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11. Blogbeitrag
Wie weiss man, ob man sich ein schlechtes Gewissen bloss einredet oder ob es objektiv betrachtet gerechtfertigt ist? Ich habe mit dem kategorischen Imperativ von Immanuel Kant ein wunderbares Werkzeug gefunden, welches mich im Zweifel über den wahren Grund meiner Gewissensbisse aufklärt: Der kategorische Imperativ ist ein Prinzip, mit dem du moralisch richtige Handlungsentscheidungen treffen kannst. Er lautet: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Für Kant ist eine Handlung dann gut, wenn ihr ein guter Wille zugrunde liegt. Eine Art Sittengesetz. Seine Maxime ist: "Ich soll niemals anders verfahren als so, dass ich auch wollen könne, meine Maxime solle ein allgemeines Gesetz werden." Ausschlaggebend ist also, dass du dir vor einer Handlung deine persönlichen Leitsätze (Maxime) vor Augen führst. Du fragst dich also: Möchte ich, dass alle anderen Menschen auch so handeln (bsp. Lügen)? Wenn die Antwort ja lautet, ist die Handlung für dich moralisch vertretbar; ist die Antwort nein, dann ist sie es für dich wahrscheinlich nicht. Bei der Anwendung des kategorischen Imperativs denkst du über die Konsequenzen für alle Menschen nach (im Gegensatz zur einfacheren goldenen Regel: «Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu», denn das bezieht sich nur auf deinen eigenen Willen). Der kategorische Imperativ nach Kant verlangt also, dass du deine eigenen Handlungsmaxime hinterfragst. Ich kann dir mit reinem Gewissen seinen kategorischen Imperativ ans Herz legen. Damit kannst du so immer feststellen, ob deine Handlungen nach deiner Handlungsmaxime moralisch gut oder schlecht sind: Im letzteren Falle ist es einfach: Unternimm etwas und bereinige es, um deinen moralischen Kompass wieder auf Kurs zu bringen. Wenn du aber moralisch richtig handelst und trotzdem noch Gewissensbisse hast, dass musst du wohl tiefer graben - aber dann bitte ohne schlechtes Gewissen! Kurz zu Kant (falls ich dich neugierig gemacht haben sollte. Zusammengefasst aus Wikipedia): "Immanuel Kant war ein deutscher Philosoph des 18. Jahrhunderts. Mit seinem Werk „Kritik der reinen Vernunft“ schaffte er in der Philosophie einen Wendepunkt (kopernikanische Wende, siehe Blog 73) und prägte die Epoche der Aufklärung. Er regte eine neue Denkweise an. So rief er dazu auf, Eigenverantwortung zu übernehmen, anstatt sich an Gottesvorschriften zu halten. Mit diesen Ansichten zählt Kant noch heute zu den bedeutendsten Denkern der Geschichte. Mit seinen Worten „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ sagte Kant aus, dass die Menschen durch die kirchlichen Regeln unterdrückt werden und genau dies sollte gebrochen werden. Kant war der Meinung, dass der Mensch ein selbst denkendes Wesen sein kann, wenn er sich von den Regeln befreie. In seinem Hauptwerk stellte Kant die vier wesentlichen Fragen der Philosophie: “Was kann ich wissen?“, „Was soll ich tun?“, „Was darf ich hoffen?“ und „Was ist der Mensch?“. Seine Suche nach Antworten auf diese Fragen nannte er Erkenntnistheorie....". Immanuel Kants Werke sind für Laien wie mich kaum lesbar. Aber es gibt viele gute Webseiten, die Kants Erkenntnisse verständlich darlegen. Nur Mut, es lohnt sich!
