdingst auch immer die Möglichkeit, sich helfen zu lassen, falls man selber nicht mehr weiterkommt. Es gibt zahlreiche Unterstützung im Internet. Nur Mut, denn die Auseinandersetzung mit seinem Leiden ist zugleich auch der Weg zu sich selber, um mit sich ins Reine zu kommen. Dann stehen die Chancen nicht schlecht, das Leiden aus dem Schatten seiner Selbst zu befreien und endlich zu beenden. Fussnoten: (1) Eine spannende Definition zu Projektionen im psychologischen Sinne habe ich aus dem Lexikon der Psychologie entnommen: "Projektion, ein zentraler Abwehrmechanismus, das unbewusste Übertragungen von Affekten und Impulsen auf ein Gegenüber. Anteile des eigenen Selbst werden in einer mit Affekten und Wünschen einhergehenden Interaktion dem Interaktionspartner unterstellt – in der festen Überzeugung, dieser sei so, wie man ihn wahrnehme. Die Projektion dient aus Sicht der Psychoanalyse der Abwehr von Angst und der Aufrechterhaltung des Selbstbildes: Nicht ich selbst habe manipulierende Absichten, sondern mein Gegenüber und Interaktionspartner. Projektionen sind häufig der Grund für dauerhafte Konflikte in sozialen Beziehungen. Projektion steht im Gegensatz zum Mechanismus der Externalisierung: Externalisierung bedeutet, jemanden vorübergehend für das eigene momentane Missgeschick verantwortlich zu machen, dann aber allmählich zu verstehen, daß dies der Entlastung des eigenen Selbstwertproblems dient. Bei Projektion geht es nicht um eine Reaktion auf einen ärgerlichen Vorfall und um die fehlende Übernahme von Verantwortung, sondern um die Abwehr eines inneren Triebimpulses oder Affekts, dessen Zuordnung zum eigenen Selbst Angst und Schuldgefühle nach sich ziehen würde. Der zunächst bei der Wahrnehmung anderer Personen vor allem zu Beginn einer Beziehung, bei noch nicht vorhandener Vertrautheit, unumgängliche Anteil von Projektion (auch: Vorausurteile) weicht schrittweise. Bei Persistenz der Vorausurteile kommt es zur Verfestigung und zu Vorurteilen, die dann als Aufhänger für Projektionen dienen müssen.". Quelle: https://www.spektrum.de (2) Ein sehr empfehlenswerter und verständlicher Artikel über Projektionen im buddhistischen Sinne: https://studybuddhism.com (3) Quelle: https://buddhastiftung.org Das Wort dukkha, welches gewöhnlich mit “Leiden” übersetzt wird, hat eine weitaus subtilere Bandbreite von Bedeutungen. Manchmal wird dukkha metaphorisch als ein Rad beschrieben, das unrund läuft. Eine wörtlichere Übersetzung der ersten edlen Wahrheit könnte lauten: “Das Leben ist nicht dauerhaft befriedigend oder wird als ungenügend empfunden.” |
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