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Liebgewonnene Tradition

2/4/2026

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188. Blogbeitrag

Die Ostertage stehen vor der Türe. Bei uns ist es Tradition, die Eier mit natürlichen Zutaten zu schmücken.

Woher stammt diese Tradition eigentlich?

Ich hab folgendes herausgefunden: Das Eiertütschen an Ostern entspringt alten Fruchtbarkeitsritualen sowie Frühjahrsfeiern aus vorchristlicher Zeit. Damals standen Eier für Leben, Fruchtbarkeit und neues Wachstum. Die Menschen schlugen die Schalen gegeneinander, um das Glück anzuziehen und die Ernte sowie den Nachwuchs zu sichern. Über die Jahrhunderte floss diese Praxis in christliche Osterbräuche ein, wodurch sie eine religiöse Bedeutung erhielt und fortan für die Auferstehung stand. Dieses Anstossen drückt bis heute den Wunsch nach einem Neuanfang aus.
Ich habe mit Religion nichts am Hut, sondern es macht einfach viel Spass, die viele Arten des Eierfärbens auszuprobieren und die Schmuckstücke an Ostern zu präsentieren.

Wir färben traditionellerweise die Eier mit Kräutern und mit Blumen ein und auch diese Tradition ist nicht neu. Sie wurzelt tief in alten Bräuchen zum Frühlingsbeginn. Bereits vor der christlichen Zeit gestalteten Menschen Eier kunstvoll, um das Ende der dunklen Wintertage zu feiern. Natürliche Zutaten wie Kräuter, Blumen oder Wurzeln dienten als umweltfreundliche Farbstoffe. Die Auswahl fiel gezielt auf bestimmte Pflanzen: Minze schenkte Frische, Lavendel brachte Reinheit sowie Thymian bot Schutz. Das Einlegen der Eier in kräftige Kräutertees erzeugte bunte Muster, die die Farbenpracht im Garten nachahmten. Über die Jahrhunderte entwickelten sich diese Techniken in vielen Regionen Europas weiter und bilden einen festen Bestandteil der Osterzeit. 

Ich liebe den Gedanken, die Kräuter und die Blumen auf diese Weise neu zu nutzen und sie ganz bewusst als wunderbarer und wertvoller Teil der Natur wahrzunehmen. Ich versuche, darauf zu achten, dass ich keine jungen Pflanzen pflücke, sondern jene, die ihren Zenit bereits überschritten haben. So habe ich das gute Gefühl, dass ich deren Dasein etwas verlängert habe. Und natürlich pflücke ich nur so viele Pflanzen wie nötig!

Wenn man sich derart viel Mühe gegeben hat, gemeinsam die schönsten Ostereier zu färben, dann tritt der Eiertütschen-Wettbewerb definitiv in den Hintergrund und man geniesst gemeinsam die Früchte der Arbeit. Diese liebgewonnene Familientradition möchte ich auf keinen Fall mehr missen.

Wunderschöne Osterfeiertage!

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