6 Kommentare
10. Blogbeitrag
Ich habe schon einige mutige Entscheidungen in meinem Leben gefällt. Keine davon habe ich je bereut, denn alle haben mich weitergebraucht. Gut. Als Chancendenkende (siehe Blogbeitrag 4) überrascht mich dieses Fazit kaum. Ein Entscheid brauchte jedoch mehrere Anläufe, bis es klappte. Doch zuvor folgendes: Als ich als Bildungsinteressierte über 70k in ein Executive MBA der Universität Zürich investierte, konnte ich mir ausrechnen, dass sich diese Investition lohnen wird. Das Angebot einer Geschäftsführungsstelle eines ETH Spinoffs mit 27 Jahren erforderte mehr Mut. Ich arbeite noch immer mit viel Enthusiasmus bei derselben Firma. Die Anfrage ob ich das Gemeindepräsidium übernehmen wolle liess mich das erste Mal kurz zweifeln, ob ich so viel Verantwortung tragen kann. Doch - hätte ich das Amt nicht übernommen, wüsste ich bis heute nicht, wie sehr ich mich für diese komplexe Aufgabe eigne. Ich durfte das wunderbare Amt erfolgreich zehn Jahre lang ausüben bis ich aufgrund einer gestaffelten Rücktrittsplanung schweren Herzens loslassen wollte. Am meisten Mut brauchte ich, mich aus meiner 20-jährigen Beziehung loszulösen. Nach zwei gescheiterten Versuchen (siehe Introtext) gelang mir die endgültige Trennung erst beim dritten Mal. Weshalb hat es drei Anläufe gebraucht? Erst beim dritten Mal realisierte ich, dass ich nicht wegen meinem ehemaligen Partner, sondern wegen meiner Selbst gehen musste. Ich hätte mich komplett verloren und aufgelöst in der Beziehung. Daran war ich selber schuld. Dennoch. Ich habe lange gebraucht, bis ich auch in meinem Herzen loslassen konnte. Jetzt bin ich wieder frei, glücklich und unendlich dankbar für meinen Mut. meiner 9. Blogbeitrag Ich verarbeitete meine Trennung in meinem eigenen Song «Destinys road», den ich zuhause komponiert habe. Das hat mir sehr gutgetan. Es ging darum, einen neuen Weg zu beschreiten. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass der Song fünf Jahre später 2025 die Titelmelodie zweier meiner Projekte werden würde (1). Wenn man nicht weiss, wie man etwas sagen soll, dann kann man es auch mal auf künstlerische Art versuchen. Das kann ein Gedicht sein, ein Bild, ein Brief, ein Tanz oder eben ein Song. Dieser Song bedeutet mir sehr viel und vielleicht hilft er auch anderen unsicheren Trennenden da draussen. Mit Hilfe meiner aktuellen Band ist eine wundervolle Aufnahme in der Power Play Studios im Juli 21 entstanden (siehe Blog 20). Hör es dir an: ____________________________________________ Destinys road Lyrics 1. Look at me here I‘m on my way To heaven or hell – no one can say Anybody out there helping me out ? Cause nothing is gonna slowing me down Ref. No one can hide from destiny’s road No matter of fate or fortunes code I give it all – thats for sure Not to get lost anymore 2. Standing on a crossroad – which way to take? Looking back might be a mistake Trying to avoid the trap of regret Whatever may be there‘s no turning back 3. Still keep on running – the years passing by The hardest part is saying goodby What will remain – what will I gain? I’ll find it out the hardest way _____________________________________________ Wie gefällts dir? (1) Die Melodie findest du auch in folgenden meiner beiden Projekten wieder: Spaziersport für mehr Bewegung im Alltag und spannende Kurzgeschichten der beiden Maskottchen Spazi und Sporti.
8. Blogbeitrag
Mangelnder Kontakt zu anderen Menschen zermürbt. Es fiel mir auch sehr schwer, auf meine geliebten Konzerte mit meiner Band zu verzichten. Umso glücklicher war ich, als es während der Pandemie ein kleines Zeitfenster gab, wo man auftrete konnte. Ich weiss noch genau, wie wichtig mir dieser Auftritt war, weil ich ihn ganz bewusst erlebt und geschätzt habe. Ist es nicht schade, dass man vieles erst dann zu schätzen weiss, wenn man es nicht mehr hat? Das gilt vor allem für Menschen. Umso dankbarer bin ich, achtsamer durchs Leben zu gehen. Dadurch ist mir viel stärker bewusst geworden, was für ein wunderbares Umfeld und privilegiertes Leben ich doch habe. Ich nutze die Gelegenheit, meine Dankbarkeit zu zeigen und die Reaktionen sind einfach unbeschreiblich schön. Danke für alles. Danke auch an dich, der sich die Zeit nimmt, meine Gedanken zu lesen. 7. Blogbeitrag
Musik ist grossartig. Das sage ich nicht nur als Musikerin, sondern auch als Konsumentin. Früher neigte ich dazu, mich stark auf meine Lieblingskünstlerinnen und -künstler zu fokussieren. Neue Inspiration kam durch den Kontakt zu anderen Menschen. Durch den Wegfall des Miteinanders während der Pandemie funktionierte das nicht mehr. Ich war froh um Spotify als Alternative – zumindest als Inspirationsquelle für neue Musik. Ich habe viele neue wunderbare Musik kennengelernt, aber mit Ole Borud (siehe unteres Bild) ist den Machern der Algorithmen ein absoluter Volltreffer gelungen. Seine Musikalität hat mich in seinen Bann gezogen und ich möchte seine wunderbaren Songs nicht mehr missen. Nie hätte ich von diesem unbekannten Künstler Kenntnis erlangt ohne Spotify. Viele seiner Texte bezeugen zwar seinen starken Glauben an Gott, aber das stört mich nicht. Jede/r soll glauben können, was passt! Gottlob ist der direkte Austausch wieder möglich und so erweitert sich nicht nur mein musikalisches Portfolio, sondern auch jenes meiner Begegnungen. Hoffentlich bleibt es so! 6. Blogbeitrag
Kubismus ist eine Stilrichtung in der Kunstgeschichte ab 1906. Dabei wird künstlerisch die Reduzierung eines Objekts auf geometrische Figuren wie beispielsweise einen Würfel, eine Kugel oder Pyramiden vollzogen. Seit der Renaissance lag der Sinn und die Aufgabe der Malerei darin, etwas bildhaft mitzuteilen. Doch in der Mitte des 18. Jahrhunderts begann man, die Aufgaben der Malerei neu zu überdenken. Spätestens seit der Erfindung der Fotografie 1826 wurde das reine Nachahmen der Natur oder das Illustrieren ihrer Erscheinungen obsolet. Mussten zuvor Inhalt und Form, Botschaft und Aussehen übereinstimmen, so wurde die Form wichtig. Form wurde Inhalt und all dies führte zu einer immer grösseren Selbstständigkeit des Bildes. Die massgebenden Gründer des Kubismus sind Pablo Picasso und Georges Braque, welche einen regen Dialog pflegten. Besonders von Braques früheren Werke bin ich sehr angetan. Eines meiner Lieblingsbilder «Das Portrait einer Frau» liess ich mir nachmalen. Was mir an kubistischen Werken speziell gefällt, ist die vielschichtige Auseinandersetzung. Man muss schon zweimal hinsehen, um das Bild erst zu erkennen und dann zu verstehen. Das erfordert mehr Aufmerksamkeit, aber intensiviert die Auseinandersetzung mit den Werken und das mag ich. Was erkennst du in diesem Bild? Du kennst die Antwort, wenn du meinen 2. Blogbeitrag gelesen hast. 5. Blogbeitrag
Der energievolle Rohstoff Holz ist vielseitig einsetzbar und steckt voller Energie. Doch der Wald gerät als ältester Energielieferant durch die steigenden Ölpreise und die Energiewende immer mehr unter Druck. Ich möchte nicht über erneuerbare Energie im engen Sinne sprechen, sondern über die Bäume mit ihrer faszinierenden Wirkung auf das menschliche Gemüt; zumindest auf das meinige. In den Bäumen finden viele Transportvorgänge und chemische Prozesse statt. Ich kann ich mir gut vorstellen, dass sich die Energie des Waldes auch körperlich erspürt werden kann. Der Wald fasziniert mich seit jeher als Heimat vieler Lebewesen und als einer meiner liebsten Achtsamkeitsorte (siehe Blog 16). Mit vielen Liebkosungen durch den Wind, der mit meinen Haaren spielt. Oder den raschelnden Blättern, welche mir Geschichten ins Ohr flüstern und den zahlreichen wunderbaren Momenten. Ich fühl mich einfach wohl hier. Eines Tages blieb ich an einem Ort stehen und versuchte, mich zu erden. Ich wollte mich mental mit dem Netzwerk um mich verbinden. Ich erschrak, als ich tatsächlich spürte, wie meine Beine immer wärmer wurden wie eine leuchtende Energieflamme, die stetig steigt. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Eigentlich spielt es für mich keine Rolle, ob ich mich tatsächlich verbinden konnte oder ob ich mir das einbildete. Ich habe das garantiert nicht zum letzten Mal probiert. 4. Blogbeitrag
Bist du ein Problem- oder Chancendenkender? Ich gehöre definitiv in die letztere Kategorie. Die Pandemie forderte uns alle unterschiedlich stark heraus. Ich hatte doppeltes Glück. Einerseits brachte sie mir die nötige Ruhe, mich mit meinen Emotionen auseinanderzusetzen. Und andererseits hatte ich die Möglichkeit, beruflich mit einem neuen Geschäftsfeld zu wachsen: Ich musste als Geschäftsführerin von praxisorientierten unternehmerischen Eintageskursen an der ETH Zürich innert Monatsfrist auf Onlinekurse umrüsten. Mit grossem Erfolg! Die spannenden Kurstage biete ich noch heute in beiden Formaten an. Als Chancendenkerin bin ich mir durchaus bewusst, dass ich auch bei der nächsten Krise Wege und Mittel finden werde, um das Beste daraus zu machen – ganz egal, was kommen mag! 3. Blogbeitrag
Mein Tagebuch bot meinen kindlichen Gedanken viel Sicherheit und ich hütete es wie einen besonderen Schatz. Ich habe vor meiner Pupertät damit aufgehört, Tagebücher zu schreiben. Der Gedanke, jemand könnte meine intimen Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes lesen verunsicherte mich. Damals. Schade eigentlich. Nachdem mir klar war, dass ich mein Leben verändern möchte, erinnerte ich mich an meine unsicheren Gedankengänge in meiner Kindheit und daran, wie sehr es mir half, ein Tagebuch zu schreiben. Also begann ich 2020 zu schreiben. Dieses Buch begleitete mich ein ganzes Jahr bis zu dem Zeitpunkt, als mir klar wurde, was ich in meinem Leben brauche. Die restlichen Seiten des Buches blieben von da an leer. Mittlerweile ersetzt die Achtsamkeit in meinem Leben diese Aufgabe, festgehalten in diesem Blog. Hätte ich Tagebücher in meiner Kindheit auch als Kreativitätsdiarium genutzt – ich hätte wohl nie mit dem Schreiben aufgehört, weil ich mit keine Sorgen mehr hätte machen müssen, dass diese schönen Gedanken jemand anderes lesen könnte wie du es gerade tust. 2. Blogbeitrag Musik spielt seit meiner frühesten Kindheit eine grosse Rolle in meinem Leben wie eine treue und mächtige Gefährtin. Ich möchte das nie missen. Heute singe ich mit Leib und Seele in meiner eigenen Band und erachte es als ein Privileg, die Vielschichtigkeit der Musik bewusst wahrnehmen zu können. Unabhängig davon, ob ich selber musiziere, ein Konzert besuche oder daheim Musik geniesse: Ohne Musik wüsste ich oftmals nicht, wohin mit meinen Gedanken und Emotionen. Auf den vielseitig talentierten Musiker Seven bin ich durch sein Unplugged-Album 2010 gestossen. Kaum zu glauben, was dieser Schweizer Musiker seither alles erschaffen hat. Ein Song aus dem Jahr 2020 hat mich besonders in seinen Bann gezogen: "Seele" vom Album "Brandneu"." Das Lied ermutigt mich immer wieder, offen und verletzlich zu bleiben und dadurch mich und meine Umgebung besser zu spüren. Mein Sinn dieses Blogs spiegelt sich wunderbar in folgender Songtextzeile: "Auf der Suche nach Glück - Wo wollen wir nur hin wenn nicht zu uns zurück?". Wie recht er doch hat! 1. Blogbeitrag
Wie ich mich am Umzugstag gefühlt habe? Überwältigt und erschöpft zugleich. Nicht nur der zahlreichen Umzugsschachteln wegen, sondern wegen meines fragilen Mutes. Nach zwei erfolglosen Anläufen für den Start in ein neues Leben wollte ich es dieses Mal schaffen, ohne das Experiment voreilig abzubrechen (Spoileralarm: Es hat geklappt!). Was hat mir geholfen? Drei Dinge: Ein genügend hoher Leidensdruck, die Liebe zu mir selber und mutige Menschen wie meine Mutter oder auch Walt Disney. Sein grenzenloser Optimismus, Resilienz, Begeisterungs-fähigkeit und Courage haben mich seit jeher in seinen Bann gezogen. Besonders folgendes Zitat von ihm half mir, meine Zweifel zu überwinden: "The way to get started is to quit talking and begin doing" Wie recht er doch hat! Irgendwann ist genug gedacht, alles durchgeplant oder alles gesagt worden. Irgendwann ist jede Idee reif für den Umsetzungsentscheid. Natürlich birgt jede Entscheidung dasselbe Risiko: Es kann funktionieren oder nicht. Und als Betriebswirtschaftlerin weiss ich aus eigener Erfahrung, dass sich mit einer durchdachten und stringenten Planung jedes Risiko senken lässt - bis zu einem gewissen Grad. Aber irgendwann muss man entscheiden und den ersten Schritt wagen, um herausfinden zu können, ob die Idee funktionieren kann oder nicht. Disney hatte zahlreiche geschäftliche Rückschläge erlitten und nie damit aufgehört, es erneut auf eine andere Weise zu versuchen. Aus einem simplen Gedanken, dass eine Maus die Welt verändern kann ist der weltgrösste Unterhaltungskonzert der Welt entstanden. Ob das gut ist, ist eine andere Frage. Aber seine Zitate wirken auf mich glaubwürdig und inspirierend. Was einmal funktioniert hat, könnte doch auch ein zweites Mal klappen? Vielleicht sollte ich mir ein weiteres seiner berühmten Zitate mehr verinnerlichen: "If you can dream it, you can do it". :-) |
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